Freitag, 27. September 2013

Stolz auf Rom?

Einige Auszüge aus dem Interview, das Kardinal Marx letzte Woche der Zeit gab, haben wir ja schon kurz angerissen. So ging es durch die Medien, dass der Kardinal gesagt hat, dass er den Vatikan entfetten will.
Das Interview bringt aber, neben vielen Musterbeispielen an Opportunismus, noch weitere herzliche Aussagen, z.B. die, dass die Kirche nicht herrschen will? Was der Kirchengründer dazu wohl sagen wird?
Singen wir nicht jedes Jahr z.B. an Palmsonntag oder am Christ-Königs-Fest "Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit?" Und versprechen wir nicht als Antwort darauf "Wir huldigen Dir!".... und jetzt darf die Kirche nicht mehr herrschen? Wird das jetzt verboten? Na gut ... Samma demokratisch und relativieren die Worte unseres Herrn ein bisschen  Das ist wohl gerade "en vogue". Und wann's schee macht, macht auch schon mal ein Erzbischof mit.
Aber, nach dem zweiten Lesen bin ich doch über diesen Satz gestolpert, aus dem ich mir nun überhaupt keinen Reim machen konnte:
"Wir müssen aber das Image Roms positiv verändern, denn es darf nicht sein, dass unsere Gläubigen mit dem Vatikan in erster Linie Negatives verbinden. Wir müssen wieder stolz sein können auf unsere römische Zentrale!"
Das ist also die Antwort auf alle bedeutenden kirchlichen Fragen! Das Image ist wichtiger als die Wahrheit unseres Glaubens! Hat Jesus jemals darauf geachtet, dass er mit dem, was er verkündet ein gutes Image hat?

Und "Stolz" - ist das nicht eine der 7 Todsünden?

Als ich 2006 in die Kirche eintrat, hatte ich mir natürlich gewünscht, einmal nach Rom zu pilgern, um das "Herz unseres Glaubens" selbst zu erfahren. Es hat dann noch ein paar Jahre gedauert. Aber als es dann soweit war, ging mir das Herz auf. Ich war voller Freude, beeindruckt und glücklich, die Stadt der Städte, das Zentrum unseres Glaubens zu erleben. Höhepunkt war natürlich das Angelus-Gebet mit Papst Benedikt und das Gebet an der Mariensäule der Piazza di Spagna am Fest Maria Immaculata. Es war wundschön und ein tiefes spirituelles Erlebnis.

Aber Stolz? Nein stolz war ich eigentlich nicht! Wieso sollen wir Katholiken stolz auf Rom sein?  Reicht es nicht aus, sich am Glauben zu freuen, die Kirche zu lieben? Ja, so ist es, ich liebe meine Kirche und meinen Gott und glaube fest an seine Wahrheit. Deshalb kann ich den Opportunismus und das Zurückweichen des Kardinals überhaupt nicht verstehen. Ich freue mich jeden Tag, Teil dieser Kirche zu sein und danke meinem Gott tagtäglich dafür, dass er mich in seiner Kirche aufgenommen hat.

Warum sollen wir jetzt stolz auf unsere "römische Zentrale sein?" Müssen wir eine Todsünde begehen, nur, weil der Papst  (nicht die Kirche) von den Mainstream-Medien bejubelt wird?
(Dass die ansonsten in gewohnter Manier weitermachen konnten wir ja am Beispiel Limburg sehen).

Und ganz ehrlich - wenn ich schon stolz sein muss, dann war ich auf jeden Fall bis zum 28. Februar stolzer, als ich es auf die heutige "römische Politik" der Ausgrenzung, der Diffamierung und des Lächerlichmachens von Schönheit, Kultur, Liebe zur Kirche und festem Glauben bin.


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