Samstag, 25. Januar 2014

Aus dem Konradsblatt, Merkwürdiges, Seltsames und Gutes. Teil 1 über das liebe Geld

Es ist nun schon länger her, dass wir noch regelmäßig in den sogenannten Familienferienstätten Urlaub machten. Das waren Häuser, die im Besitz der Kirche waren, und wo Familien gut Urlaub machen konnten. Im Grunde nix besonders, kleine Bungalows in einer schönen Gegend,  5 mal die Woche Mittagessen. Für  Frühstück, Abendessen, u.s.w musste man selber sorgen. Ein bisschen Programm, ein bisschen Kinderbetreuung, (wenn man wollte), ein bisschen Angebote, Vorträge, Hinweise zu Ausflugsmöglichkeiten....
Gut an der Sache war, es gab Zuschüsse vom Land, von der Diözese; soviel, dass man als normale Familie mit mehreren Kindern, ein Einkommen,  noch soviel "raus" bekam, dass noch das Taschengeld bzw., das Geld für die morgendlichen Brötchen drin war.
Feine Sache war das! Klar, dass es das nicht mehr gibt, möchte man fast spöttisch sagen.
Zuerst stieg das Land  BaWü aus der Förderung aus, dann erklärten die Diözesen vollmundig, dass sie jetzt natürlich....... und machten das so dämlich, dass der Urlaub am Ende soviel gekostet hätte wie ein Pauschal Urlaub auf Malle und somit für die ursprüngliche Klientel unerschwinglich geworden war. Dafür kann man da jetzt lauter "bildungshäuserstyle" Kurse machen. Naja.
Auf jeden Fall, damals als die Sache am Kippen war, einerseits das Land BaWü noch unter CDU Regierung, nix mehr zahlte, andererseits das Programm der Ferienstätten immer links grüner wurde, kamen auch die Bischöfe vorbei.
So kam ich ins Gespräch mit einem hohen Tier einer süddeutschen Diözese, der zum Ratzinger Schülerkreis gehörte. Wir sprachen über das, was fromme, konservative Katholiken halt so umtreibt, und über die vermeintliche Therapie, die doch die Krankheit ist, für die sie sich hält und was mit den Aussichten auf Veränderung sei.
Da meinte ich, naiv: "naja wenn die alten Frommen langsam aussterben, wird sich das Drama nicht länger verbergen lassen." Er drauf spontan. "Wissen Sie, dass wir immer noch schwarze Zahlen schreiben? "
Es ging um die resignierte Feststellung, das "die da oben" schon wissen, was los ist, aber solange der Laden noch sooo gut läuft, fehlt irgendwie der Drive zum ändern, warum denn auch? Die Bilanz stimmt doch!


Im Grunde bin ich ein großer Fan der Kirchensteuer, finde das richtig, aber trotzdem sollte es den hohen, geistlichen Herren doch primär um das Wort Gottes gehen, und dann könnte man sich sekundär drüber freuen, dass man sich ums Geld keine Sorgen machen müsste.
Also, im neuesten  Konradsblatt finden sich erhellende Statistiken.
So hat die Zahl der Katholiken im Erzbistum Freiburg seit 1994 fast linear, von 2,22 Mio. in 1994 auf 1,94 Mio in 2013 abgenommen. Jedes Jahr ein bisschen mehr, wie gesagt fast linear.
Um Daten vergleichen zu können, von 1998 bis 2013 hat die Zahl der Katholiken um gut 10% abgenommen
Gleichzeitig ist das Nettokirchensteueraufkommen, seit 1998 (nicht linear, mit Schwankungen jedoch schlussendlich ist es von 317 Mio. in 1998 auf 423 Mio. in 2013 gestiegen) das ist eine Steigerung um gut 33%.
(Leider finde ich die Statistiken nicht so wundervoll übersichtlich und aussagekräftig, wie im Konradsblatt, im Netz,  und einfach einzuscannen geht nicht wegen dem Copyright).

Aber es scheint sich seit dem erhellenden Gespräch damals,  nichts aber auch gar nichts geändert zu haben!

Warum man nun das ewig viele Geld nicht dafür nimmt, den geplagten Schäfelein das Leben leichter zu machen, s.o., sondern einen ganz normalen Verlag, der absolut kein katholisches Profil hat, erhält, das erschließt sich mir nicht!
Man sollte einfach das Geld den eigenen Leuten geben, zunächst für die eigenen Klientel sorgen, und damit das Jesus Wort erfüllen, "Man soll das Brot nicht den Kindern wegnehmen"
Nebenbei es hat mir meine ganze Kindheit versaut, dass man allen anderen half und gab, nur die eigenen Kindern nicht, die waren egal! Ich hielt das immer für eine Privatmacke meiner Eltern, bis ich "wieder anfing an Gott zu denken!" und feststellen musste, das gehört bei guten Katholiken zu dem, wo man sich einen Stiefel drauf einbildet. Chesterton kritisiert das übrigens auch schon, und stellt in "Christmas must go" fest.
Thus thousands of young adventurous spirits, ready to face the facts of human life, and encounter the vast variety of men and women as they really are, ready to fly to the ends of the earth and tolerate every alien or accidental quality in cannibals or devil-worshippers, are cruelly forced to face an hour, nay sometimes even two hours, in the society of Uncle George; or some aunt from Cheltenham whom they do no particularly like. Such abominable tortures cannot be tolerated in a time like ours. That larger brotherhood, that truer sensibility, has already taught every spirited young lady (of sufficient wealth and leisure) to be thrilled at the prospect of having breakfast with a gun-man, lunch with a Sheik, and dinner with an Apache in Paris. It is intolerable that such sensibility should suffer the shock of the unexpected appearance of her own mother, or possibly her own child. It was never supposed that Parents were included in the great democratic abstraction called People. It was never supposed that brotherhood could extend to brothers.

Es ist schon korrekt, dass die Welt halt spinnt, aber die Kirche sollte da nicht mitspinnen, sondern das Zeugnis derer "die einander  lieben" und für einander sorgen und sich zuallererst um die eigenen Leute kümmern, sich um den den eigenen Kram sozusagen, kümmern, geben und nicht das Zeugnis derer, die den Nächsten ignorieren und den Fernsten lieben.

2 Kommentare:

  1. "Er drauf spontan. "Wissen Sie, dass wir immer noch schwarze Zahlen schreiben? ""

    Tja, wer denkt da nicht spontan an den Aufsichtsrat der Firma XY? Es wird wirklich Zeit, solcherart Wirtschaftsunternehmen das Kapital zu entziehen. Immerhin hat es auch Benedikt angeregt. Die Kirche ist nunmal kein Profitcenter, sondern zur Verkündigung des ungeschmälerten Glaubens da. Die "Hirten" wollen das aber nicht wissen, bzw. tunlichst vermeiden.

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