Freitag, 8. November 2013

Wiederverheiratete Geschiedene, das Recht auf Sakramente und das Konradsblatt

Vor mir liegt das allerneueste Konradsblatt und auf dem Titelblatt steht
Grundrecht auf Sakramente
Kirchenrechtler XY über die Handreichung......
Ich blättere innen drin und da steht die gleiche Überschrift, also wieder "Grundrecht auf Sakramente" als Aussage und nicht als Frage, dazu ein 2seitiger Artikel, dessen Highlight die Feststellung ist, wenn die 2te Ehe bewusst gegen Gott geschlossen wird, dann nix Sakramente, wenn man aber seinen Weg mit Gott gehen will, dann habe man nicht nur einen Anspruch auf die Barmherzigkeit, sondern besäße  das Grundrecht auf die Sakramente.
Im Prinzip fußt die ganze Argumentation auf dem Satz Rahners (einer seiner kürzeren), dass man schon ein Genie sein müsse, um eine Todsünde zu begehen. 
Das ist nicht irgendso eine Tusnelda Suppengrün, Landpomeranze, bisschen doof,  die es zur PGR Vorsitzenden (weil es sonst hat keiner machen wollen) gebracht hat, sondern ein Kirchenrechtler, also ein Vollbluttheologe, der solcherlei Unfug verkündet.

Man kann den ganzen Artikel hier lesen und der von mir betrachtete Satz findet sich im letzten Drittel.
Gut, es gibt Grundrechte und die kann ich sogar einklagen.
Obwohl, wenn wir die neuesten Entwicklungen in Belgien und Australien begugge, so scheint das Grundrecht auf Leben zu mutieren in ein Grundrecht sich umbringen zu lassen und in absehbarer Zeit wird dann wohl daraus die Pflicht sich umbringen zu lassen, alles was mir dazu einfällt ist zynisch und einfach wütend.
Hegel halt mal wieder: aus der Geschichte lernt man nur, dass man aus der Geschichte nix lernt!
Aber bislang ist dennoch klar, dass es Grundrechte gibt und wenn mir die genommen werden, so kann ich dagegen klagen und wenn ich nicht klagen kann, so finden sich andere, die das für mich tun.
Nur man kann es drehen und wenden wie man will, und das steht schon im AT, wer will denn gegen Gott klagen?  
Sagt denn der Ton zum Töpfer "du hast kein Geschick?!" steht bei Jesaja 45,9. und im Römerbrief heißt es Wer bist du denn, dass du als Mensch mit Gott rechten willst? hier hätten wir eine ganze Sammlung ähnlicher Bibelstellen
Und so wären wir beim Thema:   was ist den eigentlich Barmherzigkeit?
Barmherzigkeit ist doch, wenn mir was gewährt wird, auf das ich eigentlich kein Recht habe, mir sogar das Recht darauf selber verspielt habe.
Klassisches Beispiel: der verlorene Sohn, der obwohl er sein Erbe schon durchgebracht hat, wieder in sein Erbe eingesetzt wird.
Barmherzigkeit ist noch mehr wie Gnade, die man bekanntlich vor Recht ergehen lassen kann.
Gnade ist laut Duden die Gunst eines hochstehenden, einem sozial niedrigstehenden gegenüber. Also eine zugesteckte Tafel Schokolade, ein mildes Urteil z.B., wobei Gnade und Barmherzigkeit schon ineinander über gehen.
Jedoch beiden ist eigen, dass man da kein Recht drauf hat.
Wie kann dann der Kirchenrechtler behaupten, irgendjemand habe einen Anspruch auf die Barmherzigkeit, der Kirche bzw. Gottes?
Drehen wir die Sache mal andersherum. Wenn ich einem ganz konkreten Fall Barmherzigkeit fordere, dann anerkenne ich doch, dass ich was will, was mir eigentlich nicht zusteht, oder?

Gut, und genau da behauptet der Herr Kirchenrechtler in der Folge des Satzes, man habe, sofern man nicht absolut ohne, bzw. gegen Gott, leben wolle, ein Recht auf die Sakramente, sogar ein Grundrecht.
Also wat denn nu? Wenn ich Barmherzigkeit brauche, dann habe ich kein Recht dazu, wenn ich aber ein Recht darauf habe, dann  ist das mit der Barmherzigkeit zynisch, das ist wie wenn mein Chef sagt "Ich haben Ihnen aus reiner Gnade und  Barmherzigkeit ihr Gehalt überweisen lassen, bitte schließen Sie mich zum Danke  nur ihn ihr Nachtgebet ein."
Man beachte auch, da steht Gott, nicht Christus!
Man könnte jetzt ganz lapidar feststellen, dass Gott selber sich nicht an die Vorstellungen des Herrn Kirchenrechtlers hält, es gibt die Sakramente erst seit dem Jahr 33 (ich weiß, dass man da drüber streiten kann) und somit hatten bis dahin alle, die ihr Leben mit Gott leben wollten, überhaupt keine Möglichkeit von ihrem Grundrecht irgendwas auch nur zu wissen, das gleiche gilt in den Zeiten nach Christus für all die, zu denen der Glaube noch nicht gekommen war, und für alle, die zwar glauben, aber nicht katholisch sind und für die, die zwar katholisch glauben, aber wo weit und breit kein Priester ist.
Das mit dem Grundrecht auf die Sakramente ist einfach Schwachsinn, insbesondere, da es ja gegenüber Gott und nicht gegenüber Menschen gelten soll, weil Gott ja der Spender der Sakramente ist, die Kirche nur der Verwalter.

Die Sache ist die, dass der Gläubige gegenüber der Kirche, laut Redemptoris sacramentum, ein Recht darauf hat, dass die Eucharistie ordentlich gefeiert wird, etwas, nach dem sich der  Gläubige (ich) schwer sehnt und wo er (also ich ), immer wieder denkt:  "ich sollte nach Freiburg schreiben" und naja führt zu weit.

Aber prinzipiell habe ich kein Recht auf welches Sakrament auch immer, Sakramente entspringen aus der Seitenwunde  Christi am Kreuz, sind Frucht der Erlösungstat Christi und darauf, nämlich erlöst zu werden habe ich kein Recht, das entspringt der Barmherzigkeit Gottes.
Sowas sollte ein studierter Theologe,  auch wenn er als Kirchenrechtler, halt das Ganze von der Warte veränderbarer Vorschriften her sieht,  schon wissen!

3 Kommentare:

  1. Das ganze Konzept mit den Rechten (in deren Mittelpunkt das "Ich" steht) ist das genau Gegenteil vom Ansatz der Liebe (in dessen Mittelpunkt das "Du" steht).

    Das Ich kommt beim Christen eigentlich nur vor als Antwort auf die Frage, wer den Willen Gottes tun soll.
    (Da wäre der ausgestreckte Zeigefinger des "du, du, du" fehlt am Platz.)

    Die Forderung nach Barmherzigkeit kann also nur jeder als Mahnung an sich selbst richten (wer müsste sich nicht daran erinnern, mit anderen barmherzig zu sein), nicht der Sünder an seinen Richter -- da hilft nur Umkehr.

    Aber bring das mal einem Kirchenrechtler (oder sonst einen, der auf seine schlauen Überlegungen stolz ist) bei. Deshalb - wenn wir nicht werden wie die Kinder ...

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  2. Ich finde es erstaunlich wie viele Menschen überhaupt kein Problem damit haben, sich über Gottes Wort hinweg zu setzen, vor allem dann, wenn sie dazu noch "studierte Christen" sind.
    Es geht nicht darum, wer auf was Rechte hat, denn wie schon Friedlon angemerkt hat: Wir haben gegenüber Gott kein Recht. Oder wie sie bereits geschrieben haben: Der Ton kann seinem Töpfer auch nichts sagen. Dieser Trend, dass alles nur um das eigene Ich dreht, das eigene Glücksgefühl, die eigene Freude ist eigentlich Humanismus. Und nein, für mich ist Humanismus nichts Gutes. Der Name klingt vielleicht schön, aber er ist kein gleichwertiger Ersatz zum Evangelium und zum christlichen Glauben. Das Lebensziel eines Christen ist es für den Herrn zu leben und nicht in diesem Leben mit eigenen Mitteln sein eigenes Glück zu schaffen. Das Gott uns segnet, uns genügend gibt etc. dass sind unverdiente Segnungen obendrauf.
    Aber zum Thema zurück: WIE kommt ein Kirchenrechtler (wie auch andere bekennende Christen) darauf, dass Gott Wiederheirat gestattet, dass Gott Sünde im Allgemeinen für gut hält. Er tut es nicht. Wie will jemand Buße über seine Sünde tun, wenn er gar nicht anerkennt, dass sein Verhalten gegenüber Gott Sünde ist? Wie will jemand so an der Kommunion teilnehmen, wenn Gottes Wort sagt:" Ein jeder prüfe sich selbst" und "Wer UNWÜRDIG davon nimmt der isst und trinkt sich selbst ins Gericht". Ich bezweifle nicht, dass Gott diese Menschen verworfen hat, Gott ist sehr besorgt um diese und vor allem daran, dass sie umkehren. Gottes Wort sagt, dass der Herr keinen gefallen daran hat, wenn Menschen verloren gehen, aber es lässt auch keinen Zweifel dass man bei bestimmten Sünden nicht in den Himmel kommen wird ( "Aber die Feiglinge und Treulosen, die Befleckten, die Mörder und Unzüchtigen, die Zauberer, Götzendiener und alle Lügner - ihr Los wird der See von brennendem Schwefel sein. Dies ist der zweite Tod. " Offenb.21:8) es sei denn sie sagen sich von ihrer Sünde los, tun Buße darüber, kehren um und bleiben auf Gottes Seite - der verlorene Sohn ist ja auch nicht zum Schweinetrog zurückgegangen.
    Nur: Wir stehen wieder vor dem alten Problem: Heute wird nicht mehr Gott erhoben, sondern die eigenen Götzen. Das Ich, das eigene Glück, die eigenen guten Gefühle.
    Selbst wenn der Vatikan irgend wann mal sagen würde: Wir erlauben die Kommunion den in 2. Ehe lebenden (wenn der 1. Ehepartner noch lebt) - und ich hoffe, dieser Tag wird nie kommen - Gottes Wort bleibt bestehen, und Sein Urteil bleibt fest, egal wie viele Menschen sich noch darüber hinwegsetzen.

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  3. Danke dafür.
    Ich geh immer Samstags abends in eine Messe wo beide Lesungen gelesen werden, heute war die erste Lesung aus dem Buch der Makkabäer, die Geschichte der 7 Söhne und der Mutter, die allesamt grausamst gefoltert werden und alle sagen Lesung aus dem zweiten Buch der Makkabäer

    In jenen Tagen

    1geschah es, dass man sieben Brüder mit ihrer Mutter festnahm. Der König wollte sie zwingen, entgegen dem göttlichen Gesetz Schweinefleisch zu essen, und ließ sie darum mit Geißeln und Riemen peitschen.

    2Einer von ihnen ergriff für die andern das Wort und sagte: Was willst du uns fragen und von uns wissen? Eher sterben wir, als dass wir die Gesetze unserer Väter übertreten.

    7aAls der erste der Brüder auf diese Weise gestorben war, führten sie den zweiten zur Folterung.

    9Als er in den letzten Zügen lag, sagte er: Du Unmensch! Du nimmst uns dieses Leben; aber der König der Welt wird uns zu einem neuen, ewigen Leben auferwecken, weil wir für seine Gesetze gestorben sind.

    10Nach ihm folterten sie den dritten. Als sie seine Zunge forderten, streckte er sie sofort heraus und hielt mutig die Hände hin.

    11Dabei sagte er gefasst: Vom Himmel habe ich sie bekommen, und wegen seiner Gesetze achte ich nicht auf sie. Von ihm hoffe ich sie wiederzuerlangen.

    12Sogar der König und seine Leute staunten über den Mut des jungen Mannes, dem die Schmerzen nichts bedeuteten.

    13Als er tot war, quälten und misshandelten sie den vierten genauso.

    14Dieser sagte, als er dem Ende nahe war: Gott hat uns die Hoffnung gegeben, dass er uns wieder auferweckt. Darauf warten wir gern, wenn wir von Menschenhand sterben. Für dich aber gibt es keine Auferstehung zum Leben.

    Ich weiß ja wie es weitergeht, und es kann ja jeder in seiner Bibel nachlesen, wie brutal das alles ist.
    Ich habe mir dann vorgestellt, wie einer von denen, die behaupten man könnte nicht alleine bleiben, vor den Märtyrern steht und erklärt dass es zu brutal gewesen wäre halt alleine zu bleiben.
    Es geht nicht darum Leute die in irregulären Situationen stecken zu verachten, das ist mir fern (und ich kenne auch die Häme der Frommen die auf andere herabguggen, also die Frau Bankdirektorsgattin gut katholisch, die selber ne Bügelfrau und drei Putzfrauen beschäftigt und die Klamotten des Kindes nach einmal tragen, wegwirft, die sich drüber mokiert dass. das Kind der Arbeiterfamilie, neben ihr in der Kirche einen runterhängenden Saum am Mantel hat.)
    Es geht aber darum den Leuten zu helfen in den Himmel zu kommen und dazu muss man, genauso wie die oben karikierte Baknkdirektorsgattin, erkennen das man sich verrannt hat. Und es ist halt eben das Wesen der Sünde dass sie blind macht. Genau das wusste man früher und hat deswegen immer auf die regeln hingewiesen, oft wohl lieblos und hochnäsig und arrogant, das schon.
    Jedoch tut man den Menschen keinen Gefallen wenn man ihnen versichert dass das alles nicht schlimm und keine Sünde sei.
    Ich finde immer, man versucht zu früh zu trösten, das eine ist auf die Barmherzigkeit Gottes zu verweisen, wenn der Mensch zerknirscht ist, das ist was Großes!
    Aber ich höre immer wieder Predigten wo die Barmherzigkeit Gottes gepriesen wird und gleichzeitig erklärt wird, dass man die ja gar nicht braucht, weil man ja selber, obwohl objektiv in einer irregulären Situation, ja so ein guter Mensch ist.

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