Donnerstag, 23. Januar 2014

87% der Deutschen sind gegen den Zölibat

... und man wundert sich natürlich erst mal, dass es "nur" 87% sind. Mann, wer hätte das gedacht?

Diese Aussage war die "Krönung" der gestrigen BR-Sendung "Bürgerforum live", in der es mal wieder um die "Reformunfähigkeit" der katholischen Kirche ging.

Genießen wir also erstmal den Auftritt von Frau von Welser, die ja laut eigener Aussage in die Kirche eingetreten ist, um sie "von innen heraus" zu verändern.



Dieser Auftritt war ein Vorgeschmack auf das, was den Zuschauer erwartete. Eine Ansammlung von verheirateten Ex-Priestern, Wisinikilern, "Fortschrittspriestern", wie der Wortführer der Münchner Priesterinitiative, "engagierte Religionslehrer", Frauen, die Priesterin werden wollen usw. usw.... und dabei vom Moderator des BR, Tilman Schöberl, nach Kräften unterstützt wurden.

Prof. Wolfgang Klausnitzer, ein Mitglied des Bamberger Domkapitels stand allein auf weiter Flur und hat nach Kräften versucht, die katholische Lehre zu vermitteln - was natürlich vom Moderator nicht so gerne gesehen wurde. Man kann Prof. Klausnitzer nur danken, für seinen Mut, in diesem gehässigen Umfeld aufzutreten:




Natürlich setzten die "Rebellen" alle ihre Hoffnungen in Papst Franziskus, der ja so viel "frischen Wind" in die Kirche gebracht hat. Sie forderten ihn auf, doch jetzt endlich die Wünsche der Gläubigen zu erfüllen und der Kirche ein menschliches Antlitz zu geben. Höhepunkt war eine seit 24 Jahren wiederverheiratete Geschiedene, die freimütig bekannte, selbstverständlich (in Absprache mit ihrem Pfarrer) immer die heilige Kommunion zu empfangen.

Wer sich diese Ansammlung von "engagierten Katholiken" einmal antun will, hier ist der Link zur BR-Mediathek, wo man die komplette Sendung anschauen kann.

Man hatte zwischenzeitlich den Eindruck auf einer Parteiveranstaltung zu sein, deshalb ist es bezeichnend, dass es in diesen 44 Minuten immer wieder um die Wünsche und den Willen der Gläubigen ging. Das Wort "Gott" fiel in dieser Sendung nur ein einziges Mal. Ansonsten war "des Menschen Wille" das, was dann zum Schluss als "Träume" für die Zukunft der Kirche artikuliert wurde .....
Zum Glück wurde die Sendung von einem Live-Chat begleitet, in dem dann auch ein paar wirkliche Katholiken zu Wort kamen, wenn es auch nur ein paar ganz leise wenige Stimmen waren. Das macht aber zumindest Hoffnung, dass die Umwandlung unserer Kirche in einen Sozialverein doch noch etwas länger dauert. Eine der Stimmen aus dem Chat ist ein gutes Schlusswort für die Veranstaltung und jeder der die Sendung gesehen hat, kann feststellen, der User hat einfach nur recht:


und es wundert nicht wirklich, dass er für diese Wortmeldung keine "Likes" erhalten hat. 

16 Kommentare:

  1. Hm… 87% sind gegen den Zölibat?
    Dabei macht die Anzahl der Priester (die ihn ja alle freiwillig auf Lebenszeit gelobt haben) an der Bevölkerung doch gar keine 13% aus!
    Demnach müssen auch noch Nichtpriester für den Zölibat sein.

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  2. 87 %? Dann gründet doch euren eigenen Verein - mal schauen, wer länger lebt:
    Die von Jesus Christus gegründete katholische Kirche oder euer Verein.
    Auch die "Levebrebrüder" erleben eine Spaltung nach der anderen:
    Außerhalb der katholischen Kirche kann es nicht wirklich Heil geben ...
    Gott sei DANK scheine ich das begriffen zu haben ... möchte später nicht im Feuerofen landen. Und DU hoffentlich auch nicht ...

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    1. Wenn man die Sendung gesehen hat, sieht man, dass es nicht mehr viele sind, die wirklich an das Glauben, was die Kirche lehrt ...Das ging ja auch schon aus den Veröffentlichungen der "Fragebögen" hervor.
      Gott scheint für diese "wichtigen Menschen" nicht mehr der Kern unseres Glaubens zu sein. Man brauchte schon wirklich Glaubensstärke, um diese Sendung durchzuhalten.

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  3. Meiner Erfahrung nach, begeistern sich diese liberalen Katholiken, dann ganz arg für die asketischen Vorschriften buddhistischer und hinduistischer Lehrer bzw Gurus.
    Ich meine es gibt doch auch genug normale Leute die einfach ohne Partner leben. MIch nervt langsam diese Fixierung auf die Sexulaität nur noch.
    es gibt doch auch noch ein normales Leben.
    Weiter genügt ein Blick in bekannte evangelischen Pfarrhäuser (sollte in Zeiten der Ökumene ja jedem möglich sein) udn besonders ein privates zuhörendes Gespräch mit den Sprößlingen aus solchen Pfarrhäusern um festzustellen, das Gelbe vom Ei ist es nicht.
    Wenn man als Katholik in ökumenischer Runde auf dieses Thema zu sprechen kommt schallt einem ein einmütiges "Ja, ja Pfarrers Kinder, Müllers Vieh geraten selten meistens nie..."

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  4. Es ist, so glaube ich, müssig den Zölibatsgegner mit Argumenten zu kommen. Das Publikum solcher Sendungen hat eines gemeinsam: Völlige Ahnungslosigkeit in Sachen katholischer Glaubenslehre. Wie sollen die über den Sinn oder Unsinn des Zölibates auch nur den Hauch eines Verständnisses aufbringen. Das geht gar nicht. Da nimmt man dankbar die Brocken an, die einem der Moderator hinwirft. Könnte die Kirche nicht auf dieses oder jenes verzichten? Ist der Zölibat noch zeitgemäß? Das alles sind doch lauwarme Suppentöpfe aus denen in ein paar Jahren keiner mehr isst. Wir sollten diese Veranstaltungen das geben was sie verdienen: Nichtbeachtung. Das kann @cinderella 01 sogar den Glauben stärken.

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    1. Naja die Sache ist jedoch die, dass jeder von uns, Verwandte und Bekannte hat, die eben bei RTL oder der Bildzeitung "denken lassen" und man somit dann doch mit dem Unfug der da verbraten wird, konfrontiert wird.
      Mit ein Grund ist natürlich auch, dass man jahrzehntelang Religionsunterricht so erteilt, hat, das die Schüler nach 10 Jahren bestens über Islam udn Buddhismus Bescheid wissen und im Reliuntericht alles diskutiert haben, was man diskutieren kann, von Atomkraft bis Zölibat, nur nie, ich betone nie, positiv dargelegt bekommen haben, was und besonders warum die Kirche lehrt, was sie nun mal lehrt.

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  5. >>ich betone nie, positiv dargelegt bekommen haben, was und besonders warum die Kirche lehrt, was sie nun mal lehrt.<<

    Und da, genau da haben wir die Ursache der Misere in der katholischen Kirche hierzulande und anderswo. Niemals wird dieses "Problem" in Talkrunden gelöst werden. Und ja, die Verkündigung beginnt in den Familien und wird, wenn sie halbwegs gelungen ist im Religionsunterricht und während der Sozialpredigten in den Gottesdiensten wieder zunichte gemacht. Das Problem, was die Menschen oder 87% der Deutschen u.a. mit dem Zölibat haben, ist nämlich ein hausgemachtes. Ich erhebe lieber meine Stimme, nach einer bekloppten Predigt und spreche den Priester persönlich an, als dass ich nichtssagenden Talk-bzw. Bürgerrunden meine Aufmerksamkeit schenke. Aber das ist, natürlich nur meine persönliche Sicht der Dinge und ich fahre recht gut damit.

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    1. Ich denke man muss das tun, was einem sozusagen "vor die Nase gesetzt wird" Jeder so wie er kann und wo er kann.
      ja und es stimmt natürlich, an den Talkrunden sieht man nur wie weit die Krankheit schon fortgeschritten ist, kuriert werden muss sie "daheim" also innerhalb der Kirche und da ist es schon wichtig, zäh und ausdauern "im Gespräch zu bleiben" wie das in pastoralem Neudeutsch so schön heißt.

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    2. Nachdem ich die Sendung gesehen habe, habe ich mir vorgenommen, noch mehr zu beten ....

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  6. Ich gehe nach wie vor davon aus, daß nur ca. 10% der hier "eingeschriebenen" Katholiken wirklich (uneingeschränkt) glauben. Also in Wahrheit 90% keine mehr sind. Die Kirche sollte sich von ihnen trennen; nach Überprüfung. Ich weis jedenfalls langsam nicht mehr, wo noch "katholisch" gelehrt und gelebt wird. Als Gemeinde meine ich. Das bedeutet fernbleiben, um nicht unachtsam unter die Räder zu kommen.

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  7. Ultramontanus23.01.14, 23:56

    Wieso muss sich die Kirche von ihnen trennen? Sie haben sich doch selber längst getrennt. Fast alle der 90% Schein-Katholiken haben sich aufgrund all dessen, was sie nicht glauben und bestreiten, längst exkommuniziert. Die excommunicatio latae sententiae ist das.
    Insofern besteht dieses Problem gar nicht.

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  8. Naja es ist in der tat ein Problem.
    Es ist wie wenn die Fans eines Fußballvereins, inklusive der meisten aktiven Mitglieder gar nix mit Fußball am Hut haben, lieber Handball mögen und deshalb immer jubeln,. wenn einer "Hand" spielt und es gar nicht verstehen, dass es dann halt Freistoß, für die anderen gibt.
    Versucht man das jedoch zu thematisieren heißt es "nee, nee wir sind doch alle richtige Fußballer!"

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    1. Ester, einer der besten Vergleiche, die mir in letzter Zeit untergekommen sind. Trifft voellig zu! Dazu kommt noch, dass diejenigen, die noch dem Fussball mit Fuss anhaengen, als ewiggestrig und altmodisch bezeichnet werden.

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  9. @Ultramontanus
    Man sollte unterscheiden. Niemand wird exkommuniziert, weil er eine verkürzte oder verfälschte Verkündigung über sich ergehen lässt und aus diesem Grund keine Ahnung mehr von seinem eigenen Glauben hat, der Kirche fern bleibt oder seltsame Aussagen über den Glauben macht. Die Schuld, wenn überhaupt vorhanden, ist dann bei den Verkündern zu suchen und zu beseitigen. Ich denke. dass niemand von etwas exkommuniziert wird, wovon er keine Ahnung hat. Aber vielleicht kann das ein mitlesender Theologe besser beantworten.

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    1. Und was ist dann mit den Priestern, z.B. dem Anführer der Münchner Priesterinitiative, der sich ja auch eher gegen die Kirche äußert? Feiert der dann überhaupt noch gültige Messen?

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    2. ALso soo einfach ist die Sache seit dem 2ten vatikanum nun auch wieder nicht, werter Gerd.
      Vorher konnte man sich als einfacher, irregeleiteter Christ sozusagen (ist jetzt schwer verkürzt und karitativ) noch hinter seinen "Chefs" verstecken.
      Jedoch hat das 2te vatikanum dem einfach Christ die Aufgabe zugewiesen sich selber schlau zu machen und selber umfassend zu bilden, weswegen dann auch der Index weggefallen ist, weil man dem mündigen Christ zumutete (bzw zutraute) selber herauszufinden was gut und was schlecht ist.
      Im Grunde könnte man zu dem Schluss kommen, dass es sich hier um eien negation der Negation handelt.
      Gerade weil die Gläubigen verpflichtet sind, selber zu denken, tun sie es nicht!
      Zu der Gültigkeit von Messen ist zu sagen, das ist ein gaaanz haariges Thema.
      Weil solange der Priester "tut was die Kirche will" ist das Sakrament gültig. Naja und die Prieterinitiativler tun ja was sie denken, was die Kirche will, nämlich kreativ am Hochgebet rumstricken.
      Legt man Redemptoris sacramentum zugrunde, so hält sich kaum einer an die Vorlagen, auch Rom nicht (kopfschüttel).
      Jedoch die absolut schwerweigenden (=ungültig machenden) Fehler sind mir sehr selten untergekommen.
      Verlegt man sich jedoch auf den Standpunkt, "solange die Wandlungsworte korrekt gesprochen werden, gibt es keinen Grund zur Besorgnis" dann sind wir mitten in der "für viele " Diskussion.
      Weil schon klar ist, korrekt ist für viele, es gibt jedoch keine Anweisung deutsche Bischöfe das auch zu verwenden, ergo sind alle die weiter "für alle" sagen hirachiemäßig gerechtfertigt.
      In der Tat eine grundlegend unbefriedigende Situation.
      Mein alter Pfarrer hat übrigens immer gesagt "Der Streit umd ei Gültigkeit der messen den gab es schon im 4ten Jahrhundert. Es wurde dann festgestellt, dass das was der Priester fehlt, aus dem Gnadenschatz der Kirche ergänzt wird." Seien wir also dankbar für unsere frommen, altmodischen, vorkonziliaren Altvorderen, die den Gnadenschatz der Kirche mit Gebet, Opfer und Rosenkränzen so reich gefüllt haben.

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