Mittwoch, 1. Januar 2014

Im neuen Jahr wird's auch nicht anders, ein Blick in das neueste Konradsblatt

Vor mir liegt das neueste Konradsblatt und da wird dem geneigten Leser erklärt, was die Umfrage des Vatikans zu Fragen der Ehe und Familie im Erzbistum Freiburg für Ergebnisse zeitigt.

Überraschend sind diese keinesfalls, aber interessant.

Da wird zunächst festgestellt, dass "die Gläubigen es ablehnen bestimmte Konstellationen des Zusammenlebens aus der Sicht  des Kirchenrechtes zu betrachten" und stattdessen erwarten , dass "die Kirche die Vielfalt der Familienrealtitäten wahrnimmt und so von Familie spricht, dass sich Väter, Mütter und Kinder von heute,  darin wiederfinden können"
Soweit das wörtliche Zitat, auf gut deutsch ist den Leuten die Lehre der Kirche schnurzpiepegal, aber die Kirche soll sie bitte, bitte dennoch beständig loben und ihnen beständig versichern auf dem rechten Weg zu sein, oder so.
Ich muss dazu nur sagen, als mir die Lehre der Kirche schnurzpiepegal war, da war es mir schwer peinlich wenn irgendsoein moderner Pfarrer, der einem abundan übern Weg lief, versuchte zu erklären, dass ich auf dem rechten Weg sei.

Dann geht die Bestandsaufnahme weiter, und es wird festgestellt, dass wiederverheiratete Geschiedene die "den Wunsch nach dem Empfang der Sakramente haben diese normalerweise auch empfangen können" und ebenso wird lapidar festgestellt, dass ich dieser Wunsch auf die Kommunion bezieht und nicht auf das Sakrament der Beichte, weil die Einzelnen "diese Frage mit ihrem Gewissen klären!"



Dann wird, erstaunlicherweise fast, festgestellt, dass die (in meinen Augen ausufernde Annuliererei) auch keine Lösung ist, weil ja das einfach feststellt, dass eine erste Ehe ungültig war und die Leute ja nicht der Ansicht seien eine etwaige Ehe sei nicht existent gewesen, sondern gescheitert.
Und eine weitere Ausweitung der Annulierungsgründe würde ja diese negativen Erfahrungen nicht ernst nehmen....
Deshalb, anstatt den Ansatz, die erste Ehe ist wichtig und richtig auszubauen, wird  vorgeschlagen doch den ganzen Kram zu lassen und die Handreichung einfach umzusetzen, (wobei sich da  die Frage erhebt, was denn die Handreichung noch soll, wenn, wie ein Abschnitt vorher, festgestellt wird, ja eh jeder zur Kommunion geht, wie es ihm passt. Wobei mir scheint das Neue der Handreichung ist, dass die Kommunion der wvG's halt als ganz normal erklärt wird)
Dann wird festgestellt, dass sich kein Mensch mehr um die Vorgaben der Kirche bzgl vorehelichen Geschlechtverkehrs und künstlicher Empfängnisverhütung schert und wenn es jemand doch noch zur Kenntnis nimmt, was Lehre der Kirche ist, so empfinde er die Lehre als beschämend.
Anstatt jetzt hier die Kurve zu Johannes 6,60  Viele seiner Jünger, die ihm zuhörten, sagten: Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören? zu kriegen, geht es mit "die Kirche kann nur glaubwürdig sein, wenn sie dich der gesellschaftlichen Realität stellt und versucht, den Menschen in der heutigen Lebenssituation gerecht zu werden"
So richtig der erste Teil des Satzes ist und so richtig es ist, dass die Kirche noch nie was anderes gemacht hat, als sich der gesellschaftlichen Realität der Schafe ohne Hirten,  derer, die im Schatten des Todes sitzen, kurz der prinzipiellen Verlorenen und an die Sklaverei der Sünde ausgelieferten Menschen (alles Zitate aus der Schrift) zu stellen, so verkehrt ist die Intention des zweiten Satzteiles.

Gerade das 'sich Stellen der Realität', bedeutet doch, sich einzugestehen, da ist ein Problem, nicht alles ist gut und wir müssen es nur für gut erklären, dann wird alles noch viel besser und das Problem, das im nächsten Abschnitt angesprochen wird, löst sich von selber.
Es wird nämlich festgestellt, dass die Weitergabe des Glaubens von einer Generation zur nächsten überhaupt nicht mehr funktioniert und von der Familie als Hauskirche (was man ja kirchlicherseits immer hochhält und wo ich immer Lachanfälle kriegen könnte, wenn es gesagt wird) in der Realität kaum was zu merken ist.

Dann am Schluss des Konradsblatt Artikels kommt der ultimative Satz, der da lautet, dass die, die sich mit der Umfrage beschäftigt haben, alle engagiert, pastoral kundig und sich viel Mühe gemacht haben.

Damit setzt sich jegliche Kritik dem Vorwurf aus, die Mühe nicht wertzuschätzen und damit kann man jede Diskussion abwürgen. 

Ich muss sagen, ja man kann wohl vor manchen Realitäten die Augen nicht mehr verschließen  und ich fühlte mich bei der Lektüre beständig an den verstorbenen Bischof Dyba erinnert, der schon 1997 in einem Focus Interview sagte:

Die Religion verlangt vom Menschen die Entscheidung für Gott und ein Leben mit Gott. Das ist absolut nicht nach dem Geschmack der modernen Welt, in der alles möglichst unverbindlich und spaßig zugehen soll, wo kein Sinn mehr für Opfer oder Hingabe existiert. Jahrhundertelang war für eine Generation die kommende Generation die Hauptaufgabe. Heute ist für viele das eigene Wohlbefinden zehnmal wichtiger. Die Weitergabe des Lebens ist nicht mehr selbstverständlich, und natürlich auch die Weitergabe des Glaubens nicht. Ich klage die Leute nicht an: Sie sind in eine solche Welt hineingeboren. Früher bekamen sie ja par force ihre Sinngebung mit durch Familie, Schule, Konfession, heute dagegen praktisch nichts.

Tja es ist seit Dybas Tod nicht besser geworden, nur die Gegenrezepte sind immer noch diejenigen, wo man sich an den alten Kalauer von der Therapie, die die Krankheit ist, erinnert fühlt.

Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass es durchaus noch  Katholiken, auch junge gibt, die die Lehren der Kirche , rund um das 6te Gebot ernst nehmen und in aller menschlichen Schwachheit versuchen zu leben.
Hier der Link zu einem solchen Zeugnis.




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