Montag, 13. Januar 2014

Gedanken zum innerkirchlichen Spartrip

das folgende ist mir einfach spontan durch den Kopf geschossen, weil ich seit frühester Kindheit immer wieder mit Leuten zu tun habe, die echt dickes Geld haben und der Ansicht sind, wenn sie alle Gemüseabfälle in die Suppe tun, dann erwerben sie sich damit einen besonders guten Platz im Himmel.
Ich kenne Leute die besitzen neben ihrer Rente 2 Mietshäuser in der Innenstadt, einer bekannten, teuren Großstadt und schneiden die Inkontinenzeinlagen in der Mitte durch, weil die ja Geld kosten und man ja sparen muss. Ich kannte einen echt vermögenden Mann, der band sich die Hosen mit Bindfaden zusammen, weil ein Gürtel ja Geld kostet. Könnte von dieser Sorte seitenlang wahre Geschichten  erzählen, die total absurd  und dabei unendlich traurig sind.
Jeder, der bei sowas mal nebendran stand, weiß wie sehr man sich damit blockieren und das Leben schwer machen kann und ich frage mich schon länger, warum die Kirche plötzlich auch auf dem Trip ist.
Es wäre einfach nett,. wenn mir mal wer erklären würde, was daran schlecht ist, wenn es dem Menschen materiell gut geht. Schließlich und endlich ist das doch die Motivation für all die Leute, die von woanders zu uns kommen.
Im Grunde ist Geld doch  nur ein bisschen bedruckter Stoff mit dem man sich lauter, im Grunde Überflüssiges kaufen kann, was  jedoch Vergnügen macht und es einem erlaubt, der Anweisung Jesu für diesen Fall zu folgen, sich nämlich entweder mit dem ungerechten Mammon Freunde zu machen, oder ihn an die Armen zu verschenken.


Wobei ich nicht wissen möchte, wie unsere hochwürdigen Armutsfans reagieren würden, wenn einer echt durch die Stadt laufen würde  und 50€ Scheine  verteilen würde.
Im Moment überschlagen sich doch viele Bischöfe,  um beim öffentlich zelebrierten Geiz, bzw der öffentlichen Verurteilung der Verschwendung (wobei Geiz zu den Quellsünden gehört und Verschwendung eben nicht) groß mitzutun.
Das ist aber genau nicht christlich, weil das Christentum eine Religion  des Gebens nicht des Behaltens ist.
Und dann sind wir doch keine miesepetrigen Knicker, sondern gerufen zur Freude und wie gesagt, zur Freude gehört auch die Fülle und die inständige Bitte drum "die irdischen Güter so zu gebrauchen, dass man der ewigen nicht verlustig geht"
Geld hat bekanntlich der Teufel erfunden, aber man braucht es halt und wer den Ruf hat, in echt franziskanischer Armut zu leben, der soll und kann das ja tun, aber wenn ich so an die vergangene Adventszeit und die vielen, vielen Bettelbriefe zurückdenke, die im Briefkasten waren, muss ich sagen, täte schon gerne wissen: " wat es denn nu?"

P.S es war übrigens so:  Pius XII hat nach den Bombenangriffen in Rom - alles Geld, was er im Apost. Palast hatte- genommen - hat seinen Fahrer gerufen und ist allein-nur Substutit Montini ( der spätere Papst Paul VI ) war noch mit ins Auto gesprungen, in die betroffenen Stadtteile gefahren und hat es an die Menschen auf den Straßen verteilt. Das Fahrzeug gab irgendwann seinen Geist auf und der Heilige Vater ging zu Fuß weiter.
Schwester Pascalina gab in seinem Namen Dollars bündelweise an Bedürftige, Priester, Ordensleute- die Konvois aus dem Vatican fuhren ununterbrochen mit Lebensmitteln, Kleidung, Medikamenten, Material und Geld für die Diözesen-nach Kriegsende dann auch in den zerstörten deutschen, besonders München herum (u.a. auch mit Schuhen &Soutanen für die Seminaristen) und gaben mit vollen Händen. Das ganze Erdgeschoss des apostolischen Palastes war ein Magazin-in dem das alles gelagert wurde. Die Gelder kamen  hauptsächlich aus den USA- aber auch aus der Schweiz- alle Länder, die noch wohlhabend waren, wurden vom Vatican zur Hilfeleistung aufgerufen und sie gaben Großzügig.. ( Das Magazin bestand sogar noch, als Pius XII starb). Auch aus seiner Privatschatulle gab der Papst großzügig.
Die Lastwagen waren gelb-weiß bemalt und hatten riesige Aufschriften, dass sie vaticanische Hilfsgüter transportierten- wurden auch mal gezielt bombardiert und beschossen-und ihre kostbare Fracht ( z.B.Mehl) vernichtet. 
Ja aber sowas geht in Zeiten der organisierten Caritas und wo jeder, aber auch jeder Angst hat, was an einen zu geben, der nicht ganz so bedürftig ist, wie man das gerne so hätte, absolut undenkbar. Heulen wir doch alle rum wegen irgendwelche herzzerreißenden Storys von weit weit weg, (ach die armen, armen Robbenbabies) aber den eigenen Kindern gönnen wir noch nicht mal das Leben (das musst du verstehen, die XY kann sich doch mit dem Kind nicht die Karriere verderben, ist ja grad erst mit dem Studium fertig geworden,  und wir haben zwar ein dickes Haus und wissen schon gar nicht mehr, wo wir noch hin in Urlaub fahren sollen, aber da einspringen, das geht doch nicht! so oder ähnlich redet man doch).
Erschwerend kommt hinzu, dass die wahre Not unserer Zeit ein anderes Gesicht hat, nämlich das der doch gestorbenen Hoffnung, dass man jemals von dieser buckligen Erde wegkäme. Das war übrigens auch schon unmittelbar nach dem WKII so, weswegen ein Pater Werenfreid von Straaten ja auf LKW Karosserien Kapellen montierte und dem daniederliegenden Deutschland nicht nur Speck, sondern auch das Wort Gottes brachte.

Und der Jesuitenpater Rupert Mayer gab und sammelte auch, was das Zeug hielt, dem hielt man vor, "Sie werden aber manchmal auch ausgenutzt!" darauf sagte er "der hat noch nix Gutes getan, den man noch nicht ausgenutzt hat!" Aber auch Pater R. Mayer sorgte z.B. dafür dass im Münchner Hauptbahnhof im Wartesaal Sonntagmorgens ab 4 Uhr in der Früh, Messen gelesen wurden, damit die Arbeiter und Dienstleute die am Sonntag "zu ihre Leut" fuhren auch zur Messe kamen.
P.S. auch der Herr Alipius hat sich so seine Gedanken zum Thema gemacht.
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4 Kommentare:

  1. Ich kenne auch so Leute. Die fahren kilometerweit, weil irgendwo das Hundefutter für den edlen Rassehund im Angebot ist, aber der Mann jammert, wenn er keine Auslöse bekommt, weil er in Heimatnähe Arbeit hat und damit drei bis viertausend € weniger pro Monat hat als in Südafrika. Und außerdem sind in Südafrika die Steaks billiger als in Deutschland. Spenden kann man aber nicht so ohne Weiteres, weil man ja nicht weiß, wo die Knete hinkommt und ob sie WIRKLICH was nützt. Und über kirchliche Organisationen schon gar nicht, denn die bauen da ja Protzbauten davon. Nehmen Unsummen ein und lassen den Weltbild - Verlag kaputt gehen. TZTZTZ!

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  2. Und wenn ich nicht irre, verspricht Gott seinem auserwählten Volk- es werde in einem Land leben, wo Milch und Honig fließen und Überfluss herrscht, er segnet die Stammväter mit Erfolg. Da ist nicht von Armut und Not die Rede, die Kennzeichen des göttlichen Wohlwollens wären. Und für den Tempel, die Bundeslade, die Toraschreine war das Teuerste und Kostbarste zu Gottes Ehren gerade gut genug. So war das dann auch bei den Christen- katholischen und orthodoxen gleichermaßen: je schöner und kostbarer desto besser. Beste Materialien, größte Künstler. Das soll nun bei uns Katholiken ab sofort anders sein? Knittrige Polyestersoutanen machen keinen einzigen Hungernden satt, in den Schränken gelassene Paramente und liturgische Geräte auch nicht. Schwarze statt rote Schuhe lindern ebenfalls nicht die Not auch nur eines einzigen Menschen.

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  3. Dazu fällt mir ein, was ein inzwischen gerne vergessener sehr kluger Mann am 25. September 2011 im Konzerthaus zu Freiburg gesagt hat:

    "Eine von ihrer materiellen und politischen Last befreite Kirche kann sich besser und auf wahrhaft christliche Weise der ganzen Welt zuwenden, wirklich weltoffen sein.“ (...) Darum ist es wieder an der Zeit, die Weltlichkeit der Kirche beherzt abzulegen.“ Eine solchermaßen kleiner und ärmer gewordene Kirche kann in die pluralistische Gesellschaft mit ihrer Begeisterung hineinstrahlen.“

    Will man das jetzt, weil einem das Insistieren auf einer "armen Kirche" des Nachfolgers nicht so gefällt, nicht mehr hören??

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    1. Naja werter Siri ich habe noch keine getroffen auf jeden Fall unter den Fans des aktuellen Papstes nicht, die diese Worte auf sich bezogen haben.
      Womit wir bei dem alten "Brot für die Welt,. aber die Wurscht bleibt da" wären.
      Im Grunde fände ich es gut, wenn die Kirche sich all derer entledigen täte , die an ihr leiden und doch 5stellige Gehälter von ihr beziehen, was ein Zitat des Bischofs Dyba ist.

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