Mittwoch, 19. Februar 2014

Apologetik oder ein frischer Zweig aus dem abgehauenen Baumstumpf Volkskirche

Einer meiner Lieblingspadres irischer Nationalität pflegt zu sagen:
Der Unterschied zwischen den Deutschen und den Iren ist: Die Deutschen sagen "die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos" und meinen das eher so, dass es eher auch noch hoffnungslos ist, während die Iren sagen "die Lage ist hoffnungslos, aber das ist nichts Ernstes", und es auch so meinen.
Auf jeden Fall bin ich Deutsche und daher denke ich, dass die Lage der Kirche in Deutschland ernst und fast hoffnungslos ist.
Ich bin mal im zeitigen Frühjahr immer an einem frisch abgehauenen Baum vorbeigekommen, und es hat mich immer fasziniert, wie sehr dieser Baum noch geblüht hat, jedoch eben keine Frucht mehr entwickelt hat und immer war er mir ein Symbol für die Kirche in Deutschland.
Wie sagte mein alter Pfarrer, R.I.P., mal ganz knapp im privaten Gespräch, "Die Volkskirche ist am Ende. Punkt."
Nur war es wie bei dem abgehauenen Baum, man konnte immer noch argumentieren, "Nee, nee, da sind ja noch Blüten und  frische Blätter" sprich sich im Brustton der Überzeugung, als Beschwichtigungshofrat von St. Kamillentee gebärden.
Nun, man hört von diesen Herrschaften  schon länger nix mehr, mittlerweile hat es sich auch in das behäbige Ordinariat herumgesprochen, dass wir ein Problem haben und die vor ca. 10 Jahren mit großen Getöse und der Beteuerung besagter Hofräte, dass das diiiiiiiiie große Chance sei, weil ja Aufbruch im Umbruch, zum Durchbruch aus der Krise, die ja immer und immer und immer nur diiiiie Chance ist, eingeführten Seelsorgeeinheiten, es  auch nicht rausgerissen haben, weil wir ja mittlerweile schon  zu den Superseelsorgeeinheiten fortgeschritten sind.

Ich persönlich bin schon der Ansicht, dass Gott auch einen Ausweg aus dem gegenwärtigen innerkirchlichen Schlamassel hat, nur bin ich a) der Ansicht das ist, wie alle Wege Gottes, ein Kreuzweg, und b) Gott eröffnet uns diesen Weg erst dann, wenn wir anfangen einzusehen, dass wir uns verrannt haben, und c) solange wir Gott in jeder Fürbitte versichern, dass wir genau  wissen, was zu tun ist  und er uns gefälligst dazu zu segnen hat, wird er genau das tun und uns weiter auf unserem breiten Weg, des "wir wollen so sein wie alle Welt" laufen lassen.

Um aber wieder zu meinem Baum zurückzukommen, aus dem Stumpf, wuchsen, lange, gagelige schwache Triebe, die kamen mir immer vor, wie die neuen Bewegungen, Gemeinschaften und Initiativen.
Ich kenne die Kritik an selbigen  und teile sie teilweise auch,  jedoch kommt mir viel Kritik vor wie jemand, der die Schösslinge  mit dem gefällten Stamm vergleicht und im Grunde nicht realisiert, dass der Stamm halt gefällt ist.
Wobei auch hier festzustellen, ist, die jungen Priester, sind meist sehr konservativ, was ja auch nicht verwundert, wachsen sie doch aus dem Wurzelstock heraus.




Eigentlich wollte ich aber, anstatt immer zu meckern, auf einen solchen neuen Trieb hinweisen,nicht ohne vorher auf einen älteren zu verweisen, nämlich ein Buch, wo in humoriger Weise, all die Situationen beleuchtet werden, wo die Kirche am Ende war (von der bayerischen Säkularisation, wo alle Klöster aufgelöst wurden über den Investiturstreit, hin zum Einzug Kalif Omars in Jerusalem und alle Eroberungen mitsamt Plünderung, die das christliche Rom erlebt hat) und sie doch nicht am Ende war, weswegen das Motto von Monte Cassino besagt "Abgehauen grünt er neu" was auch der Buchtitel ist, wie alles Gute gibt es das nur noch antiquarisch.

Hier haben wir den Versuch die Schöpfungsgeschichte mal anders zu beschreiben, und das mit dem Ziel Leute dafür zu interessieren, die normalerweise mit Gott und Bibel nix am Hut haben, das ganze im Rahmen  eines online Magazins für junge Leute, das nicht nur christliche Themen hat.

Der erste Artikel fängt an mit:

Sensation: Prototyp „Mensch“ ist fertig!
Die Bauarbeiten im Gebiet von Eden sind nun abgeschlossen. Die spektakuläre Neuerscheinung überrascht selbst Kritiker aus der gesamten Tier- und Pflanzenwelt: Gott hat den ersten Menschen erschaffen. Gerüchten zufolge ist eine Zweitversion des Serienmodells bereits in Planung. Ein Bericht von Holger Herrlich.



und kann hier weiter gelesen werden

und hier geht es dann weiter mit

Rippen-Experiment geglückt! Gott erschafft Frau
Gott ist der große Coup gelungen. Nur kurze Zeit nach der Erschaffung der Welt, der Pflanzen, der Tiere und des ersten Menschen, hat Er sich erneut selbst übertroffen: Gott hat die erste Frau erschaffen. Ein Bericht von Holger Herrlich.

 
Jedoch dräuen schon Verwicklungen und Probleme am Horizont, weil ja, die fehlenden Sicherheitseinrichtungen am Baum der Erkenntnis und über die Rolle einer gewissen Serpens ist man sich auch noch nicht im Klaren. Wie gesagt, bitte klicken

8 Kommentare:

  1. Semper Catholicus20.02.14, 22:17

    Liebe Ester, ich könnte Ihnen ja in vielem zustimmen, aber an einer Stelle lässt mich dieser lesenswerte Blog dann doch ratlos zurück: wo Sie gegen die Seelsorgeeinheiten (und jetzt bald Super-Seelsorgeeinheiten) wettern. Die gibt es doch nicht aus finanziellen oder sonstigen ganz "praktischen" Gründen, sondern einzig aus einem Grund: weil wir in Relation zur Anzahl der Katholiken viel zu wenig Priester haben! Und weil wir nun einmal aus theologischen Gründen unbedingt daran festhalten, dass eine Pfarrei ein ebenso hierarchisches Gebilde ist wie die Kirche insgesamt, und d.h.: dass an der Spitze einer jeden Pfarrei ein Priester zu stehen hat, und kein Pastoralreferent, und sei ein solcher dem Priester theologisch noch so haushoch überlegen. (Solches gibt es, und nicht zu wenig.)
    Wenn aber jede Pfarrei einen Priester als alter Christus als Haupt haben muss, es aber nur noch so wenig Priester gibt, hilft rein logisch nur eins: die Pfarreien müssen grösser und grösser werden. Das sind dann halt die "Seelsorgeeinheiten".

    Haben Sie denn eine Alternative? Ich behaupte: es gibt keine. Es sei denn, man beseitigt die Fokussierung auf den Priester als Haupt und Repräsentant der Gemeinde. Damit aber würde man, wie Sie sicherlich auch sagen, die Axt an die Wurzel des katholischen Kirchenbildes legen...

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  2. Mein lieber, ihr Denkfehler ist folgender : " weil wir in Relation zur Anzahl der Katholiken viel zu wenig Priester haben! "
    Stimmt nicht eurer Ehren! In Relation zur Zahl der praktizierenden Katholiken haben wir üppig Priester!
    Und der zweite Denkfehler kommt gleich hinterher, Seelsorgeeinheiten sind gerade nicht als große Pfarreien konzipiert, also alle die in HIntertupfingen Adorf, Bdorf, Cdorf udn Ddorf wohnen gehören halt alle zu St. Aloysius das in Edorf steht und dort ist der Pfarrer Hinterhuber.
    Ich würde längst nicht so meckern, wenn es so laufen täte, tut es nicht!
    Während man zum Einkaufen, zur Arbeit und zum Verein, zum Pizzaessen, oder zum Brunchen oder auch zum Arzt und zur Physiotherapie, locker flockig durch die Gegend fährt und dazu auch Oma Eulalie immer abholt bzw, die mit dem Taxi kommt, so muss die Kirche jedoch fußläufig sein, weil wir ja im 3, Jahrhundert nach Christus leben (ist ironisch gemeint)

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  3. Semper Catholicus21.02.14, 00:33

    Danke für die Antwort. Zum zweiten "Denkfehler" stimme ich Ihnen absolut zu. Es ist unsäglich, diese Anspruchshaltung unserer Schäfchen von wegen "Nähe", "Beheimatung", "Kirche im Dorf", "fussläufig" etc. In den meisten Teilen dieser Welt nehmen die Menschen enorm viel auf sich, um Sonntags die Messe zu besuchen.

    Der erste "Denkfehler" aber ist nicht meiner, sondern Ihrer. Diese in bestimmten Milieus gerne aufgemachte Gleichung "Wir haben keinen Priestermangel, im Gegenteil, wir haben üppig viele Priester, weil wir ja nur noch soo wenige Schäfchend haben" ist schräg. Sie geht nämlich nur auf, wenn die ca. 90% "Kirchendistanzierten" (oder auch "Taufscheinchristen") flugs zu Nichtkatholiken erklärt werden. Und der Priester sie nicht mehr betreuen muß. Also keine Taufen, Firmungen, Trauungen, Beerdigungen bei diesen 90%. Wenn Sie das im Ernst meinen, okay, dann liegt der Denkfehler bei mir.

    Allerdings hätte ich die Lehre der Kirche da bei mir, denn: Semel catholicus, semper catholicus. Ich darf jemanden, nur weil er kein sonntäglich "praktizierender" Katholik ist, nicht zum Nichtkatholiken erklären und ihm die Sakramente u.ä. verweigern. Damit aber bin ich als Priester dann eben doch für 20.000 Seelen verantwortlich statt für 2.000.

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    1. Ich habe das Gefühl sie wollen mich nicht richtig verstehen, aber a) werden der Schäfchen immer weniger und b) wollen ja die meisten auch nicht mehr gefirmt udn zur Erstkommunion geführt werden,nur beerdigen, dass sollen sie die Oma bitte schön noch.
      Mir scheint es wäre einfach sehr, sehr hilfreich, wenn man den Tatsachen mal ins Auge blicken täte, anstatt so zu tun, als lebten wir noch in Zeiten funktionierender Volkskirchen.
      Im übrigen geht es nicht um die Verweigerung der Sakramente sondern darum, dass die meisten die gar nicht wollen, oder nicht kapieren was das ist, ein Sakrament,

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    2. Semper Catholicus21.02.14, 14:18

      Mit allem respekt, aber ich habe den Eindruck, dass eher Sie nicht richtig verstehen wollen. Wissen Sie, wie hoch der Zahl der Pfarrer bei uns ist (ich komme aus derselben Diözese wie offenbar Sie), die an Burn out erkrankt oder alkoholkrank sind? Erzählen Sie denen mal Ihre Meinung, daß wir ja gar keinen Priestermangel haben, weil die Priester ja nur noch soo wenige praktizierende Katholiken zu betreuen haben. Nee, erzählen Sie das denen besser nicht, denn dann würden die Priester Ihnen wohl was erzählen...

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    3. Bei allem Respekt, ich weiß das alles, aber m.E kommt das auch daher, dass die Herren Pfarrer a) auf den falschen Hochzeiten tanzen und b) seit Jahren immer freundlich genickt haben, wenn man von ihnen gewollte hat, eine Mischung aus Pausenkaper, Alleinunterhaltung, Psychologe und Hans_Dampf in allen Ecken zu sein.
      Falls Sie kein Fake sind, wissen sie selber, was los ist, wenn Sie sich auf einem Dies mal hinstellen und ehrlich sagen "Ich kann nicht, mehr, bei mir klappt gar nix, alle tanzen mit auf dem Kopf herum..."!
      Irgendein Kollege wird dann auf St. XY verweisen, wo alles sooooooo Klasse läuft und den Kollegen und die Studie ..
      Und wenn Sie nicht locker lassen, dann wird man ihnen schon ein paar Bibelsprüche um die Ohren hauen, von wegen der Krise als Chance und so.
      Gerade weil man seit Jahren die Augen vor der Realität verschließt, ist der Frust ja so hoch.
      Wobei das ganze ja noch verschärft wird durch die Bereitschaft den Mitbruder ins Messer laufen zu lassen, bzw sich dran hochzuziehen, wenn der halt so ist wie er ist.
      Wir haben definitiv keinen Priestermangel, wir haben Gläubigenmangel und von Seiten der Leut die große Forderung an die Kirche Wellnessverein und Lösungsfinder in allen Problemlagen zu sein, dazu die Forderung, egal um was es dreht, die Quadratur des Kreises zu vollbringen, also eine Mischung aus allen Heiligen, die es so gibt darzustellen (arm wie Franziskus, Klug wie Thomas von Aquin, seeleneifrig wie Franz von Sales, streitbar wie der Graf von Galen und lieb wie Hermann Contractus, dazu noch gut mit der Jugend wie Don Bosco und musikalisch wie St. Cäcilia, dazu nocht verwaltungstechnisch fitt und und und)
      Wenn man das von mir wollten täte, täte ich auch saufen, nur finde ich, wer sich diesen Schuh halt auch anzieht (und das tun die Pfarrer seit Jahrzehnten) ist einfach selber schuld.
      Das kommt halt davon wenn man sich nicht an der Philosophie des gesunden Menschenverstandes orientiert, sondern sich auf moderne Wolkenkuckuksheimphilosophie, die im Gegensatz zu dem was der alte Freimaurer Jo Wolfi noch im Konjunktiv formulierte, davon ausgeht, dass der Mensch anundfürsich hilfreich gut und edel i s t.
      Und genau das ist verkehrt, weil der Mensch nicht gut ist, sondern so schlecht, dass er von Jesus, dem Christus so schwer erlöst werden musste.

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  4. Semper Catholicus21.02.14, 16:04

    Ihrer Analyse stimme ich größtenteils zu (bis auf die Behauptung, wir hätten keine Priestermangel. Wissen Sie, wie viele Seminare hierzulande in den letzten Jahrzehnten geschlossen werden mußten - schlicht aus dem einen Grund, daß sie leer und leerer wurden???)
    Aber Ihrer Folgerung nur bedingt. Das alles kommt nämlich - auch - davon, dass bestimmte Kreise, die sich selber (nur bedingt zu Recht) für besonders treu und konservativ dünken, den Priester als buchstäbliche "Eierlegende Wollmilchsau" sehen wollen. Warum? Weile er ja laut der reinen Lehre als "Alter Christus" das Haupt, die alleinige Spitze der Pfarrei sein muß - und daher unmöglich sich nur den Dingen widmen darf, für die er einstmals studiert hat und kompetent ist. Sondern eben unbedingt auch der PGR und tausend andere Gremien leiten muss, wos um Geld, Gebäude, Pfarrfeste und sonstigen Allotria geht. Wäre alles nicht nötig, können die Laien viel besser, weil sie dafür kompetent sind. Aber nein, das darf ja nicht sein, der Priester ist ja alleiniger Chef, die Laien nur seine Gehilfen und Berater. Wenn sie über Geld und Gebäude entscheiden hätten, hätten sie ja soo viel Macht. Und Macht von Laien ist grundsätzlich verdächtig und vom Übel. Also muss der arme Priester dicke Haushaltspläne lesen und verstehen, mit Architekten und Ingenieuren über Gebäudeoptimierungen verhandeln, beim Pfarrfest stundenlang hinterm Grill stehen, die Pfarrfastnacht lustig mitmachen etc.pp. Da endet fest jeder im Suff. Und da sind leider auch die "Romtreuen" kräftig mitverantwortlich dafür.

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    1. Wir lassen das jetzt mal, im Grunde finde ich, Sie sehen das schon richtig, nämlich den mit der eierlegenden Wolllmilchsau.
      Nur sehen sie das so, dass wenn man die Laien nur lässt,. die Sau dann schon noch Milch gibt, Eier legt und geschoren werden kann....

      Während ich das so sehe, dass dafür Kirche nicht primär da ist, sondern das zu den Dingen gehört die eventuell dazu gegeben werden (aber im Grunde nicht nötig sind).
      Im Übrigen springen ja allüberall Laien herum, was zur Folge hat, dass beide Kirchen mehr Angestellte, als praktizierende Gläubige haben.
      Und genau deshalb gleicht Kirche einem Schloss, in dem eh keiner mehr wohnt und wohnen will, das wir aber erhalten auf Teufel komm heraus.
      Ich verweise hier drauf http://beiboot-petri.blogspot.de/2014/01/aus-dem-konradsblatt-merkwurdiges.html
      Und ja es gilt das Gesamte in den Blick zu bekommen, dass es nämlich auch für die frömmeren größtenteils so ist, dass für sie der Glaube eine Methode ist, die Affären dieser Welt besser hinzukriegen udn darin liegt der Fehler.
      Gläubige sind nicht so ganz von dieser Welt, weil sie Sehnsucht haben nach ihrer Heimat, die im Himmel ist und dafür alles hergeben, wie uns die Schrift lehrt, und nicht die sind, die wegen des Glaubens alles kriegen was es so gibt.
      Um mal den Proll von heute Mittag an der Bushaltestelle zu zitieren "Ich glaube an rechts hinten!" und als ich fragend guckte,. sagte er "da steckt die Brieftasch!"

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