Dienstag, 12. November 2013

Weihnachten, Advent, Nikolaus und Weihnachtsmann zwischen Kommerz, Kitsch und Glaube und ein Nebenkriegsschauplatz

Sie naht mit riesigen Schritten, die holde Weihnachtszeit und in den Supermärkten lagern die Lebkuchen, die Stollen und eben die Weihnachtsmänner.
So werden bald wieder die Diskussionen geführt werden, dass der ecclesial korrekte Katholik gefälligst keine Weihnachtsmänner, sondern Nikoläuse zu verschenken habe!
Unser Pfarrer wird  in seiner Sonntagspredigt endlich mal wieder richtig schimpfen können, auf den rotnäsigen Coca Cola Weihnachtsmann und ich werde mich  wieder fragen, was das denn soll?
Schließlich bin ich ein alter Chesterton Fan und Chesterton ist der Verteidiger des Weihnachtsmannes schlechthin.


 Er sagt Mistelzweig, Weihnachtsmann, Plumpudding sind Dinge, die aus einer ländlichen, familiären Tradition gewachsen sind, es sind einfach Dinge, die dem Winter, der Familie und dem Land angepasst sind, einfache Dinge, die Freude machen und deshalb, sagt er, sind diese Dinge gut und weil sie gut sind, sind sie christlich.
Trotzdem kann man den Widerstand vieler Frommer, gegen den "Weihnachtsmann" gut verstehen, geht es doch gar nicht um den Weihnachtsmann vs. Nikolaus, sondern um Glauben vs.  Profanierung oder sogar Missbrauch, christlicher Symbole.
Vor einigen Tagen war ich Adventskalender kaufen.
Eine riesige Auswahl: Gummibärchen, Smarties, Kinderschokolade, Lego, Duplo, und Playmobil oder Bier,  Schnaps, Beautyprodukte,  und besonders daneben, Sexy pictures, alles, echt alles, findet sich hinter 24 Türchen.
Ich weiß schon seit Jahren nicht, ob ich mich, ob des ausufernden Kitsches, und es wird ja mit jedem Jahr schlimmer, der absoluten Verkommerzialisierung von Weihnachten aufregen soll, oder versuchen soll, hinter all dem die Sehnsucht des Menschen, dass es doch wahr sein möge, bitte, bitte wahr sein mögen, dass uns, die wir doch im Schatten des Todes wohnen, das aufstrahlende Licht aus der Höhe besuchen möge, dessen Vorläufer uns die Vergebung der Sünden verkündet, das Herz der Väter den Söhnen zuwendet und unsere Schritte lenkt auf dem Weg des Friedens.
Witzig ist fast, dass in Zeiten, wo jegliches christliche Symbol schon fast unter Kreuzzugsverdacht (Kreuzzug natürlich so, wie man das versteht) steht und von den Kirchenleuten, selbst in eigenen Häusern (Schulen Kindergärten, Krankenhäuser) im vorauseilenden Gehorsam vor dem Zeitgeist, selber abgehängt wird, dass in solchen Zeiten so hemmungslos und fast vulgär, allüberall das Weihnachtsgeschäft boomt.
Vielleicht sollte man all das, was einen ja zu Recht aufregt, als eine Art SOS Ruf der Menschen, die sich nach dem Wahren, Guten, Schönen sehnen und immer nur mit Symbolhandlungen und Fernsehsoaps abgespeist werden, sehen.
Jedoch ist es wohl wirklich so, es gibt glaubensmäßig keine Neutralität, das ist Illusion, es gibt nur den Weg hin zu Christus und den Weg weg von Christus, das ist aber der gleiche Weg.
Es scheint mir also nicht so sehr um Weihnachtsmann vs. Nikolaus zu gehen, sondern darum, ob wir schenken weil uns in Christus alles geschenkt wurde, was wir brauchen und deshalb im Schenken die Symbolhandlung des wahren Lebens, das uns Christus geschenkt hat, setzen, oder ob wir in den materiellen Geschenken (die ja nicht schlecht sind, das auf gar keinen Fall) das Ziel des Festes sehen.
Ignatius von Loyola hat angeblich seine ganzen Bemühungen in dem Wort "magis" (=mehr) zusammengefasst.
Ja das ist es mit Weihnachten: es ist mehr, viel mehr, als all die Berge von Dingen in den Läden, mehr, nicht weniger.
P.S. 
In der ersten Geschichte, des oben verlinkten Chesterton Buches, (leider, leider gibt es die nicht online, wo es doch einer seiner besten Geschichten ist) beschreibt Chesterton die neue Weihnacht, wo ein neues Bethlehem aufgebaut wird, mit  mit allen Schätzen der Erde prunkvoll, archtiketurgewordene Symbiose, all dessen was Menschen jemals an Pracht und  Demonstration von Reichtum und Können sich ausgedacht haben. Nur haben sie, eine winzige Winzigkeit vergessen,  das Kind!
Das ist das Drama! Nicht alle Schätze der Erde!

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