Donnerstag, 20. Februar 2014

Mensch oder Nicht-Mensch, das ist hier die Frage.

Letztes Wochenende hatte ich mal wieder Besuch aus der protestantischen Provinz. Das sind alles liebe und nette Menschen und ich freu mich immer, wenn sie mal kommen. Es war ein schönes Wochenende, zumal ja auch das Wetter gehalten hat, was uns versprochen wurde.
Aber wie's halt so ist mit den Protestanten, für die Kirche und für unseren Glauben haben die sich nie besonders interessiert - und verstehen tun sie's auch nicht. Und wir haben auch genügend andere Gesprächsthemen, so dass das bisher nie wichtig war.

Protestanten beschäftigen sich ja normalerweise nicht mit uns - wenn man mal davon absieht, dass sie gerne auf die Katholiken herabsehen, weil der bessere Mensch ist nun mal Protestant. Und wir sind ja so altmodisch usw. Doch diesmal war alles anders. Seitdem Papst Franziskus hin und wieder mal die Schlagzeilen beherrscht, kennen ihn auch die Protestanten - und es wundert uns nicht, sie sind ganz begeistert von diesem Papst. Nun muss ich aber anfügen, dass meine Verwandten nun ihr Wissen nicht aus den herkömmlichen Magazinen wie Spiegel oder Focus, Stern etc. haben. So was lesen die von Haus aus nicht. Die sitzen - wie schon vor aller Ewigkeit abends um 8:00 vor dem Fernseher und gucken die Tagesschau oder wenn das Abendessen vorher fertig ist, auch schon heute, danach folgen die regionalen News aus der Hessenschau usw., bis es dann wieder mit dem heutejournal und den Tagesthemen weitergeht...
Gelesen wird die Heimatzeitung, die die "großen, weltbewegenden News" von der dpa erhält und für die Ereignisse vor Ort ihre Lokalreporter losschickt. Und hin und wieder mal die Yellow Press. Das reicht aber aus, um der Kirche fernstehende das Wissen zu vermitteln: Papst ganz toll, aber Kirche doof und Bischof von Limburg ganz böse ....

Nix neues sollte man meinen, aber ich bin dann doch etwas ins Stocken geraten, als mir dann erzählt wurde, dass mit dem neuen Papst "endlich mal ein Mensch" auf dem Stuhl Petri sitzen würde.

Natürlich stellt sich mir da zuerst die Frage: Waren die Päpste 1 - 265, also die Vorgänger von Franziskus keine Menschen? Wenn nein - was waren sie dann? Mir ist da noch keine Idee gekommen, aber vielleicht hat jemand eine ....
Wir wissen ja, als was Herr Martin L. seinerzeit den Papst des öfteren mal bezeichnet hat, aber der heutige Durchschnittsprotestant kennt diese Lehre "des Kirchengründers" eher nicht mehr, weil er ja doch davon überzeugt ist, dass "grüne Gutmenschen-Ideen" den wahren Inhalt des Evangeliums ausmachen. Und, von dieser Warte her gesehen, ist der Ausdruck "Mensch" für den Papst ja schon fast ein Kompliment.

Ich habe dann aber noch ein bisschen weiter gedacht. Und deshalb verfolgt mich die zweite Frage. Welches Menschenbild wird dem Normalbürger über die Medien vermittelt? Was macht in den Augen der Medien einen Menschen aus?  Schwarze Schuhe, Kleinwagen = Mensch, andersfarbige Schuhe, großes Auto =?
Erschreckend, wie leicht doch die Mehrheit manipulierbar ist. Vielleicht glauben die irgendwann wirklich, ein Mensch ist nur, wer schwarze Schuhe trägt, im Kleinwagen und im "70s Laissez faire-Look" unterwegs ist,. Und der Rest? Das sind dann evtl. keine Menschen, sondern Giraffen?. Und die dürfen an die Löwen verfüttert werden. Hatten wir ja schon mal ...


Kommentare:

  1. Ich vermute mal die ersten 265 Päpste waren Roboter, die aus einem Zeitloch aus dem Druuf Universum (Perry Rhodan Leser wissen mehr) gefallen sind, oder sogar Vortruppen der Borgs, die nur durch den Geruch von Weihrauch, davon abgehalten wurden, die anderen Monsignori zu assimilieren, (das haben die in Star Treck 8 halt nicht gewusst, dass Weihrauch da hilft)

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  2. Eine Wahrnehmung des Papstes als "Mensch" belegt ungewollt die Erleichterung darüber, daß sich "Kirche" vermeintlich von Gott zu lösen scheint. Solche Wahrnehmungen von außen sagen mehr aus, als alle Zollitschs der Welt zusammen.

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