Freitag, 20. Dezember 2013

Päpstliche Tweets, ein Vergleich und ohne Worte

Letztes Jahr um diese Zeit twitterte Papst Benedikt:




(draufklicken, dann kann man es besser lesen)


Dieses Jahr twittert Papst Franziskus
  2h
Versuchen wir, Weihnachten im wahren Geist des Evangeliums zu leben, indem wir Jesus in die Mitte unseres Lebens stellen.


Bitten wir Gott um die Gnade, eine Welt zu erleben, in der niemand mehr an Hunger sterben muss.

Zum letzteren ist zu sagen, wie war das noch mit den Steinen die Jesus in Brot verwandeln sollte?

Es ist ja nicht verkehrt, was Papst Franziskus so vor sich hintwittert, aber die alten, frommen Arbeiter- und Nebenerwerbsbauersfrauen meiner Kindheit, hatten da mehr Tiefgang!

Up-date:  weil mittlerweile die Kommentare sich nur noch um Zahlen und Multiplikationsfaktoren drehen- als Beweis für die Qualität des aktuellen Pontifikates - mal ein historisches Foto von der Piazza di Spagna am 8.12.1954- zur Freude für alle Zahlenfetischisten- und mystiker
 
hier klicken und sich erstaunt die Augen reiben                      




Kommentare:

  1. Kirchenfreund20.12.13, 16:08

    Ja, und hier sieht man deutlich, die "vielen Blätter Papier", das eben doch zwischen Benedikt und Franziskus passen:
    Benedikt spricht immer von Christus, dem Gott
    Franziskus spricht von Jesus dem Menschen ...
    d.h. Franziskus sieht nur die materielle Welt, Benedikt darüber hinaus.

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  2. Selbst als besagter Jesus auf Erden wandelte hatten Menschen Hunger und es ist wohl sehr wahrscheinlich, dass in den 33 Jahren seines Lebens auch Menschen an Hunger sterben mussten. Darüber würde ich mal gerne eine Tweet lesen.

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    1. Wenn Du mit Verstand nicht mehr weiterkommst, kannst Du immer noch mit dem Herzen weiterglauben. So ähnlich hat es Franziskus vor einigen Monaten in den "Perlen" verkündet.
      "Der Herr befreie uns von der Versuchung des ‚gesunden Menschenverstandes’, ... "
      Aber wer soll diesen Weg Franziskus' mitgehen?

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  3. Ihr Lieben,

    gerne habe ich bislang Euren Blog gelesen, offenbar profunde Kenntnisse aus dem Innenleben des Vatikans machten diesen Blog zu etwas Besonderen. Die andauernden Sticheleien gegen den neuen Papst machen es mir aber langsam schwer, einfach darüber hinweg zu sehen, dass man auch mal einen Beitrag liest, mit dem man nicht einverstanden ist, bei grundsätzlicher Einigkeit über die Zielrichtung.

    Der obige Beitrag ist für mich ein echter Tiefpunkt: Sich die Mühe zu machen, einen alten Tweet Benedikt XVI. auszugraben um ihn mit dem von Papst Franziskus zu vergleichen, hinterlässt schon für sich einen schalen Beigeschmack. Papst Franziskus mit seinem Gebet gegen den Hunger in der Welt, der in der Tat nicht notwendig sondern zu heilen ist, in die Nähe des Versuchers zu rücken, schlägt dem Fass aber den Boden aus.

    Und das er in der Tat "einfacher" formuliert, als das Papst Benedikt XVI. getan hat, dessen geschliffene und tiefen Formulierungen ich ebenfalls vermisse, ist erstens weder neu noch überraschend, zweitens aber Teil seiner Art der Evangelisierung. Denn wenn wir ehrlich sind, welcher einfache Gläubige, welcher dem Glauben vielleicht sogar fernstehende, kann Sätze wie "Wir haben die Wahrheit nicht, aber sie hat uns" verinnerlichen? Prägnant aber nicht selbsterklärend. Die Formulierung des "vor sich hin twitterns" und der Verweis auf die "Arbeiter- und Nebenerwerbsbauersfrauen" die mehr Tiefgang hätten, vervollständigen den beleidigenden Charakter des Beitrags.

    Papst Franziskus schreibt Twitter-Nachrichten, die auch an die gerichtet sind, die (noch) nicht glauben, an Menschen, die mit den unwidersprochen richtigen und fast poetisch schönen Aussagen von Papst Franziskus aufgrund ihres eigenen Glaubensstandes vielleicht nichts anfangen können, die man in der Tat zunächst mal abholen muss, wo sie stehen um sie zum Glauben und in den Himmel zu führen.

    Ich erwarte nicht, dass Ihr meinen Kommentar unwidersprochen gut heißt, aber ich hoffe, dass Ihr den Papst auch mal aus dieser Warte betrachten könnt. Das Ziel, die frohe Botschaft zu verkündigen, eint uns, Papst em. Benedikt und Papst Franziskus, das Beiboot Petri und den Papsttreuen, - wenn unser Dialog von Wohlwollen bestimmt ist, wird es uns da nicht leichter fallen, das auch in anziehender Art zu tun?

    Herzliche Grüße an das Beiboot Petri und Gottes Segen für das ganze Team!

    Der Papsttreue

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    1. Lieber Papsttreuer
      ich weiß nicht, ich höre das mit dem "abholen" seit ich denken kann, also seit knapp einem halben Jahrhundert.
      Und da müsste selbst eine Institution für die gilt "si pensiamo in saeculi" mal ins Nachdenken kommen.

      Ich gestehe es, weil es mich fast zerreißt, ich kann mit Papst Franziskus gar nix anfangen, der Mann regt mich einfach nur noch auf.

      In der Exhoration finden sich wundervolle Sätze , deren Bedeutung er
      im nachfolgenden Abschnitt wieder aufhebt.

      Und nochwas, als Mensch der für deutsche Verhältnisse wirklich arm ist, der sich all das was heutzutage normal ist, schon seit Jahren nicht mehr leisten kann, so Sachen, wie in Urlaub fahren, und mal Pizza essen gehen, oder auch nur über den Weihnachtsmarkt schlendern und einkaufen, was einem vor's Portemonaie kommt (und das seit ich denken kann, lange Geschichte) kann ich nur sagen, ich habe immer Trost drin gefunden, was die Kirche über die Armen sagt, aber wenn Papst Franziskus den Mund über dieses Thema aufmacht, könnte ich grad schreiend davon laufen.
      Ich fühle mich, von ihm würdelos gemacht, als Objekt des Guttuens Besitzender behandelt.
      Im übrigen kann von mir aus, ein Papst grad sagen was er will,. solange es nicht lehramtlich ist und da haben wir ja von Papst Franziskus noch nichts gehört und müssen ja gar nicht streiten.
      Aber der Papst ist doch Garant der Sakramente, in Redemptoris Sacramentum, wird festgestellt, dass die Euacharistie nur dann gültig ist, wenn sie in Einheit mit dem Papst gefeiert wird. Und an der Eucharistie hängen alle anderen Sakramente.

      Und genau das scheint mir unsere aktueller Papst nicht zu verstehen.
      Wenn er Messe feiert guggt er nur noch gelangweilt.

      Herr im Himmel, wir haben doch bei JPII und bei Benedikt gelernt, dass die Eucharistie das Wesentliche überhaupt ist.

      Ich weiß noch wie es mich ergriffen hat, als Kardinal Ratzinger beim Requiem für JPII beim Agnus Dei die gewandelte Hostie erhob und alle da waren alle Regierungen , alle Religionen und er sagte "Seht das Lamm Gottes, es nimmt hinweg die Sünde der Welt"
      Mir war das so, als würde ich begreifen, warum die Liturgiereform mit all ihren Leiden, die sie hervorgerufen hat, hat sein müssen. Nämlcih für diesen Augenblick! Damit der Kardinal allen zeigen kann um was es geht.

      Und das seh ich bei Papst Franziskus nicht. Da ist nix spirituelles, nix sakramentales, nix metaphysisches, nur reines innerweltliches, "seid nett" und ja Brot für die Welt, ach gottele die Armen!
      Herr im Himmel er verwechselt meines Erachtens zivilisationstragende Eigenschaften mit göttlichen Tugenden.

      Wenn das das Ziel christlicher Existenz und der alleinige Daseinszweck der Kirche ist, soziale Gerechtigkeit und Grundsicherung für alle, (das ist erstmal nix schlechtes, oder verkehrtes, damit man mich nicht verkehrt versteht!) dann ist Gott ein bösartiger Typ, dass er seinen Sohn dafür hat so brutal leiden lassen!
      Er hätte dann doch einfach einen Engel schicken könne, der ein bisschen Unterricht in all dem was unsere Wohlstandzivilisation ausmacht, hätte geben können.

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    2. Ich kann Ihre Einwände verstehen- empfinde aber das, was Sie als das " Abholen der noch nicht Glaubenden" verstehen- als ein Stehenlassen. Ihnen werden ganz einfache, oftmals banale Sätze angeboten- was vielleicht gut und richtig ist, die dann in mancherlei Variationen schlagwortartig immer wieder wiederholt werden, nur kommt dann keine weitere Vertiefung, kein Weiterhineinführen, keine Katechese. Man könnte natürlich sagen. all das wäre dann die Aufgabe der heimischen Seelsorger.
      Außerdem warten auch viele Nichtanfänger, viele bereits lange Glaubende auf geistliche Nahrung von ihrem Oberhirten, die über das hinausgeht, was sie aus den Heimatgemeinden kennen.
      Und die immer wieder ausgesprochene doch sehr schlichte Gleichsetzung der wirtschaftlichen Lage in Europa mit der in Südamerika kann nicht unwidersprochen bleiben und ist auch nicht hilfreich, weil sie an der Realität vorbeigeht, allerdings zur Mediensensation gereichenden Applaus bei Frau Wagenknecht und Herrn Lafontaine hervorruft, die eben auch nur den einen Teil der Botschaft wahrnehmen (wollen).
      Die Gläubigen da abholen, wo sie stehen- klingt in meinen Ohren nach Stuhlkreis und Soziologenslang, wo mit vielen Worten nichts gesagt wird. Und wenn man sich denn dazu versteht, das tun zu wollen- die Menschen da abzuholen, wo sie stehen, müßte man doch zuerst wissen, wo das ist. Und das kann der Pontifex nicht wissen, weil er sie nicht kennt. Er kann es nur vermuten - und dabei kann er richtig oder falsch liegen. Im letzteren Fall würde die Ansprache ins Leere gehen.
      Vielleicht wäre es tatsächlich besser klipp und klar zu sagen: ja -mir fehlt die kristallklare, präzise Sprache Papst Benedikts, mich ärgern die vielen Ungenauigkeiten, schiefen Bilder, Widersprüche in Papst Franziskus vielen Verlautbarungen. Das stößt dann aber wieder andere vor den Kopf. zu all dem zu schweigen, ist aber auch keine Lösung.

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  4. Ich kann den Vergleich schon nachvollziehen - auch mir fällt es schwer, den Hl. Vater vor meinem forum internum nicht immer wieder einer gewissen Oberflächlichkeit zu zeihen.

    "Die Welt liebt ihn" lass ich vor kurzem auf dem Titel der "ZEIT" und mir fuhr das ganz unangenehm in die Magengegend. Das Kind in der Krippe, auf dessen Ankunft wir uns vorbereiten, wurde von der Welt nicht geliebt - kurz nach Weihnachten schon feiern wir deshalb das Fest der unschuldigen Kinder.

    Ich sehe es so: auch dieser Papst wird es nicht verhindern können, dass er den Weg aller Päpste geht: die Welt wird ihn irgendwann nicht mehr lieben. Wollte er das vermeiden wollen, müsste er die Kirche, die auf ihm steht, abschaffen. Und das wird er nicht tun.

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  5. Das Problem ist, dass es ihm immer wieder gelingt, die Treuesten vor den Kopf zu stoßen. Wenn man sich im Netz umschaut - gerade auch auf den englischsprachigen Websites, sieht man, dass doch viele Priester ziemlich gekränkt reagieren, ob des harschen Umgangstons, den Papst Franziskus in manchen seiner "Perlen" gerade mit den Priestern pflegt. Wie er mit den Konservativen, Rosenkranzbetern, Menschen, die sich an schönen Messen einfach nur freuen, umgeht, das ist schon manchmal wirklich beleidigend. Er kennt diese Menschen doch gar nicht - warum dann diese abwertende Haltung ihnen gegenüber. Ich kann das nicht verstehen. Ist es wirklich Aufgabe des Papstes, Menschen, die ihm - aus welchen Gründen auch immer - nicht in den Kram passen, so niederzumachen?
    Ich erinnere hier mal an an das Repubblica-Interview, das ja inzwischen schon nicht mehr existent ist. Die Beleidigungen der Kurie gegenüber, die ja eine Beleidigung der Kirche war. Papst Franziskus ist aber nun mal das Oberhaupt der Kirche. An einem der darauffolgenden Sonntage hörte ich dann in der Kirche eine Predigt, die genau das Lepra-Thema aufgriff und noch mal ordentlich draufsattelte und zum Schluss eine üble Beschimpfung der Kirche wurde. Und wir erinnern uns, wie dann Kardinal Marx in einem Zeit-Interview kurze Zeit später den Vatikan als "verfettet" bezeichnete. Kann es die Aufgabe eines Papstes sein, die Kirche, die Braut Christi derart übel zu beleidigen ... Ich versteh's nicht. Und dass die falschen jubeln, wissen wir ja nicht erst seit ein paar Tagen.

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  6. @Cinderella: mir scheint hier ein grundsätzlicher Dissens vozuliegen. Die einen sagen, die Kirche muss missionarisch sein. Das sind die, die den Kurs des Papstes und auch seinen "Sprech" sehr begrüßen. Weil dieser in der Tat diejenigen erreicht, die durch die klassische "klare und stringente" Kirchen- und Theologensprache mangels kirchlicher Sozialisation gar nicht mehr zu erreichen sind. Und daß Franziskus (ob dies einem gefällt oder nicht, steht auf einem anderen Blatt) damit "Erfolg" hat, ist unübersehbar. Z.B. an der Renaissance des Bußsakraments. Die Beichstühle sind allerorten wieder viel voller als in der Vergangenheit.
    Auf der anderen Seite sind die, welche primär Wert darauf legen, daß die "Treuen" nicht verprellt werden. Oder mit F.J. Strauß selig gesagt: "Stammkundschaft geht vor Laufkundschaft". Das scheint mir die Ausrichtung in diesem Blog zu sein. Ist auch in Ordnung. Nur muss man sehen, dass man mit dieser Option nicht "an die Ränder" gelangt, sprich: missionarisch ist man damit nicht. Die Missionsgeschichte zeigt, daß "erfolgreiche" Mission immer durch "Inkulturation" vonstatten gegangen ist, und das ist nicht die dogmatisch reine, rationale Sprache des Katechismus, sondern tatsächlich ein "Abholen" der Leute, wo sie zunächst einmal stehen.

    Franziskus steht offensichtlich für "Laufkundschaft geht vor Stammkundschaft". Warten wir einfach einmal ab, welches Konzept für die Kirche in dieser Zeit das Richtigere ist.

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    1. Raymond, es ist ja superschön, endlich mal jemanden kennenzulernen, der die Leute vor den Beichtstühlen selbst gezählt hat, so dass wir nicht mehr davon ausgehen müssen, dass die Geschichte mit den Beichtstühlen genauso war ist, wie die Geschichte mit dem "als Weihnachtsbaum verkleideten Papst Benedikt" und "den brillantgeschmückten Petersdom in früheren Adventszeiten." (s.letzten Zeit-Online Artikel, ich verlinke ihn nicht, denn wir sind ja hier nicht für den Grusel zuständig). Nachdem hier in München auch in früheren Zeiten schon die Schlangen an den Beichtstühlen standen, kann ich selbst den Unterschied nicht erkennen, dass die Schlagen vor den Beichtstühlen jetzt länger geworden sind.
      Nachdem es in diesem Jahr mit den Kirchenaustritten nicht besser ist (gerade in D), scheint das also mit dem "mitnehmen von den Rändern und der Laufkundschaft" noch nicht so ganz aufzugehen. Wir werden also sehen, ob das Mitnehmen langfristig gelingt. Und kommen sie mir jetzt nicht mit "Limburg". Desweiteren gibt es ja gerade in Deutschland auch einen extremen Rückgang an Spenden. Und auch hier ist nicht Limburg schuld. Denn Limburg hätte mich mit Sicherheit nicht vom Spenden abgehalten.
      Interessant finde ich außerdem, dass Sie es für nötig halten, dass die Kirche gute PR braucht. Tatsächlich? Ist Gottes Wort nicht so wunderbar und seine Wahrheit nicht wunderschön, dass man das nicht einfach verkündigen kann?
      Ich will das jetzt nicht zu weit ausführen, denn ich freue mich immer noch daran, in die Kirche Gottes eingetreten zu sein, und nicht in einen NGO-ähnlichen Sozialverein, der von den Damen und Herren aus dem linken Parteienspektrum kräftig beklatscht wird. Lassen Sie mich deshalb mit den Worten schließen, die Papst Benedikt der Kurie letztes Jahr zu Weihnachten mit auf den Weg kam - besser kann ich es sowieso nicht:
      "„Kommt und seht!“ Dieses Wort, das Jesus zu den beiden suchenden Jüngern sagt, sagt er auch zu den suchenden Menschen von heute. Am Ende des Jahres wollen wir den Herrn darum bitten, daß die Kirche trotz all ihrer Armseligkeiten immer mehr als seine Wohnstatt erkennbar wird. Wir bitten ihn, daß er auch uns im Hingehen zu seinem Haus immer mehr sehend macht; daß wir immer besser, immer überzeugender sagen können: Wir haben den gefunden, auf den alle Welt wartet, Jesus Christus, wahrer Sohn Gottes und wahrer Mensch. In diesem Sinn wünsche ich Ihnen allen von Herzen gesegnete Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr."

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    2. Renaissance an den Beichtstühlen? Das wohl doch nur- wenn überhaupt- an ausgewählten Standorten. Und das Wort Renaissance-sollten Sie in diesem Zusammenhang mal ganz schnell aus Ihrem Wortschatz entfernen- mit dieser Epoche- auch wenn wir ihr so manches unübertroffene sakrale Kunstwerk verdanken, haben wir es in diesem Pontifikat so gar nicht.
      Nun und Erfolgsorientiertheit( im Sinnen von Quantität von Besuchern auf dem Petersplatz) ist im Zusammenhang mit Kirche und Glauben auch eher deplaziert, oder? Die McKinsey-ierung der Kirche? Da sei Gott vor!

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  7. Chrysostomus21.12.13, 14:14

    Nach den Demütigungen von französischer Revolution, Aufklärung und Säkularisation fanden Kirche und Papsttum im 19. Jahrhundert zu einer nie zu ahnenden neuen Blüte. Diese Blüte welkt nun schon seit einigen Jahrzehnten. Papst Benedikt versuchte dem Papsttum seine alte sakrale Würde wiederzugeben. Er kam leider zu spät. Es war ein letztes Aufflackern. Nun haben sich die 68er durch die Instanzen gearbeitet und man muß mit dem völligen Niedergang rechnen. Die katholische Kirche, wie wir sie noch kennen und an wenigen Plätzen noch erleben können, wird es nicht mehr lange geben. Nach diesem Pontifikat wird der Papst bedeutungslos sein. Die alte Qualität der Catholica, nämlich ihre Sperrigkeit gegenüber dem Zeitgeist und ihr Wissen um den Wert der Traditionen wird vergehen.
    Es sei denn, es geschieht ein Wunder. Das aber würde dauern: Neue Priestergenerationen müßten sich wieder durch den Instanzenweg kämpfen und dann -gegen viel Widerstand- Schlüsselpositionen besetzen. Ich bin da nicht sehr zuversichtlich.

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    1. So verrückt es sich anhört.
      Auch ich halte die Lage menschlich, historisch, soziologisch gesehen für hoffnungslos.
      Jedoch gilt immer und immer wieder "abgehauen grünt er neu".
      Das ist angeblich das Motto der Benediktiner und ich nehme an, auch das hat Kardinal Ratzinger bedacht, als er den Namen Benedikt wählte.

      Egal was geschieht es gilt immer "Verzweifle nicht du kleine Herde!" und wichtig (gegen billigen als christliche Hoffnung daherkommender Optimismus ins Feld zu führen) es ist auch oft genug in der Kirchengeschichte geschehen, dass abgehauenen Bäume nie mehr gegrünt haben, man denke nur an Kleinasien und Nordafrika.

      Was nun der angebliche Zulauf unter Papst Franziskus angeht, so erinnert mich das an die Meldungen, dass angeblich immer wieder die Anreize der Bundesregierung zu Mehr Kindern sich in erhöhter Geburtenrate niederschlagen. Wenn man dann genau hinguggt, so bleibt selbige, im besten Fall konstant, und das führt zu einer stetigen verringerung der absoluten Geburten, weil der letzte geburtenstarke Jahrgang (1964) definitiv die Wechseljahre hinter sich gebracht hat.

      davon mal ganz abgesehen geht es in der Kirche nicht um Zahlen (wir sind die meisten) sondern um Wahrheit.

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  8. Nun denn, wenn Sie hier wirklich meinen, der "Zulauf", den der Papst hat, sei bloß eine Erfindung der (natürlich linksgewirkten) Medien und in Wahrheit sei es gar nicht so, dann lohnt es sich nicht darüber zu diskutieren. Dann wird jede Meldung über Schlangen vor dne Beichtstühlen und überfüllte Audienzhallen für Sie eine Desinformationskampagne der MSM sein, und TV-Bilder vom überfüllten Petersplatz sind dann gekonnte Computeranimationen linker TV-Regisseure. Also lassen wir's gut sein. Und schaun einfach, wie sich die Dinge in Rom weiterentwickeln.

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    1. Wer redet hier von Erfindung? Also so weit, dass C-TV die Fernsehbilder manipuliert sind wir wohl doch noch nicht ....
      Auf jeden Fall ist aber zu beobachten, dass der BR sein Studio/Büro im Vatikan geschlossen hat und dass die Christmette die erste Papst-Messe seit langem ist, die wieder übertragen wird. Begründet wurde die Schließung des Vatikan Studios übrigens damit, dass das Interesse nicht mehr so groß sei. Und das ist Fakt und keine Erfindung.

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  9. Nun, sicherlich ist in Bayern das Interesse an einem bayrischen Papst grösser als an einem "vom Ende der Welt". Wäre ja auch merkwürdig, wenn es nicht so wäre. Insoweit hat der BR mit der Schliessung seines Studios im Vatikan wie jeder Sender auf die Quote reagiert. Aber Bayern ist bekanntlich nicht Deutschland, und Deutschland schon gar nicht die Welt. Und weltweit ist nun mal Fakt, dass das Interesse am Papst enorm gestiegen ist. Muss ja keiner toll finden. Ist nur ein brutum factum.

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    1. Sehen Sie lieber Raymond,. da sind auch Sie bei dieser Seltsamkeit gelandet, die einem, von der Sicht des Glaubens her betrachtet einem nur Bauchweh machen müsste.
      das Interesse weltweit am Papsttum ist gestiegen, Ja dem ist so, und alle überschlagen sich in Lobeshymnen wie cool, toll, nett, bescheiden, demütig, befreiungstheologisch angehaucht, endlich mit dem Zirkus Schluß machend, der aktuelle Papst ist.
      Ja aber schon JPII musste die Erfahrung machen, dass das was er inhaltlich zu sagen hatte (und JPII hatte inhaltlich ne Menge zu sagen) keinen Menschen interessiert hat.
      Man hat am Ende immer nur drauf spekuliert, ob er nicht langsam mal doch pro Abtreibung werden würde und weil er es nicht geworden ist, fand man immer, er der tolle, coole JPII sei leider immer noch im katholischen Denken viel zu tief verhaftet.
      Papst Franziskus weckt die gleichen Hoffnungen, (nur dass die Zeit fortgeschritten ist und außerkrichlich Abtreibung ja mittlerweile ein Menschenrecht sein soll) so dass die Forderungen anders sind.
      Nur sagen wir mal so, er macht es einem schwer zu glauben,d ass er hinter der Fassade des "everybodys darling" und des "Ach was sind wir alles o nett und hilfsbereit" katholische Substanz hat.

      Und immer wieder zur Liturgie hat er ja anscheinend gar keinen Zugang und dabei ist das doch das wo wir Christus begegnen und das Wichtigste überhaupt.

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  10. Für alle Zahlen-und Massenfetischisten haben wir zum Freuen ein Foto von der Piazza di Spagna am 8.12.1954 im Pontifikat Papst Pius XII als up-date unter die Tweets gestellt.

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