Sonntag, 8. Dezember 2013

Gregorianik zum 2ten Adventssonntag

via katholisches.info haben wir von der Initiative Sandro Magisters erfahren, an jedem Adventssonntag, sowie an Weihnachten und  Epiphanie den gesungenen Introitus,  der außerordentlichen Form, online zu stellen.

Ohne auf den ganzen Kram mit den Riten und der Liturgiekonstitution einzugehen, jetzt einfach erst mal der Introtitus, wo  man nur sagen kann:
Anhören und sich freuen:



Und hier der Text:

 Populus Sion, ecce,
Dominus veniet
ad salvandas gentes;
et auditam faciet
Dominus gloriam vocis suæ
in lætitia cordis vestri.
Qui regis Israel, intende
qui deducis velut ovem Ioseph.


die Übersetzung ins Deutsche lautet:

 Volk von Sion, siehe,
der Herr wird kommen,
die Heiden zu erlösen;
und der Herr wird hören lassen
Sein majestätisches Wort
zur Freude eures Herzens.
Vers: Hab acht, Du Hirte Israels,
der Du gleich einem Schäflein Joseph weidest.

Interessant finde ich die Herkunft des Textes, handelt es sich beim ersten Teil um eine Zusammenfassung bzw Interpretation von Jesaja 30, 19-30.
Es heißt überall, der Text sie einfach Jesaja 30, 19.30. (auch in der ordentlichen Form, wo der Introitus nicht geändert wurde).
Aber das stimmt so einfach  nicht, der Jesaja Text lautet:

19Ja, du Volk auf dem Berg Zion, /das in Jerusalem wohnt, / du brauchst jetzt nicht mehr zu weinen. Der Herr ist dir gnädig, wenn du um Hilfe schreist; / er wird dir antworten, sobald er dich hört.
20Auch wenn dir der Herr bisher nur wenig Brot und nicht genug Wasser gab, /so wird er, dein Lehrer, sich nicht mehr verbergen. Deine Augen werden deinen Lehrer sehen, /
21deine Ohren werden es hören, wenn er dir nachruft: Hier ist der Weg, auf ihm müsst ihr gehen, /
auch wenn ihr selbst rechts oder links gehen wolltet. 22Dann wirst du deine Götzen aus Silber /und deine Götterbilder aus Gold entweihen. Wie Abfall wirfst du sie weg und sagst: / Hinaus mit euch!
23Dann spendet er Regen für die Saat, /die du auf den Acker gesät hast. Das Korn, das auf dem Acker heranreift, / wird üppig und fett sein. / Auf weiten Wiesen weidet dein Vieh an jenem Tag.
24Die Rinder und Esel, die dir bei der Feldarbeit helfen, /bekommen würziges Futter zu fressen, / das man mit Schaufel und Gabel gemischt hat.
25Auf allen hohen Bergen und stattlichen Hügeln /gibt es Bäche voll Wasser am Tag des großen Mordens, / wenn die Türme einstürzen.
26Zu der Zeit, wenn der Herr die Leiden seines Volkes heilt und seine Wunden verbindet, wird das Licht des Mondes so hell sein wie das Licht der Sonne und das Licht der Sonne wird siebenmal so stark sein wie das Licht von sieben Tagen.
27Seht her, der Herr [sein Name] kommt aus der Ferne. /Sein Zorn ist entflammt, / gewaltig drohend, zieht er heran. Seine Lippen sind voll grollendem Zorn, / seine Zunge ist wie ein verzehrendes Feuer,
28sein Atem wie ein reißender Bach, /der bis an den Hals reicht. Er spannt die Völker ins Joch / und legt den Nationen den Zaum an, / um sie in die Irre und ins Unheil zu führen.
29Dann singt ihr Lieder wie in der Nacht, /in der man sich heiligt für das Fest. Ihr freut euch von Herzen / wie die Pilger, die unter dem Klang ihrer Flöten / zum Berg des Herrn, zu Israels Felsen, hinaufziehen.
30Der Herr lässt seine mächtige Stimme erschallen /und man sieht, wie sein Arm herabzuckt mit zornigem Grollen und verzehrendem Feuer, / mit Sturm, Gewitter und Hagel.

Auf jeden Fall lautet der Vers in der ordentlichen Form knapp und kurz (man sieht hier sehr gut, dass nicht alles moderne schlecht ist):

Der Herr wird kommen, um die Welt zu erlösen.
Volk Gottes, mach dich bereit.
Höre auf ihn, und dein Herz wird sich freuen.

Der Vers, ist die 2te Zeile des 80. Psalm und heißt in der Einheitsübersetzung
Du Hirte Israels, höre,  der du Josef weidest wie eine Herde! Der du auf den Kerubim thronst, erscheine 

ja und so können wir uns dem Introitus wirklich anschließen, haben die aktuellen Zeiten doch was an sich, was einem fast zwangsläufig an den letzten Abschnitt  der Johannes Apokalypse  denken lässt, der da lautet:

 Der Geist und die Braut aber sagen: Komm! Wer hört, der rufe: Komm! Wer durstig ist, der komme. Wer will, empfange umsonst das Wasser des Lebens.
18Ich bezeuge jedem, der die prophetischen Worte dieses Buches hört: Wer etwas hinzufügt, dem wird Gott die Plagen zufügen, von denen in diesem Buch geschrieben steht.
19 Und wer etwas wegnimmt von den prophetischen Worten dieses Buches, dem wird Gott seinen Anteil am Baum des Lebens und an der heiligen Stadt wegnehmen, von denen in diesem Buch geschrieben steht.
20Er, der dies bezeugt, spricht: Ja, ich komme bald. - Amen. Komm, Herr Jesus!
21Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!

Ja es ist Advent. Marana Tha!

5 Kommentare:

  1. Der Introitus ist kein Sondergut lediglich der außerordentlichen Form. Den hast du im lateinischen Hochamt der ordentlichen auch.

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  2. Danke für die Info, wusste das nicht.
    Bei uns fällt der Eingangsvers meist zugunsten einer Kurzpredigt (die dann auch gleich das Schuldbekenntnis ersetzt) weg.
    Gesungen habe ich den bei einer normalen Messe noch nie gehört.
    Auf jeden Fall ist er schön, der gesungene Introitus.

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    1. Das gab's heute bei uns in der Theatinerkirche auch. Und die feiern nicht im alten Ritus, sondern den neuen Ritus auf Latein.
      Und das ist wunderschön. Nicht nur vom Gesang her, sondern die Scola zieht auch immer mit ein, alle tragen Chormäntel. Sie ziehen dann hinter eine Wand im Chorraum, von wo aus sie den Rest der Messe singen. Unbedingt mal hingehen, das ist wirklich wunderschön und ganz prächtig!

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    2. Dito. Das lateinische Hochamt mit gregorianischem Choral in der ordentlichen Form ist mir von allen Messen am liebsten.

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    3. Ich muss sagen, als wir unseren alten Pfarrer R.I.P. hatten, waren mir Diskussionen um Riten, Formen und so, völlig unverständlich.
      Er hat einfach Messe gehalten und selber geglaubt und das hat man gemerkt.
      Er hat Gottesdienst (im Wortsinn) gefeiert und wenn das geschieht, dann ist es gut, egal in welcher Form.
      Seit er aber nicht mehr Pfarrer ist, versteh ich plötzlich warum es Tradis gibt.
      Weil, lateinisches Hochamt in der ordentlichen Form, sowas gibt es bei uns (leider) nicht mehr, und ein ordentliches deutsches Hochamt in der ordentlichen Form auch nicht.
      Wobei mir schon ein ganz normaler Gottesdienst ohne Sperenzien und ohne dusselige Predigt schon reichen würde (man wird ja bescheiden!).

      Um sowas zu haben müssen wir aber mindestens ne halbe Stunde Autobahn fahren.
      Und das ist vielleicht das eigentlich Drama, dass die Pfarrer so sehr meinen,. was bringen zu müssen, dass sie selber sich total überfordern und es dann doch kein Gottesdienst ist, sondern halt sowas was keinem richtig gefällt.


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