Sonntag, 15. September 2013

Nee, ehrlich jetzt Herr Erzbischof? Die Gottesdienstbesucher werden seit 50 Jahren weniger?

Der Herr Erzbischof Zollitsch hat sich, in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, geäußert.
Nehmen wir mal den Grundtext der Deutschen Bischofskonferenz hier .
Wir lesen darin, dass es eine Arbeitsgruppe betreffs Wiederverheirateter Geschiedener geben soll, die, was prinzipiell löblich ist, sich um eine realistische Sicht der Dinge bemühen soll. Jedoch durch Erfahrung gewitzt,  schrillen bei mir, als  langjährigem, katholischem. stockkonservativem Hasen, sämtliche Alarmglocken.
 Es heißt  wörtlich: Der Bericht der Arbeitsgruppe wird (woher weiß er das, die Arbeitsgruppe ist doch grad erst eingerichtet?) einen ungeschminkten Blick auf die Realitäten enthalten und die Not zur Sprache bringen, die heute im Bereich verbindlicher persönlicher Beziehungen besteht. 
Ich hoffe schwer, dass ich mich täusche, aber die Not besteht darin, dass man eben genau keine Verbindlichkeiten mehr eingeht.  Ich sag das jetzt mal so schlappsig, ich fand die deutschen Helden der Sage,  immer irgendwie krass, weil sie eben in absoluter Treue zur geschworenen Waffentbrudertreue, sehend in den eigenen Untergang gegangen sind.
Es hat was Großes wenn einer sagt "Du bist ein richtiger Idiot und Blödmann, aber ich habe dir mein Wort gegeben und zu meinem Wort stehe ich"
Es hat was Großes, wenn einer oder eine in der Ehe zum gegebenen Wort ausharrt und nur noch die reine Treue, wo kein Gefühl und wenig Gutes da ist; weil die Treue, da wo man nix mehr spürt, doch die höhere Form der Liebe ist. Durch die Nacht kommen wir zu den Sternen!
Das Buch "Der  Herr der Ringe" und auch andere, z.B der bei Katholens schwer unbeliebte "Harry Potter" leben ja von der Treue der Helden, die trotz absoluter Hoffnungslosigkeit, durchhalten.
Und das ist ja christliche Existenz: mit Christus scheitern (vulgo gekreuzigt werden, genannt) und dann mit IHM auferstehen.
Ich fürchte jedoch, sorum wird der Bericht nicht ausfallen, sondern es wird der Segen für die gefordert, denen es miteinander gut geht und der Segen dafür, das man halt auseinandergeht, wenn es einem nicht mehr miteinander gut geht, weil das ja ehrlich oder eben modern oder sonstwas ist.

Weiter werden in dem Bericht, all diese liturgischen Mätzchen gelobt, unter denen wir doch alle so leiden.
Es heißt wörtlich:


Es ist bereits jetzt an liturgischer Vielfalt mehr möglich, als ausgeschöpft wird. Das kann vor Ort ebenso geschehen wie durch Beiträge der Liturgiewissenschaftler“,
Also mir persönlich reicht das, was "ausgeschöpft wird",  mehr als genug und ich kenne Gottsdienste die verlass ich wütend und genervt und andere, Erstkommunionskindervorstellungsgottesdienste, 'Kindergartenkinder gestalten die Liturgie mit' Gottesdienste,  und 'Firmanden lagern  um den Altar und interpretieren das Evangelium auf ihre Weise' Gottesdienste, 'Abenteuer Liturgie mit Mystagogie im 21 Jahrhundert' Gottesdienste, wo ich, unter Berücksichtigung meines Adrenalinspiegels, einfach  nicht  mehr hingehe.
Und Liturgiewissenschaftller  braucht es eh nicht, die Liturgie ist gesetzt, von Gott und  damit basta!
Der Text der DBK atmet den üblichen oberhirtlichen, völlig irrelalen Optimismus.
Ich meine,  der alte Seemanshanty " Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern..." der nimmt ja wenigstens zur Kenntnis, dass schwere See ist. Die deutschen Bischöfe jedoch reden uns ein, dass die See ruhig und glatt sei. Was nebenbei, mich am allermeisten nervt, nicht dass die Situation halt so ist wie sie ist, das lacrimarum valle halt Tal der Tränen ist, auch wenn man auf der Hüfte zuviel Speck hat. Nein, mich nervt, dass man so tut, als sei alles in Ordnung und im Gegensatz zu früher viiiiiiiiiiel, viiiiiiiiiiel besser.
Auf jeden Fall geistert durchs Netz die Aussage:
 Vor Journalisten zeigte sich Zollitsch besorgt über die Gottesdienstbesucherzahlen. In den vergangenen 50 Jahren habe es massive Einbrüche gegeben.
Ich finde diese Aussage weder auf der Seite der DBK, noch im Interview auf Domradio.de , geh jedoch einfach mal davon aus, das hat er wirklich so gesagt, der Herr Erzbischof.
Dann zunächst mal tiefes Aufatmen, dass das Problem endlich, endlich ganz  oben angekommen ist, jedoch, was war denn vor 50 Jahren?
Ach ja! da fällt es uns ein, vor ca. 50 Jahren wurde die Liturgie der Gestaltungs- und Bastelwut berufener und unberufener Laien und Kleriker überlassen, und es ist zeitdem immer schlimmer geworden!
Möglicherweise wäre in diesem speziellen Fall (und es ist doch katholischerseits aktuell, ja schwer chique und en vogue,  irgendwelche Ketzer, im Brustton der Zustimmung, zu zitieren) gar nicht verkehrt sich an den Rat des William von Orckam zu halten. Ich meine schlapsig ausgedrückt folgendes "Wenn du immer und immer wieder zu keinem vernünftigen Ergebnis kommst, dann sind wohl deine Axiome verkehrt und du solltest sie überprüfen und gegebenenfalls ändern".
Ich denke, dieses war das  Anliegen Papst Benedikts , von wegen der "gegenseitigen Befruchtung der beiden Riten", dass man als Axiom für die Liturgie, das seit 50 Jahren gültige "Wir machen Liturgie", ersetzt durch "Gott gibt die Liturgie durch die Kirche vor".
 P.S auch Bloggerkollege clamormeus hat sich mit den Aussagen, des Vorsitzenden der DBK  zur Liturgie befasst.


1 Kommentar:

  1. Ich twitterte soeben »Heute: Nur eine Lesung, Evangelium in Kurzfassung, aber wegen viel Gesabbel dauert es dennoch über 1 Stunde…«

    Als Hochgebet gab es wie bei dem Zelebranten üblich (der kennt möglicherweise gar anderes) das
    Hochgebet in besonderen Anliegen – was auch immer heute das besondere Anliegen war.

    Dazu ist ferner anzumerken, daß der Zelebrant der neue Regens des Priesterseminars ist. Bleibt also abzuwarten, wie er die nächsten Priestergenerationen prägen wird.
    Mir schwant böses…

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