Freitag, 3. Januar 2014

Alles Limburg? Oder was?

Wie klein doch die Welt ist!

Es ist noch gar nicht so lange her (genau genommen war es der 4. Advent) als der Bischof von Essen sich laut über die diesjährige Schieflage bei den Spenden für z.B. Adveniat äußerte. Schlimm sah es seiner Meinung nach aus, in den Spendenkörben, die so spendierfreudigen Deutschen hatten ihr Geld wohl offensichtlich anderweitig verwendet, als es der Kirche anzuvertrauen.
Und der Sündenbock war schnell gefunden: Über mehrere Monate hatten die deutschen Medien mit Hilfe einiger "engagierter Laien" und eines Möchteselbstgern-Bischof-sein-Stadtdekans den Bischof von Limburg "fertig" gemacht. Jeder kennt die Geschichte zur Genüge und wir müssen sie deshalb nicht noch einmal aufwärmen.
Ja, und der ist nun schuld, dass die Menschen in Deutschland Adveniat links liegen ließen und lieber nicht für Südamerika spenden wollen.
Bis nach Österreich hatte sich die Geschichte um den deutschen "Protzbischof" herumgesprochen - denn auch hier sieht es mit der Spendenbereitschaft offensichtlich nicht mehr so rosig aus. Wie sonst lässt sich erklären, dass das "lt. FAZ erfolgreichste katholische Nachrichtenmagazin im deutschsprachigen Raum" noch immer so laut nach Spenden ruft?
Klar, Österreich zählt fast noch zum "Inland", doch heute mussten wir mit Erschrecken feststellen: Der "Limburger Skandal" ist offensichtlich bereits über den großen Teich geschwappt - mit allen Konsequenzen.
Seit Tagen melden die amerikanischen Medien auch bei den Katholiken in USA sinkende Spendenbereitschaft.
Als konkretes Beispiel sei hier die St. Patricks Kathedrale in New York genannt, die für über 180 Mio. Dollar renoviert werden soll. Flossen am Anfang die Spenden reichlich (schließlich gibt es in New York und Umgebung einige milliardenschwere Katholiken), bleiben seit einigen Wochen die gut gefüllten Brieftaschen zu. Ein Bischof im fernen Germany, der einfach mal so 32 Mio. Euro für ein Diözesanes Zentrum ausgibt? Das ist zuviel des guten! Soviel Protz in diesen Zeiten? Geht gar nicht!
Kardinal Dolan hat also ein Problem. Denn in USA gibt es ja keine Kirchensteuer und auch der Staat hält sich zurück, wenn es um Gelder für die Kirche geht. Hier lebt man von der Großzügigkeit der Reichen, was ja auch bisher gut funktioniert hat ... aber das schlechte Beispiel aus Deutschland .... löste erstmals eine "Geiz ist geil"-Mentalität in New York aus.
Lesen und sehen wir also, was in Amerika derzeit los ist und wie Kardinal Dolan dort versucht, Limburg vergessen zu machen:



Epilog: Auch die FAZ, die ja (gemeinsam mit dem Spiegel) als Auslöser der Limburg-Kampagne gilt, übt sich jetzt in Bußübungen, denn dass ein paar Intrigen in einem eher kleinen deutschen Bistum solche Wellen schlagen würden, das hatten sie nicht erwartet.

8 Kommentare:

  1. So weit reicht Limburg wohl doch nicht. Entscheidend dürfte eher sein, was der Papst in seiner Eigenschaft als Ökonom von sich gegeben hat. Ein wahres Gaudium.

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  2. Am besten, man macht den Limburger Bischof noch für folgende Katastrophen verantwortlich:
    Abholzung des Regenwaldes
    Abschmelzen der Polkappen
    Ansteigen des Meeresspiegels
    Ozonloch....(gibt es das überhaupt noch?)
    Atomausstieg
    Erderwärmung

    was vergessen?

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    1. nee das Ozonloch ist so gut wie verschwunden, aber unsere Klimahysteriker-innen haben ja schnell Ersatz gefunden. Aber eine Folgeerscheinung des Limburger Badewannenkaufs fällt mir noch ein: die angestiegenen Austrittszahlen der Protestantischen Kirche.....

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  3. Romanissimus03.01.14, 21:04

    Die "Protestantische Kirche" ist laut unserem geliebten Papa emeritus keine Kirche. Sie ist lediglich eine (nicht mehr allzu) religiöse Organisation soziologischer Natur. Eine unter unzähligen. Nicht mehr und nicht weniger.

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    1. Das ist nichts, was Benedikt erfunden hat. Er hat damals in "Dominus Jesus" nur nacherzählt, was bereits das 2. Vatikanum so gesagt hat, welches die Gemeinschaften der protestantischen Tradition (im Gegensatz zu den orthodoxen und altorientalischen Kirchen) nicht als Kirchen, sondern als "kirchliche Gemeinschaften" bezeichnet (Unitatis redintegratio 19-24). Sie haben also keinen Grund zu zynischen Bemerkungen gegenüber Benedikt.

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    2. Romanissimus04.01.14, 12:49

      Ich habe, wie Sie nachlesen können, von "unserem geliebten Papa emeritus" geschrieben. Natürlich hat er dieses nicht "erfunden". Aber nachdem das Nicht-Kirche-Sein der protestantischen Organisation(en) leider weithin in Vergessenheit geraten war und selbst viele Bischöfe die Protestanten "auf Augenhöhe" und selbstverständlich als "Kirche" angesehen und behandelt haben, war in der Tat er es, der - damals noch als Kardinal Ratzinger - mit dem unvergeßlichen Lehrschreiben "Dominus Iesus" dieses vielen überhaupt erst ins Bewußtsein gerufen hat.
      Was daran "zynisch" sein soll, wird Ihr Geheimnis bleiben.

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    3. Um mal ein bisschen die Gouvernante heraushängen zu lassen:
      Ich denke abgesehen von der sachlichen Richtigkeit eurer beider Aussagen, eines der Gefahren des Internets, dass man bei dem Schreiber sozusagen die Gestik und die Mimik dazu denkt, und damit Poster, Kommentierer und Autoren in Ecken stellt, wo sie gar nicht hingehören.
      Wir sind uns im Grunde ja einig, dass, laut unveränderlicher Lehre der Kirche, die aus der Reformation hervorgegangenen Gemeinschaften keine Kirchen im eigentlichen Sinn sind, weil ihnen die apostolische Sukzession, und damit 5 Sakramente fehlen, insbesondere das der Eucharistie.
      Kardinal Ratzinger stellt außerdem mehrmals ergänzend fest, dass es die Eucharistie ist, die die Kirche ausmacht und weil er außerdem mehrmals feststellte, dass die Eucharistie nur dann total richtig udn gültig gefeiert wird, wenn sie in Einheit mit dem jeweiligen Papst gefeiert wird (weswegen der unbedingt im Hochgebet erwähnt werden muss) haben wir hier schon eine gewisse Abstufung der diversen Denonimationen die es so gibt.
      Richtig ist natürlich dass man das den "anderen" nicht beständig wie ein kleines Kind "Atsch bätsch deine Eltern haben gar kein richtiges eigenes Haus!" (oder so) um die Ohren hauen muss.
      Also was Kardinal Ratzinger in DOminus Jesus feststellt hat ihm a) ne Menge Prügel eingebracht, und ist b) unveränderliche Lehre der Kirche.

      Ich sag das sehr ungern (komm mir dann so blöd vor) aber es ist unbedingt nötig, dass wir paar übrig gebliebenen konservativen Katholiken uns in aller Unterschiedlichkeit der persönlichen Geschichte mit Gott und des Temperamentes vertragen.

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    4. Romanissimus04.01.14, 13:47

      Sehr geehrte @Ester, grundsätzlich gebe ich Ihnen gerne Recht. Wir konservativen und romtreuen Katholiken lassen uns viel zu oft auseinander dividieren - und der Fürst dieser Welt nebst seinen zahlreichen Verbündeten auf der linken und liberalen Mehrheitsseite reiben sich nur die Hände.

      Zwei Anmerkungen darf ich mir erlauben:
      1. Die Protestanten fehlen nicht nur 5, sondern 6 Sakramente. Das "Abendmahl" nennen sie zwar "Sakrament", aber natürlich ist es keines, weil ihm eben die Kennzeiche fehlen, die, wie Sie richtig sagen, eine gültige Eucharistie ausmachen. Es ist in Wahrheit nur ein rituelles Gemeinschafts- und Gedächtnisessen. Insofern haben die Protestanten nur die Taufe als Sakrament . (Auch wenn ich persönlich über die "Anerkennung" der protestantischen Taufe durch die Kirche nicht glücklich bin.)
      2. "Dominus Iesus" hat Kardinal Ratzinger nicht nur "jede enge Prügel", sondern mindestens ebenso viel Zustimmung und Bewunderung eingebracht. Sicher nicht hier zu Lande, aber in weiten Teilen der Welt, wo es noch wirklich katholisch zugeht. Im übrigen sind "Prügel" für die Kirche bei uns das sicherste Indiz dafür, dass die Kirche richtig liegt. Eben darum verzweifele ich so oft am aktuellen Papst.

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