Samstag, 21. September 2013

Ich glaube an die Vergebung der Sünden

Wie bekannt betrachten die Blogger im Jahr des Glaubens jeden Monat einen anderen Satz des Glaubensbekenntnis.
In diesem Monat September, handelt es sich um den Satz:
 Ich glaube an die Vergebung der Sünden

Tja damit haben wohl die Allermeisten, egal ob gläubig, taufschein-katholisch, oder ungläubig, überhaupt keine Schwierigkeiten, könnte man oberflächlich meinen.
Erleben wir doch immer und immer, dass wenn irgendwo ein Ober- oder Unterhirte, vorsichtig was sagt, über z.B. die Sünden rund ums 6te Gebot, ihm von allen Seiten entgegen schallt :
“Nein wie unbarmherzig! Jesus hat doch der Sünderin, gesagt “Ich verurteile dich nicht”!….
Dass Jesus aber zu der Sünderin gesagt hat, “deine Sünden sind dir vergeben!”, wird ignoriert.
Warum nur?
Nun, überspitzt könnte man sagen:  Wir glauben zwar an die Vergebung der Sünden, aber nicht mehr an die Realität der Sünde.
Wenn aber alles Umstände, schwere Kindheit, psychische Erkrankung, also unschuldig begangene böse Tat ist, dann brauche ich, weil es keine Sünde gibt, auch keine Vergebung; dann braucht der gute Mensch, der das Böse wider Willen tut, nur die Erlösung von den Umständen, der bösen Welt. Das ist zwar ein Teilaspekt der Erlösung, aber nicht alles. Richtig ist, selbst damals im Paradies, als alles, alles sehr gut war und es noch nicht mal die Neigung zur Sünde und die erbsündliche, grundlegende Verletzung des Menschen gab, selbst damals hat er, der Mensch,  schwer gesündigt.
Um die Sache mal von einer anderen Stelle her aufzudröseln:
Als ich Kind war, war es bei uns im Dorf Brauch, dass hinter dem Sarg eines Verstorbenen, von Kinder mit  Kerzen  gingen.
Ich habe das relativ häufig gemacht und wir standen dann in der Friedhofskapelle so, dass wir die Trauergemeinde anguggen konnten.
Was haben die Leute damals geheult!
Ich hatte jedoch das sichere Gefühl, dass die nicht nur heulten,  weil ihnen der Verstorbene fehlte, sondern auch, weil jede Beerdigung einem vor Augen führt, dass der Todestag der Zahltag ist.
Dass dem Tod das Gericht folgt und vor diesen Gericht keiner bestehen kann.



Jedoch entgehen wir der ewigen Verdammnis, die wir uns verdient hätten, wenn wir uns erlösen lassen, von unserem Herrn Jesus Christus, durch sein kostbares Blut, dass er am Kreuz vergossen hat.
Es war damals, bei uns zumindest, nicht üblich, dass viel geredet wurde über den Verstorbenen, das habe ich erst später erlebt und immer wieder musste ich mir, ob der Absurdität der Lobhudelei, das Lachen verbeißen, und dabei muss ich bei Beerdigungen doch meist heulen!
Das erste Mal ist mir das bei einer Beerdigung passiert, wo die Mutter meiner besten Freundin, bei denen ich fast mehr  Zeit verbracht hatte als zu Hause, starb. Diese Frau hatte nix, aber auch gar nix mit der Kirche am Hut.  Diese Frau  fand nie den Weg in die Kirche, jedoch ihre Tochter wurde, wie damals viele “geschickt”.
Auf der Beerdigung avancierte diese Frau zur frömmsten Frau des ganzen Dorfes, gerne zur Messe, auch privat immer ein frommes Liedelein auf den Lippen, viel gebetet u.s.w..
Ich habe meine Freundin dann hinterher, voller Entsetzen gefragt, wie der Pfarrer dazu käme, so einen Käse zu erzählen und bekam zur Antwort “Ach, das haben wir ihm erzählt, weißt du, das macht man heutzutage so!”
Ja dem ist so, anstatt, wie es richtig wären, den Verstorbenen der Barmherzigkeit Gottes (die wir alle und ich auch, brauchen, damit keine Missverständnisse aufkommen)  anzuvertrauen, wird der staunenden Gemeinde erklärt, dass der konkrete Tote soooo toll war, dass der liebe Gott gar nicht anders kann, als den in den Himmel aufzunehmen, war der Verstorbene doch jemand, dem die Sünde fern war.
Was bei der versammelten Gemeinde, die den Verstorbenen mitsamt seinen Fehlern, Sünden und Nachlässigkeiten, meist besser kannte, als der bemühte Hochwürden (oder auch der beauftragter Laie) , zu der Gewissheit führt: naja  wenn das bei dem Ausdruck von Heiligkeit, war, dass der immer zuviel gesoffen hat und dann zweideutige Witze erzählte (“war ein geselliger Mensch, der immer für Heiterkeit sorgte, wo er auch hinkam und war dabei nicht empfindlich”), dann brauch ich mich ja auch nicht zu besseren. (Ist jetzt ironisch verkürzt)
Ich dachte ja immer, so richtig sündenlos und absolut gut, sei nur Jesus der Christus gewesen und selbst bei der allreinen und makellosen Muttergottes, sei dem nur so, weil die Gnade Gottes, selbige Maria aus Nazareth vor jeder Sünde bewahrt habe.
Wobei die Freiheit von der Erbschuld ja keine Garantie für Sündenlosigkeit ist. Wie ja in Genesis 3 nachzulesen ist, waren Adam und Eva ja auch ohne Erbschuld und dazu sogar im Paradies und nicht,  wie Maria, auf dieser buckligen, gefallenen Erde, beheimatet.
Und Adam und Eva haben dort im Paradies sowas von dermaßen gesündigt, dass selbst wir, nach wer weiß wieviel Generationen und 2000 Jahre nach Christus!, immer noch drunter zu leiden haben, man muss das mal ausgiebig und ausführlich betrachten, was das bedeutet.
Es bedeutet doch: Sünde ist was Inneres, eine innere Tat, die nicht von superguten Umständen verhindert werden kann.
Das soll nun nicht relativeren, dass die Umstände, wie der KKK ja andauernd feststellt, Schuld und schwere der Schuld mindert bzw. auch die Schuld vom unmittelbaren, Täter weg auf andere verlagert und all das.
Jedoch ist Sünde da und sitzt immer als Dämon vor unserer Tür, dessen wir Herr werden sollen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Es leben, glaubt man offiziellen Statements und privaten Gesprächen,  lauter Heilige unter uns (außer dem Papst Franziskus  und mir).
Warum tun wir uns mit der Realität der Sünde nur so schwer und relativieren immer und andauernd die Schuld?
Wir glauben doch an die Vergebung der Sünden! Damit aber Sünden vergeben werden können, müssen sie begangen werden!
Wenn aber an den begangenen Sünden, der, der sie begeht keine Schuld hat, dann braucht es keine Vergebung der Sünden und Christus hätte sich sein Kreuzopfer auch sparen können.
Es sei denn wir glauben, dass seit Christus, nur noch Unschuldige und Opfer in der Kirche sind.
Dann bräuchte man aber keine Beichtstühle mehr.

In diesen Zusammenhang muss ich, (und meine Leser wissen um meine Schwierigkeiten) Papst Franziskus absolut zustimmen, http://kath.net/news/42933 der sich mehrmals im Interview als Sünder bezeichnet und ganz offen über seine Fehler redet:
 Die Kirche hat sich manchmal in kleine Dinge einschließen lassen, in kleine Vorschriften. Die wichtigste Sache ist aber die erste Botschaft: ‚Jesus Christus hat dich gerettet.‘ Die Diener der Kirche müssen vor allem Diener der Barmherzigkeit sein. Der Beichtvater – zum Beispiel – ist immer in Gefahr, zu streng oder zu lax zu sein. Keiner von beiden ist barmherzig, denn keiner nimmt sich wirklich des Menschen an. Der Rigorist wäscht sich die Hände, denn er beschränkt sich auf das Gebot. Der Laxe wäscht sich die Hände, indem er einfach sagt: ‚Das ist keine Sünde‘ – oder so ähnlich. Die Menschen müssen begleitet werden, die Wunden geheilt.“

Ich denke wir sollten beherzigen was im ersten Johannes Brief (der ja eine einzige, eindringliche Mahnung vor der Sünde, eine beständige Aufforderung nicht zu sündigen ist, ganz am Anfang steht:
Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, führen wir uns selbst in die Irre und die Wahrheit ist nicht in uns.
9Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht.
10Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, machen wir ihn zum Lügner und sein Wort ist nicht in uns.

Um das Geschriebene zusammenzufassen, ich glaube, dass Gott jede Sünde vergibt, wenn sie bereut wird, um die Sünde zu bereuen, muss sie jedoch er- und bekannt werden.
Weiter ist es das Wesen der Sünde, dass sie blind macht und wegen der Blindheit dann weiter gesündigt wird.
Deshalb ist es kein Werk der Barmherzigkeit, wenn die Schuld weggeredet und weggetröstet und wegdispensiert wird, damit wird der Mensch in seiner eigenen Blindheit eingeschlossen.
Man darf natürlich nicht den üblichen Fehler machen, dass man sich selber als sündenlosen Menschen betrachtet, und ich denke mal, ganz salopp, daher kommen viele Missverständnisse, dass man, weil katholisch und jeden Sonntag zur Kirche und überhaupt, schaffe, schaffe Häusle baue, und bin ja ein anständiger Mensch, dann im Brustton der eigenen  moralischen Überlegenheit über andere herzieht.
Das ist aber genau die Haltung des Pharisäers aus dem Evangelium, und somit eben Sünde.




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