Dienstag, 7. Januar 2014

".... dann treten Sie doch aus der Kirche aus"

Das Jahr fängt ja gut an:

Eine Bekannte berichtet von ihrem heutigen Besuch auf der Bank:
"Ja ich war vorhin auf der Bank, vor mir ne Schlange alter Omas die alle wissen wollten was es mit der Kirchensteuer auf Zinsen auf sich hat..... Einige hatten sich darüber beschwert, dass sie für ihre Bankzinsen in Zukunft auch Kirchensteuer zahlen müssen und deshalb vom Mann am Schalter den Rat bekamen, doch aus der Kirche auszutreten, damit sie das nicht zahlen müssen" 

Ich dachte, verrückte Geschichte und las mir den Text, der den letzten Ausdrucken der Kontoauszüge beilag, mal etwas genauer durch. Und tatsächlich, da steht es schwarz auf weiß: Bankzinsen sind demnächst auch kirchensteuerpflichtig!!

Ja mei, das ist doch mal eine gute Nachricht und zeigt, wie engagiert die deutsche Kirchenverwaltung die Forderung des Papstes nach einer "armen Kirche" umsetzt. Sie "plündern" einfach die Sparkonten der Kirchenmitglieder - denn der Papst hat ja kürzlich gesagt, dass nur ein leeres Konto ein gutes Konto sei.


Nun wissen wir aber, dass es mit den Konten der deutschen Kirche in diesem Sinne gar nicht so gut aussieht. Die sind nämlich gut gefüllt. Und von einer armen Kirche weit entfernt. Das ist ja auch gut so, so lange das Geld für unseren Glauben eingesetzt wird. Das können dann auch schon mal der Bau eines neuen Dienstsitzes, "Protz und Prunk" in Kirchenbauten und Liturgie, ein professioneller Chor oder ein schöner Dienstwagen für unsere Bischöfe sein.

Was mich allerdings etwas stutzig macht, ist, dass dieses neue Gesetz so stillschweigend über die Bühne ging und man in den Medien nichts darüber lesen konnte. 
Und ich komme da jetzt ins Grübeln, ob dieser ganze inszenierte Medienhype über Bischof Tebartz-van Elst auch dazu diente, von dieser Tatsache abzulenken. Und gleichzeitig hat man einen schönen Sündenbock, um die gestiegenen Austrittszahlen (auch aus der evangelischen Kirche) zu erklären ....

Und wie bestellt, gibt's seit gestern ein neues Video von katholisch.de zur Kirchenfinanzierung. Ist doch mal schön zu sehen, dass sofort mit der Legende aufgeräumt wird, Jesus und seine Jünger seien arm gewesen. Sie hatten sogar eine eigene Kasse und einen Kassenverwalter:

6 Kommentare:

  1. Romanissimus08.01.14, 18:43

    Es gibt keinen Kirchenaustritt. Die Una Sancta ist - das Wort gibts eigentlich gar nicht - "unaustretbar". Denn durch die Taufe ist mal ein für alle Mal, unverlierbar dem mystischen Leibe des Herrn eingegliedert. Der alte Lehrsatz lautet: Semel bapticatus, semper bapticatus. Analog dazu: Semel catholicus, semper catholicus.
    Wenn also einer "aus der Kirche" austritt, tritt er in Wahrheit nur aus ihrer rein äusserlichen öffentlich-rechtlichen Strukturgestalt aus, aber niemals aus der Una Sancta. Man kann dieses gar nicht nachdrücklich und klar genug sagen, weil viele romtreue Konservative, die eigentlich aus dieser öffentlich-rechtlichen Struktur gerne austreten möchten, weil unser Kirchensteuersystem uns zu einer verbeamteten (linken) Los-von-Rom-Nationalkirche gemacht hat, sich von dem völlig falschen Gerede beeindrucken lassen, sie würden sich durch so einen "Austritt" vom mystischen Leibe Christi trennen. Tun sie nicht, weil das gar nicht geht.

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    1. Absolut korrekt. Bin seit Jahren nicht mehr beim Kirchensteuerverein und dennoch Katholik. Die deutschen Bischöfe aber halten es mit der Simonie: Sakramente nur gegen Kohle. Im Ausland (CH z.B.) oder bei den Eclesia-Gemeinschaften (Petrus, Neri usw.) bin ich dagegen nicht exkommuniziert.
      Vor der Beichte kläre ich meinen Status und werde losgesprochen. Auch in D gibt es Seelsorger, welche die Simonie als verwerflich erachten.

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  2. Romanissimus09.01.14, 12:55

    @Quer:
    Bravissimo! Mögen sich an Ihnen viele romtreue Glaubensbrüder ein Beispiel nehmen und sich durch Ihre Erfahrungen (die ich nur bestätigen kann!) ermutigen lassen, dem Zwangskirchensteuerverein Adieu zu sagen, und dennoch: nein, gerade deshalb!, von Herzen und gerne katholisch zu sein! Gottes Segen!

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    1. Unbequemlichkeiten und Paradox bleiben dennoch. "Kirchensteuer" zahle/spende ich der Petrusbruderschaft, die Messe besuche ich bei der Piusbruderschaft. Geht nicht anders. Ich lehne die neue Messe aus verschiedenen Gründen ab. Ich lehne die Handkommunion grundsätzlich als Entweihung ab. Es ist nicht leicht, so als Katholik leben zu müssen.

      Der einzige Trost: Ich mache mich nicht mitschuldig am Verrat des Glaubens. Ich brauche auch niemanden, der mich insoweit "repräsentiert".

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    2. Romanissimus09.01.14, 15:22

      Ja, der Unbequemlichkeiten (man könnte auch deutlicher werden: der Schikanen) sind es viele für uns, die wir der Messe aller Zeiten anhangen. Und dennoch, lieber fahre ich 80 km dorthin, als den "Novus ordo", der eher ein inordo ist, über mich ergehen lassen zu müssen.
      Das Paradox aber liegt nicht bei uns, sondern bei den immer noch verstörend vielen Katgholiken, die sich als romtreu bezeichnen und auch die Alt Messe hochschätzen - und dennoch in einem Zwangskirchensteuersystem drin bleiben, wo sie genau wissen, daß ihre Abgaben für Aktivitäten zur Zerstörung des katholischen Glaubens verwendet werden. DAS ist paradox!

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    3. naja würde ich mal einfach, als einer der Katholiken die treu und brav Kirchensteuer zahlen, sagen.
      So einfach ist die Sache nicht.
      Im Grunde sehe sich das wie in einer schlechten Ehe oder wenn man in einem "Saftladen" arbeitet. Ohne das jetzt aufzudröseln und zu sehr ins Detail zu gehen, manchmal kann man da nicht raus, oder die Dinge ändern, auch wenn es "von außen gesehen " ganz einfach wäre.
      Und dann kommt alles darauf an, dass man seinen Part gut erfüllt. Was die anderen dann damit machen, das ist wiederrum deren Problem!
      ALso es gibt ne Menge alter Leute, die für einen sehr bekannten (und mittlerweile schwer modern gewordenen) Missionsorden spenden, viel spenden.
      Wenn der bekannte Missionsorden dann erklärt, dass er nicht missionieren will, sondern jeder nach seine Fascon selig werden kann und sie nur helfen wollen....................
      dann sind da nicht nur die netten, alten Leute schuld, die der irrigen Ansicht sind, mit ihrem Geld würden süße, kleine Kinder in der dritten und vierten Welt a) getauft und b) denen geholfen ihr Leben als Christen und als Zeugnis in unchristlicher Umgebung zu leben, sowie c) die Getauften vor den Übergriffen der Ungetauften geschützt u.s.w..
      Es ist durchaus so, dass das gute Werk, als gutes Werk gilt und der, der damit Schindluder treibt, ist doppelt schuld.
      (Mir ist natürlich klar, dass die Sache mit der Schuld sooo einfach nciht ist, so kann der Krawatttenpriester besagten Missionsordens sich ja durchaus ganz klasse vorkommen und an dem Unfug, den er treibt relativ udschuldig sein, einfach, weil er sehr schlecht unterrichtet wurde und nie einen Anstoß erhielt sich besser zu informieren.
      Wobei letzteres natürlich auch meist auf die netten,. alten Leutchen zutrifft.
      Aber prinzipiell halte ich die Diskussion um die Kirchensteuer für einen Nebenkreigsschauplatz. Schließlich und endlich steht die Kirche in Ländern ohne Kirchensteuer auch nicht besser da. In solchen Ländern (z.B. Frankreich) steht noch nicht mal mehr die Fassade.

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