Samstag, 25. Januar 2014

Der Himmel auf Erden

Als ich letztens tief bewegt nach einer wunderschönen feierlichen Messe und einer herrlichen Predigt in der Theatinerkirche wieder zu hause war, wollte ich auf der Website der Kirche nachschauen, ob man die Predigten dort nachlesen kann - leider nicht. Aber unter der Rubrik Kirchenführung bin ich auf diesen Einleitungstext gestoßen:

"In Seinem Haus thront der Herr, uns erwartend, auf daß wir eintreten und Ihn um Erbarmen bitten. Denn kein gewöhnliches Haus ist dies, sondern der Himmel auf Erden, weil der Herr des Himmels hier wohnt. ..."
Der Text stammt von einem syrischen Bischof, aus einer Predigt zur Einweihung einer Kirche im 5. Jhd.

Theatinerkirche Innen1
Hier ist man dem Himmel ganz nah: Die 
Kuppel der Theatinerkirche in München
Public domain via Wikimedia commons

Eigentlich steht und wirkt dieser Satz ja schon für sich, aber wenn man ein paar Tage darüber nachdenkt, erkennt man die Wahrheit darin.
Eine schöne Kirche soll uns einen Blick in den Himmel gewähren, so wie es sein wird, wenn wir nach unserem irdischen Tod einmal vor Gott und Jesus stehen werden.
Das haben die Menschen über fast 2000 Jahre geglaubt und dem Herrn ein Haus gebaut.
Über die Jahrhunderte wurde diese Vorstellung vom Himmel immer größer und prächtiger. Die Erlösung aus dem irdischen Jammertal weckte Vorstellungen und setzte Glaubenskräfte frei, die viele heute nur noch als Kunst bewundern.  Baumeister, Bildhauer, Maler und so weitere stellten ihre Schaffenskraft in diese Vorstellung vom Himmel und lebten hier auf Erden gut davon. Immer kühner wurden die Bauwerke, damit die Vorstellungen der Gläubigen vom Himmel und der göttlichen Herrlichkeit immer weiter wuchsen.  Diesem tiefen Glauben an das ewige Leben im Himmel verdanken wir all diesen Reichtum und diese Schönheit, für die Europa in aller Welt bewundert wird.

Mariahilfkirche Muenchen-1
Neogotik von 1839:
Die Mariahilfkirche in der Au
Quelle: Rufus46 via 

Im 19. /Anfang 20. Jhdt wurden dann die Baustile vergangener Jahrhunderte kopiert. So entstanden in München viele Vorstadtkirchen im neobarocken, neoromanischen oder neogotischen Baustil. Und auch diese Kirchen haben das Stadtbild mitgeprägt, z.B. die "Mariahilfkirche" (Au), "St. Paul" (Theresienwiese) im neogotischen, St. Maximilian (Isarvorstadt) im neoromanischen, St, Ursula (Schwabing) im neo-renaissance- und St. Josef (Schwabing) im neo-barocken Stil


ChristiHimmelfahrtMuenchen
30er-Stil: z.B.Christi Himmel-
fahrt in M-Trudering
Doch dann, Mitte der 30er Jahre schossen an allen Ecken und Enden diese banalen Einheits-Stil-Kirchen aus dem Boden. Überall in den in dieser Zeit entstandenen Vorstädten (z.B. Waldtrudering, Kirchtrudering, Bogenhausen, Sendling) stehen diese weißgetünchten langweiligen schmucklosen Hallen, in denen zwar heilige Messen gefeiert wurden, die aber den Menschen doch nur noch einen Blick in ihr eigenes trostloses Dasein vermittelten.

St.-Jakobus---Muenchen
Stil der 70er: St. Jakobus in 
München-Neu-Perlach, soll aber wg.
Baumängeln abgerissen und durch
eine Kapelle ersetzt werden.
Noch schlimmer wurde es dann nach dem Krieg, als die Kirchen immer mehr den Parkgaragen ähnelten und sich architektonisch von ihrem Umfeld nicht mehr unterschieden.

Höhepunkt war dann der Neubau der durch einen Brand zerstörten Herz-Jesu-Kirche, die vom äußeren her nicht mehr von einem der Konsumtempel in der City zu unterscheiden ist.
2004 fertiggestellt:
Herz-Jesu-Kirche M-Neuhausen
Quelle: Bernhard J. Scheuvens aka Bjs
via Wikimediacommons
Moderne "Tempel", von Architekten entworfen und gebaut, für die ein Auftrag der Kirche eben "ein Job wie jeder andere" ist, und in dem nicht mehr zur Ehre Gottes gebaut wird, sondern zur "Selbstdarstellung des Architekten". Man hört dann immer diese tollen Geschichten, warum diese Kirche so oder so aussieht und wie kreativ Gott doch in diesen Garagen zur Geltung kommt. Was dort zur Geltung kommt, weiß ich nicht - Tatsache ist aber, dass diese Kirchen in der Regel nicht sehr gut besucht sind ... Aber man macht unbeirrt weiter. Das neueste Beispiel habe ich gerade in der Münchner Kirchenzeitung gefunden: Eine neues "Kirchenzentrum" soll in Poing bei München entstehen und der Architekt hat sich wirklich sehr bemüht, die Kirche so zu entwerfen, dass man auf den ersten Blick gar nicht sieht, dass es eine Kirche ist.
Der Artikel empfiehlt sich. Ganz besonders, und das ist eigentlich der Grund für meinen Beitrag, weil man dort folgenden Satz lesen kann:

"Das Erzbistum habe sich hier ein Leitbild der Deutschen Bischofskonferenz zu eigen gemacht: „Die Qualität des Raumes beeinflusst die Qualität der Versammlung.“ 

Und dieser Satz bestätigt meine schlimmsten Vermutungen ... Die Versammlungen der "wichtigen" Linksgrünen Wortführer bekommen ihren "Versammlungsraum"  ... mit Gott und Himmel haben die ja ohnehin schon lange nix mehr am Hut.

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