Dienstag, 15. Oktober 2013

Rückblende in Sachen Medienhetze oder ...

... was Uli Hoeneß und Bischof Tebartz-van Elst (nicht) gemeinsam haben.....


Wir erinnern uns. Es war Ende März 2013. Fußball-Deutschland war fixiert auf die Champions League und viele ärgerten sich darüber, dass der FC Bayern die Meisterschaft schon "in der Tasche" hatte.
Da platzte die Bombe: Durch eine undichte Stelle innerhalb der Finanzbehörden kam an die Öffentlichkeit, dass die Steuerfahndung den FC Bayern Präsidenten "am Wickel" habe und dass es da um Steuerhinterziehung in Millionenhöhe ginge ... Nix genaues wusste man nicht, trotzdem erhob sich die Süddeutsche Zeitung über diesen bösen Steuerhinterzieher. Als Engel der Gerechtigkeit fungierte Hans Leyendecker, der, wie sich hinterher herausstellte, ein bekennender Anhänger des BVB ist. Ausgelöst durch die SZ passierte, was in solchen Fällen immer passiert: Artikel auf Artikel folgte. Eine Zeitung schrieb bei der anderen ab, jeder erfand noch etwas dazu und "wusste" noch etwas mehr und man hatte den Eindruck, Herr Hoeneß kann eigentlich nur noch seine Sachen packen und sich auf eine einsame Insel verziehen.
Es kommt uns also bekannt vor, das ganze. Erleben wir doch das gleiche gerade wieder, nachdem sich die Medien auf den Limburger Bischof, Franz-Peter Tebartz-van Elst "eingeschossen" haben. Die gleichen Abläufe, das gleiche Theater, der gleiche Medienhype. Eigentlich ist das ganze eine Kircheninterne Angelegenheit, aber so ein kleiner Zeitungsschreiber genießt es halt, sich hin und wieder mal auf einen "Sünder" einzuschießen und dadurch als der beste Mensch aller Zeiten da zu stehen. 


Doch zurück zum Fall Hoeneß. Ein Bekannter von mir ist ein bekennender engagierter FC Bayern Fan. Mit Dauerkarte in der Allianz-Arena und bei jedem Champions-League Spiel dabei - egal wo, und natürlich Mitglied in einem Fanclub. Als ich ihn zur Hoch-Zeit des Hoeneß-Hypes darauf ansprach, meinte er nur "Es interessiert uns nicht, was die Zeitungen schreiben - wir stehen hinter ihm". Ende der Diskussion. Auch hier hatten die Medien versucht, mit gewaltigem Druck eine Anti-Hoeneß-Stimmung zu erzeugen. Aber weder die Fans, noch die Spieler, noch das Management des Vereins, noch der "hochkarätig" besetzte Aufsichtsrat ließen sich von den Medien beeindrucken und instrumentalisieren, um den "bösen" Hoeneß abzusetzen. Im Gegenteil, alle hielten sich an Recht und Gesetz und warteten die Entscheidung des Gerichts ab. So wie es eben in einem Rechtsstaat üblich ist. Wie wir wissen, ist Herr Hoeneß noch immer FC Bayern Präsident und es sieht auch nicht so aus, als würde er bei der nächsten Generalversammlung des Clubs des Amtes enthoben werden.

Hoeneß ist also ein schönes Beispiel, wie man sich im Fall solcher Medienhypes verhalten sollte. Und ich frage mich, wieso schafft es eine Organisation wie die Kirche (mit ihren 25 Mio. Gläubigen) nicht, dass sich in solchen Situationen alle hinter einen Bischof stellen? Es sieht tatsächlich so aus, als würden alle eine solche Sache noch für ihre eigenen Zwecke instrumentalisieren. Wieso stehen z.B. die deutschen Bischöfe nicht wie ein Mann vor ihrem Mitbruder? Wieso lässt sich ein Erzbischof Zollitsch von den Medien in eine Rolle drängen, in der er nur verlieren kann? Wieso lässt er es mit sich machen, dass er in den Medien als "Chef von Bischof Tebartz-van Elst" dargestellt wird, der jetzt dem Papst in Rom mal stecken soll, was der Bischof für ein böser Mensch ist. Jeder, der sich in der Organisation der Kirche auskennt, weiß, dass die DBK ihren Mitgliedern gegenüber gar nicht weisungsbefugt ist. Jetzt sitzt er in Rom, wartet auf einen Termin beim Papst und lässt die deutschen Schreiberlinge in dem Glauben, er könne jetzt dafür sorgen, dass TVE zurücktritt. Es wäre sicher besser gewesen, gleich mit der Wahrheit herauszurücken. Warum verhält man sich nicht so, wie der Aufsichtsrat des FC Bayern?
Jedenfalls sieht es so aus, als könnten die Katholiken in Deutschland von den Fußballfans noch viel lernen. Einfach einmal damit anfangen, hinter einem Bischof zu stehen. Wenn's den Leuten aber wichtiger ist, ihren Glauben zu verraten, nur damit sie mal ins Fernsehen oder in die Zeitung kommen, ist es um unsere Kirche in Deutschland wirklich schlecht bestellt.

2 Kommentare:

  1. Wobei der Obeknüller ja darin besteht, dass gerade die Kirche es beständig, laufend und andauernd damit hat, dass ihre Leute den Ausgegrenzten, Verfolgten, Verachteten, Verleumdeten u.s.w gefälligst beizustehen haben.
    Ja man könnte böswillig feststellen, manche predigen Wasser und trinken heimlich Krimsekt.
    Warum nur knicken unserer Kirchenleute immer und andauern ein?
    Ich bezeichne das weltliche (also Organisationen, Ämter, Gelder u.a., was m.E. nach ja sein muss und auch nicht verkehrt ist) ja immer spöttisch als den Fußballvereinaspekt der Kirche, jedoch kann die Kirche von jedem Fußballverein da viel lernen.

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