Mittwoch, 8. Januar 2014

Weihnachtszeit - eine Nachlese.

Die Weihnachtszeit ist ja noch nicht so ganz vorbei und dauert ja eigentlich bis "Lichtmess" - oder kirchenkalendarisch dem Tag der "Darstellung des Herrn" am 2. Februar.

Aber die "Hauptsache" ist vorbei und ich muss sagen, dieses Jahr war es eine besonders schöne Zeit.
Wenn man über Weihnachten/Neujahr verreist, hat man ja viele Gelegenheiten, mal in andere Bistümer hineinzuriechen, die teilweise in der Nachbarschaft und teilweise in der Diaspora liegen.

Den ersten Weihnachtstag 
durfte ich zum Beispiel in einer Diaspora Gemeinde mitfeiern - in einer Kirche, die nicht mal an einem solchen Feiertag voll besetzt war ... aber so ist's halt weit weg von Bayern. Die Messe bot trotzdem einige schöne Überraschungen. Zum Beispiel Chor und Orchester, die für einen feierlichen Rahmen sorgten. Das "Highlight" an sich war aber das Credo, das wohl in dieser Kirche relativ selten aus dem GL 423 gesungen wird. Das sorgte für einige Irritationen bei den Besuchern, die deshalb auch etwas leise bis gar nicht mitsangen. Das "Et incarnatus est" wurde dann vom Chor besonders feierlich intoniert. Ich schaute nach rechts und links: niemand kniete .... und dann nach vorne: Der Pfarrer kniete allein am Altar ... also machte ich das, was ich in München gelernt hatte und kniete ebenfalls, blieb aber damit allein mit dem Pfarrer (sture Hessen, halt).....


Zu Neujahr 
später war ich dann in der Nähe meines Heimatbistums, wo ich dann eine besondere Messe mitfeiern durfte. Diese Messe wird traditionell mit neuen geistlichen Liedern gefeiert. Es gibt auch ein paar schöne ... Trotzdem fiel mir auf, dass die meisten Lieder Gott zu den Menschen herunterziehen und nicht den Menschen hinauf zu Gott ... Ein Jesuitenpater zelebrierte die Messe und er sagte zu unser aller Überraschung während des Hochgebetes ".... gemeinsam mit Franziskus, dem Bischof von Rom......"
Das zauberte mir dann aber doch ein Lächeln auf die Lippen, ist der Ausdruck Bischof von Rom doch gerade in der internationalen Bloggerszene eher ein "Schimpfwort" für den Papst ... Nun ja.

Aber am 5. Januar
war ich wieder "dahoam" und da ging es auch gleich wie gewohnt weiter. Mit einer wunderschönen Messe in St. Peter, musikalisch gestaltet vom immer besser werdenden Chor, mit einer Messe von Ignaz Reimann, von dem ich bisher noch nie was gehört habe. Man lernt halt nie aus. Aber deshalb gehe ich ja auch in die Kirche.

Und am Fest "Erscheinung des Herrn" 
fühlte ich mich dann noch mehr dahoam! Diesmal zog es mich in die Theatinerkirche. Das ist dieser Prunkbau am Münchner Odeonsplatz - wo die Predigten der Dominikaner die herrliche barocke Architektur noch übertreffen. Diesmal lernten wir, dass die Heiligen Drei Könige oder die "Sterndeuter" sich deshalb auf den Weg nach Bethlehem machten, um den "neugeborenen König der Juden" zu finden und ihm zu huldigen. Richtig, ein Königskind war Jesus, denn er entstammte einer königlichen Dynastie, dem Haus David. Darauf sollte hingewiesen werden, auch in dem Zusammenhang, dass Jesus heute gerne als mittelloser Wanderprediger bezeichnet werde, was aber den historischen Tatsachen nicht entspricht.
Ein schöner Einstieg also in einen Tag, der noch einen weiteren Höhepunkt zu bieten hatte:
Die "feierliche Vesper mit eucharistischer Prozession und TeDeum": Augenpulver und Ohrenschmaus zum Abschluss der Weihnachtsfeierlichkeiten.
Schon zum Einzug sahen wir einen Münchner Kardinal, der uns seine Sparsamkeit dokumentierte. Er trug nämlich die liturgischen Gewänder, die sicher schon sein Vor-Vorgänger zu diesem Anlass trug. Ich erwähne jetzt nur mal die goldene Mitra sowie einem Goldbrokat-Rauchmantel, golden bestickt mit christlichen Symbolen und Blumen - dazu in Rot ausgefüttert. Herrlich!
Begleitet wurde das ganze von Mozart's "Vesperae solennes de Dominica" KV321, dargeboten vom Chor von St. Peter. Mit den entsprechenden Antiphonen, gesungen von der Schola. Es fiel fast kein deutsches Wort, bis auf die Fürbitten, die aber von uns mit dem "Kyrie eleison" beantwortet wurden.
Auch das "Großer Gott wie loben dich" GL257 fiel aus und wurde ersetzt durch Mozart's "Te deum laudamus", was die eucharistische Prozession noch feierlicher machte. Der eucharistische Segen wurde dann begleitet von Mozarts "Tantum ergo" - und dann erloschen, wie in jedem Jahr alle Lichter - mit Ausnahme der Weihnachtsbäume - und gemeinsam sangen wir dann alle noch einmal "Stille Nacht".
Es war wieder mal zum Heulen schön ... da freut man sich schon auf's nächste mal.

Und weil's gerade so gut in unsere Zeit passt:
Hier ist der Psalm 112 - "Beatus vir" aus der Mozart Vesper KV321

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