Donnerstag, 24. Oktober 2013

Armut, Neid und Geiz, oder wie der Fall Limburg doch Teil der Lösung werden könnte (man wird ja wohl noch träumen dürfen)

Es ist ja schon länger chique dass gerade Katholiken, die eigentlich gut betucht sind, sparen und knickern und denken, dadurch würden sie bessere Katholiken.
Ich kenne Leute, die spenden mal so eben knapp tausend  Euro irgendwo hin (und merken das nicht mal) aber die Kinder ziehen sie aus der Altkleidersammlung an.
Lachkrämpfe krieg ich, wenn mir die Frau Oberstudienrätín und Bankdirektorsgattin vom Aldi vorschwärmt. Nee Leute, so schlecht kann es mir gar nicht gehen, dass ich da freiwillig einkaufen geh, eher ess ich nur trocken Brot (aber das ist eine andere Sache).
Ich habe da schon Dinger erlebt die spotten jeder Beschreibung.
Neulich klagte mir auch eine sehr gut betuchte Rentnerin (doppelte Rente, dazu  Mietshaus mit mehreren  teuer vermieteten Wohnungen)  ihr Leid. Die Buttermilch ist  teurer geworden, kostet jetzt 20 Cent mehr.
Ich habe meinen Mund nicht halten können und sagte "Naja sind ja nur 20 Cent" erhielt zur Antwort "Also nee,  wir sind doch nicht Rockefeller!" Naja Rockefeller hat auf eigene Kosten das Schloss Fontainebleau ,mitsamt Park,  wieder herrichten lassen, (was ich genial finde)  damit wäre besagte Rentnerin echt überfordert, aber mit den Einkäufen nicht.


In der weiteren Verwandtschaft gab es eine Managersgattin, die klauten die Petersilie grundsätzlich beim Nachbarn, weil der ja seinen Garten verkommen lässt und sich eh nicht kümmert und wenn sie ihren Wintergarten umdekorieren wollte, so ging sie ins Blumengeschäft, kaufte eine Kleinigkeit und zwickte die Ableger ab, weil die im Geschäft  ja nur Geld verdienen wollen, während ihr Mann aus reiner Menschenfreundlichkeit Karriere gemacht hat (ist ironisch gemeint).
Ich hatte eine entfernte Tante die bekam hysterische Anfälle, wenn man ihr beim Kirschenernten half und dabei einen dieser Hacken, wo man den Korb an den Baum hängte verschlampte. Wohnen tat sie in einer Gründerzeitvilla, die gehörte ihr und um das Erbe gab es einen jahrzehntelangen Krach, war halt echt was zu holen!
Es ist ja jedem unbenommen zu sparen wie er will, manchen macht es echt Vergnügen, nur und jetzt kommt der Punkt, es ist ein himmelweiter Unterschied ob ich spare und knickere, weil ich da eine Macke habe, zu der Generation "Krieg nicht überwunden" gehöre oder, was selten ist, es mir einfach Vergnügen macht.
Oder ob ich einfach kein Geld habe.
Genau aus diesem Grund nervt mich dieser Neid und Armuthype so, weil er zelebriert wird von Leuten die eben genau nicht arm sind.
Und wenn ich so Sätze lese wie: Ihr  Reichtum könnte die größte Wunde der Kirche in Deutschland sein. denk ich mir "Mädel das meinst du nicht ernst mit der Armut und dem Reichtum, der eine Wunde ist".

Ich habe übrigens die Erfahrung abgemacht, dass man jede Diskussion über den Reichtum der Kirche und "ach wie schlimm und nein, und schrecklich, und wie der Wohlstand  den Glauben  zum Verdunsten gebracht hat u.s.w......." sofort beenden kann, wenn man ganz ernst sagt "Also ich habe mit Geld keine Probleme, wenn es Sie (oder dich) wirklich so nervt, dann hier meine Bankverbindung"

Ich meine, das hier ist ein Blog, wo wir schreiben, was uns so durch den Kopf geht, aber aufgrund meiner Erfahrungen mit den ganz normalen Leuten, habe ich ziemliche  Schwierigkeiten mit dem was Papst Franziskus so über die Armut und die arme Kirche für die Armen, von sich gibt.

Wenn er aber nicht nur so ein Scheinheiliger ist, wie ich es halt kenne: man selber "muss sich einen dicken Mercedes kaufen, weil die Firma und der Chef und überhaupt", aber das Kind muss die Monatskarte für die Schule vom ohnehin sparsamst bemessenen Taschengeld bezahlen, oder siehe oben.
Wenn er es wirklich ernst meint, dann wird es lustig, dann ist zu hoffen, dass der Limburger Hype, dazu führt, das die Kurie sich vielleicht mal für all die gutbezahlten Ordinariatsmitarbeiter interessiert, von denen laut Kardinal Ratzinger, die großen deutschen Bistümer genausoviel haben, wie der Vatikan, und vielleicht mal auf die Idee kommt, dass man am besten an Personalkosten spart.
Soweit ich weiß hat der ehemalige Bischof von Trier und jetzige Bischof von München und Mitglied in dem berühmten 8er Gremium, das mal in seiner Zeit in Trier ein bisschen zu laut gedacht, mein Gott was war das für ein Aufstand!

Im Zusammenhang mit dem Limburger Hype hat  mich zumindest erschreckt, das ja die  Neidkarte, wie jeder wissen müsste,  schon von den Nazis erfolgreich gespielt wurde, und ich von daher dachte, das wisse jeder und sei deshalb da vorsichtig, womit ich mich geirrt habe.

Ich bin ja schon lange davon überzeugt, dass das Gericht am Ende nicht so ein Buchhaltergericht ist, wo der liebe Gott eine Strichliste führt und man dann wegen Dingen, die einem Vergnügen gemacht haben und die man gut findet, auf die Ohren kriegt, ist.
Nein ich denke, die Seele richtet sich selber. Hört sich gut  und einfach an.
Nur denke ich mir das so.
Die Seele wendet die eigenen Kriterien auf sich selber an und nimmt das aber nicht wahr, weil die Seele im Moment des Todes sich erkennt wie sie ist und dann erkennt sie sich nicht und richtet sich so, wie sie halt andere richten würde.

Jedesmal wenn ich drüber nachdenke, denke ich Oh weh, oh Not, oh Graus.

Mit der Sünde ist es laut Romano Guardini nämlich so,  dass Sünde und Blindheit zusammenhängen (was ja jeder halbwegs gebildete Theologe weiß). Der Zusammenhang ist der, das die begangene Sünde blind macht für das Verkehrte des Tuns und so eben zu neuer Sünde führt, Stichwort slippery road und es eben nicht so ist wie in frommen Kindergeschichten, wo der Sünder dauernd geplagt wird.
Es ist leider selten so wie in Macbeth.
Bei entsprechend gebildetem Gewissen geht es einem am Anfang wirklich so, dass man denkt, man trägt ein Kainsmal und quält sich, nur wie die Lehrer des geistigen Lebens übereinstimmend feststellen, wird das überwunden, durch gewohnheitsmäßiges Sündigen, was das Gewissen abstumpft und  dazu führt, dass man andere verteufelt für Dinge, die man bei sich selber als Tugend sieht.
Q.e.d. kann man da beim Nachdenken über die letzten Wochen nur sagen.




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