Dienstag, 21. Januar 2014

Der Kardinal Maradiaga will kein barmherziger Samariter sein, sagt er

Wir lesen im Focus, betreffs des  Interviews des Kardinal Maradiaga mit dem Kölner Stadtanzeiger folgendes:
........Ich weiß, dass viele Gläubige im Bistum Limburg verletzt sind. Um offene Wunden zu heilen, schütte ich keinen Alkohol darauf", sagte der Erzbischof von Tegucigalpa dem "Kölner Stadt-Anzeiger" vom Montag......

Gleichzeitig sind wir von Kindesbeinen an (die meisten von uns jedenfalls), mit dem Evangelium vom barmherzigen Samariter vertraut.
Ja es wird uns seit Jahrzehnten und erst recht seit dem 13.3.2013, die Barmherzigkeit in der Nachfolge selbigen Samariters, als das Leitmotiv und zwar das einzige (worin der Fehler liegt),  eines Christenmenschen anempfohlen, aufgenötigt und aller Welt als das Alleinstellungsmerkmal mitgeteilt.
Lesen wir nun, was der barmherzige Samariter mit den Wunden dessen, der unter die Räuber gefallen ist macht: Klar wissen wir es, dass bei  Lukas 10, 33 ff steht:
........Dann kam ein Mann aus Samarien, der auf der Reise war. Als er ihn sah, hatte er Mitleid,
34ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie......

Soweit ich das kapiert habe, hat der Samariter das nicht getan, damit irgendwelche Theologen große und wunderschöne Analogien zu anderen Bibelstellen, wo Wein und Öl eine Rolle spielen, herstellen können, sondern schlicht und ergreifend zum Desinfizieren der Wunden.
Soweit ich das als medizinischer Laie im Kopf haben, wäre zwar Schnaps besser gewesen, aber Hauptsache Alkohol, das ist besser als Wasser oder gar nix machen.
Heutzutage gibt es zwar diverse Antiseptika, aber wenn man die nicht hat, ist wohl Alkohol immer noch besser, als gar nix!

Gerade vor diesem Hintergrund verwundert es zumindest mich sehr, wenn Kardinal Maradiaga sich nicht gerufen fühlt, Wunden mit Alkohol zu behandeln, will er die schwären lassen???


Ich tue mir schwer, mit Papst Franziskus und dessen Fixierung  auf den Feldlazarett-Aspekt der Kirche (wobei Kirche das auch ist, aber eben nicht nur, aber darum geht es grad nicht) .
Aber es ist schon seltsam, wenn dann der Spezi des Papstes Franziskus erklärt, er fühle sich nicht berufen innerkirchliche Wunden zu behandeln.
Irgendwie fällt mir da nur ein "ich kieke, staune wundre mir".

Gut man könnte nun meinen, ich bin ein bösartiger Mensch und der Kardinal Maradiaga meint einfach nur, dass es mittlerweile bessere, effizientere Methoden der Wundbehandlung gibt (wo ihm ja zuzustimmen wäre) nur geht es in besagtem Artikel dann so weiter:
 "Er leide mit den deutschen Katholiken an den Problemen in Limburg, so der Koordinator der Kardinalskommission, die im Auftrag des Papstes an Strukturreformen der Kirchenleitung arbeitet. "Wenn einer Fehler gemacht hat, soll er sich dazu bekennen, um Entschuldigung bitten und sich einen anderen Platz suchen",

Ne echt jetzt, so ein Bischof kann ja einfach aufhören und sich umschulen lassen zum IT Berater oder ein duales Studium beginnen, oder was?
Jemand der mit der Strukturreform der Kurie befasst ist, sollte schon wissen, dass die Kirche keine Firma ist, wo man unliebsame Mitarbeiter mit oder (lieber) ohne Abfindung vor die Tür setzen kann.
Also ich bin einfach fassungslos, fassungslos! oder wie ein Mitblogger feststellt: Narreteien nicht als Narreteien.

Kommentare:

  1. Die Destillation war damals noch nicht erfunden, also hat es auch keinen Schnaps gegeben. Wein war also das Stärkste, was damals zu kriegen war.

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    1. Stimmt, soweit ich weiß war es St. Patrick der den Whisky erfunden hat, (als er in Meditation versunken nicht mitkriegte, wie sein Gerstenbrei zu gären anfing, die Gärdämpfe an der Decke kondensierten und von da in einen Becher tropften. St Patrick verwendete die Flüssigkeit um wunde Stellen bei Mensch und Vieh zu behandeln...) Habe ich auf jeden Fall mal wo gelesen und das spuckte bei der Abfassung des Beitrags irgendwie in meinem Hinterkopf herum.
      Auf jeden Fall ist Alkohol gut zur Desinfektion von Wunden, worum es mir ja ging.

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  2. Vielleicht ist es auch nur ein wörtlich übersetztes Idiom seiner Sprache. Bei uns im deutschten heißt es ja, man soll kein Salz in die Wunde streuen, vielleicht ist das in anderen Sprachen anders formuliert und meint nur das gleiche?

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  3. Wenn es aber ein Idiom in Spanisch wäre, wäre es aber ein ganz schon dummes Idiom. weil werter Anonym wie ich lange und breit ausgeführt haben, ist es sehr sinnvoll mit Alkohol Wunden auszuwaschen, jedoch kontraproduktiv Salz in Wunden zu streuen.
    Salz brennt und tut weh, Alkohol reinigt und desinfiziert.
    Genau deshalb ist der Ausspruch ja so sinnlos und eben anti biblisch.
    Ich meine wenn er gesagt hätte "Sand in die Wunden streuen.." oder Pfeffer, oder so, dann hätte Ihr Einwand Sinn.
    Es gibt sogar manchmal spezial gelagerte Sonderfälle, wo man mit Salzpflaster Wunden behandelt, aber das ist nix für die Hausapotheke.

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