Freitag, 3. Januar 2014

Jesaja's Weinbergklage und die Lage von Kirche und Nation

Man kann es drehen und wenden wie man will, es ist das Christentum, dass Europa groß gemacht hat.
Es gibt in anderen Kulturen Großes und Gutes, aber naja sagen wir mal so, ich habe noch nie von Missionaren anderer Religion gehört die den armen (in ihren Augen) spirituell unterbelichteten, mit praktischem Rat und Tat zur Seite standen.
Ich habe noch nie von moslemischen Gotteskriegern gehört die mit Fürsorge für die Kranken, Schwachen, Armen, dem Bau von Krankenhäusern, Schulen und Sozialstationen versuchten klar zu machen, dass ihr Gott gut ist.
Als ich jung war, gab es ne Menge indischer Gurus, die in den Westen kamen (bzw zu denen der Westen kam) keiner von denen sorgte sich um die westlichen Outlaws.
Der bekannteste dieser Gurus, Bagwahn, erklärt das "to make  money" als wichtigste Aufgabe seiner "Jünger".
Ich will jetzt nicht behaupten, dass die Christen die besseren Menschen wären, auf gar keinen Fall, aber eine umgebende christliche Kultur macht es leichter sich richtig zu verhalten.
Wir wissen jedoch alle, dass umgebende christliche Kultur nicht gerade zu engelsgleichen Wesen geführt hat und jeder schon so sein Päckchen mit sich herumschleppt und auch in so genannten Heilungen  der Familiengeschichte sich immer viel  dreckige Wäsche vergangener Generationen findet, die da stellvertretend gewaschen  wird.
Es geht mir definitiv nicht um Sinn oder Unsinn solcherlei Veranstaltungen, jedoch darum, dass da offensichtlich auch in christlicheren Zeiten genug Ungutes geschehen ist, das teilweise immer noch wirkt.
Ist ja bei Licht betrachtet auch kein Grund sich aufzuregen, muss sich doch die Kirche der Beichtstühle von niemandem sagen lassen, was Sünde ist.

Es ist auch definitiv nicht so, dass, wenn ein Landstrich einmal christlich geworden ist, dann alles, alles gut wird und alle in der Folge immer  froh und dankbar und  gut katholisch sind und bleiben, nein das ist so nicht, und nicht erst seit 1968!

Auf jeden Fall bin ich via Geistbraus  bzw der sich dort ergeben habenden Diskussion, mal wieder an diesem  seltsamen Punkt gelandet.
Für den "normalen" Menschen ist Glaube, Kirche absolutes nogo, eija alter Hut, interessiert keinen mehr und wenn der BDKJ Luftwürste aufbläst und gegen die kirchliche Moral wettert, und dabei feststellt, dass selbige eh keinen interessiert, so ist dem schlicht und ergreifend so.
Der normale Mensch findet zwar, dass der BDKJ u.a mit dem was er so verbrät recht hat, wundert sich jedoch, warum die das als Katholiken machen. Deshalb kann der BDKJ und auch das ZdK grad machen was sie wollen, akzeptiert werden sie eh nie von Normalos, weil ja Kirche eben "ach ja Schnee von gestern" ist. Und wenn der Pfarrer, bei dem man die Tochter, damit die Oma nicht auf die Idee kommt das Häuselein den Steylern zu vermachen, zur Erstkommunion gehen lässt, in der Erstkommunionfeier rücksichtsvoll auf alles verzichtet, was einem katholisch vorkommen könnte, dann ist man  beruhigt.

Eigentlich mag ich gerne Sagen und Mythen von allüberall her, muss jedoch immer wieder feststellen, dass deren Grundtenor irgendwie   düster ist. Orpheus kriegt seine Eurydike eben nicht, Herkules kriegt seine Deiranira, aber die bringt ihn aus einer Mischung aus Eifersucht und Dummheit um. Jason kriegt das goldene Vlies und die Medea, die sich jedoch als bösartige Hexe  entpuppt. Die Asen sind so dämlich und erschießen Baldur und lauter so ein Kram.
Allen heidnischen Sagen ist das Wissen um das letzendliche  Versagen des Menschen eigen, man lese mal nach. Der Held verfängt sich immer in sich selber, er wächst über sich hinaus, vollbringt gewaltige Taten und kommt wegen einer Kleinigkeit zu Fall.
Ganz anders sind da christliche Legenden, die Protagonisten sind meist ganz normale, mackenbesetzte, fehlerbehaftete  Leute, die aber den Punkt hin zu Christus kriegen und dann irgendwie anders sind, teilweise heroisches vollbringen, teilweise ungeheuer  klug und beeindruckend gut sind, jedoch trotz allem nur von Gott her verstanden werden können und im allerletzen, egal ob sie Kartoffeln schälen oder Dome bauen nicht mehr so ganz von dieser Welt sind.

Um die Kurve noch weiter zu kriegen, alles was uns umgibt, all unsere Rechte, das auf medizinische Versorgung und das auf Bildung, das auf Unterhalt, wenn wir uns nicht selber erhalten können, unsere Freiheitsrechte sind Fruchtbäume die im christlichen Garten Europas gewachsen sind.
Wie in jedem Garten ist auch dieser nicht von Schädlingen und Unwettern verschont geblieben, manche Bäume und Sträucher sind nix mehr, mickern vor sich hin und dergl, aber es ist ein Garten.

Aktuell wehren sich jedoch die Gewächse gegen die Bevormundung durch die  Gärtner, sind mit dem Plan, dass die Petersilie rechts und der Kerbel links vom Weg zu wachsen hat, nicht einverstanden, die Karotten  sind  sauer dass sie keine Bäume sind und die Äpfel versuchen an Stangen zu klettern wie die Bohnen. Manche besonders progressive Gärtner finden das auch noch gut und  versuchen oben um die Birnen ein Strohnest zu legen, weil die Erdbeeren das auch haben.
Man kann sie ja verstehen die Gewächse, das ist gar nicht der Punkt. Was jedoch der Punkt ist, die Gewächse hätten es gerne so wie in der Wildnis. Aber dort gibt es keine Gärtner mit Gießkannen, keine gehackten Beete und auch keine Jauche gegen Blattläuse, keine Frühbeetkästen auf der Fensterbank und keine Folientunnel gegen den Regen und keiner setzt die Gewächse dorthin wo sie am besten gedeihen.
Die Gewächse gehen jedoch davon aus, dass all das eben sozusagen selbstverständlich ist, was es einfach nicht ist.
Mich fasziniert z.B immer der eine Wettersegen wo es heißt  .....Er begleite eure Arbeit, damit ihr in Dankbarkeit und Freude gebrauchet, was durch die Kräfte der Natur und die Mühe des Menschen gewachsen ist......Ohne die Mühe des Menschen wäre nur Wildnis.
Unberührte Wildnis hat schon was für sich, das schon, aber ohne die Mühe des Menschen wie Auto, Wanderschuhe, Zelt und Schlafsack kämen wir nicht dazu diese zu sehen und drin leben, einfach so, das können die meisten von uns eh nicht und auch die frühen Menschen haben das nur mit viel, viel Mühen überlebt.
Viel von dem was wir über die Natur und die unberührte Natur und wie toll das alles sei, so von uns geben,  gleicht doch den Adeligen im Schlosspark von Versailles, die dort Schäfer und Schäferin spielten und sich gaaaaaanz gaaaaaaaanz naturverbunden vorkamen, und um das auszudrücken sich mit Blumennamen anredeten.
Aktuell erleben wir, dass der Garten schon noch Frucht bringt, finden das langsame Verwildern auch irgendwie nett und chique, und gut, Jedoch sollte man sich schon mal überlegen, ob wir nicht aktuell die Strafe Gottes erfahren der schon bei Jesaja sagt

Ich will ein Lied singen von meinem geliebten Freund, /ein Lied vom Weinberg meines Liebsten. Mein Freund hatte einen Weinberg / auf einer fruchtbaren Höhe.
2Er grub ihn um und entfernte die Steine /
und bepflanzte ihn mit den edelsten Reben. Er baute mitten darin einen Turm / und hieb eine Kelter darin aus. Dann hoffte er, / dass der Weinberg süße Trauben brächte, / doch er brachte nur saure Beeren. 3Nun sprecht das Urteil, Jerusalems Bürger und ihr Männer von Juda, /im Streit zwischen mir und dem Weinberg!
4Was konnte ich noch für meinen Weinberg tun, / das ich nicht für ihn tat? Warum hoffte ich denn auf süße Trauben? / Warum brachte er nur saure Beeren?
5Jetzt aber will ich euch kundtun, /
was ich mit meinem Weinberg mache: Ich entferne seine schützende Hecke; / so wird er zur Weide. Seine Mauer reiße ich ein; / dann wird er zertrampelt.

6Zu Ödland will ich ihn machen. /
Man soll seine Reben nicht schneiden / und soll ihn nicht hacken; Dornen und Disteln werden dort wuchern. / Ich verbiete den Wolken, ihm Regen zu spenden. 7Ja, der Weinberg des Herrn der Heere /
ist das Haus Israel und die Männer von Juda sind die Reben, / die er zu seiner Freude gepflanzt hat. Er hoffte auf Rechtsspruch - / doch siehe da: Rechtsbruch, und auf Gerechtigkeit - / doch siehe da: Der Rechtlose schreit. 8Weh euch, die ihr Haus an Haus reiht /
und Feld an Feld fügt, bis kein Platz mehr da ist / und ihr allein im Land ansässig seid. 9Meine Ohren hören das Wort des Herrn der Heere: /
Wahrhaftig, alle eure Häuser sollen veröden. So groß und schön sie auch sind: / Sie sollen unbewohnt sein. 10Ein Weinberg von zehn Morgen bringt nur ein Bat Wein, /
ein Hómer Saatgut bringt nur ein Efa Korn. 11Weh euch, die ihr schon früh am Morgen /
hinter dem Bier her seid und sitzen bleibt bis spät in die Nacht, / wenn euch der Wein erhitzt. 12Bei ihren Gelagen spielt man Zither und Harfe, /
Pauken und Flöten; aber was der Herr tut, beachten sie nicht, / was seine Hände vollbringen, sehen sie nicht. 13Darum muss mein Volk in die Verbannung; /
denn es hat keine Erkenntnis. Seine Reichen sterben vor Hunger, / die Masse der Armen verschmachtet vor Durst. 14Darum sperrt die Unterwelt ihren Rachen auf, /
maßlos weit reißt sie ihr Maul auf, sodass des Volkes Pracht und Reichtum hinabfährt, / der ganze lärmende, johlende Haufen. 15Die Menschen müssen sich ducken, /jeder Mann muss sich beugen, / die stolzen Augen werden sich senken.
16Doch der Herr der Heere ist erhaben, /wenn er Gericht hält, durch seine Gerechtigkeit / erweist der heilige Gott sich als heilig.
17Dann grasen dort Lämmer wie auf der Weide, /in den Ruinen weiden fette Schafe.
18Weh euch, die ihr die Strafe wie mit Ochsenstricken herbeizieht /und die Sünde wie mit Wagenseilen.
19Ihr sagt: Was er tun will, das tue er schnell; /er soll sich beeilen, damit wir es sehen; was der Heilige Israels plant, treffe bald ein; / wir wollen es wissen.
20Weh denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, /die die Finsternis zum Licht und das Licht zur Finsternis machen, / die das Bittere süß und das Süße bitter machen.
21Weh denen, die in ihren eigenen Augen weise sind /und sich selbst für klug halten.
22Weh denen, die Helden sind, /wenn es gilt, Wein zu trinken, / und tapfer, wenn es gilt, starke Getränke zu brauen,
23die den Schuldigen für Bestechungsgeld freisprechen /und dem Gerechten sein Recht vorenthalten.
24Darum: Wie des Feuers Zunge die Stoppeln frisst /und wie das Heu in der Flamme zusammensinkt, so soll ihre Wurzel verfaulen / und ihre Blüte wie Staub aufgewirbelt werden. Denn sie haben die Weisung des Herrn der Heere von sich gewiesen / und über das Wort des Heiligen Israels gelästert.
25Darum entbrennt der Zorn des Herrn gegen sein Volk; /er streckt seine Hand aus gegen das Volk und schlägt zu. Da erzittern die Berge / und die Leichen liegen auf den Gassen wie Abfall. Doch bei all dem lässt sein Zorn nicht nach, / seine Hand bleibt ausgestreckt.
26Er stellt ein Feldzeichen auf /für ein Volk in der Ferne, er pfeift es herbei vom Ende der Erde / und schon kommen sie eilig heran.
27Kein Müder ist unter ihnen, keiner, der stolpert, /keiner, der einnickt und schläft. Bei keinem löst sich der Gürtel von den Hüften, / noch reißt ein Schuhriemen ab.
28Ihre Pfeile sind scharf, /alle ihre Bogen gespannt. Die Hufe ihrer Pferde sind hart wie Kiesel, / die Räder sausen dahin wie der Sturm.
29Es ist ein Lärm wie das Brüllen des Löwen, /
wie wenn ein Junglöwe brüllt. Er knurrt und packt seine Beute, / er schleppt sie fort / und niemand reißt sie ihm weg. 30Und es dröhnt über ihnen an jenem Tag /wie das Brausen des Meeres. Wohin man blickt auf der Erde: / nur Finsternis voller Angst; / das Licht ist durch Wolken verdunkelt.

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