Donnerstag, 6. Februar 2014

Konradsblattsplitter oder unpassende, unkorrekte Gedanken zur neuesten Caritas Kampagne

Im neuesten Konradsblatt wird dem geneigten Leser erklärt, dass die Caritas eine  Kampagne gestartet habe zur Durchsetzung des "elementarsten Anliegen der Christen", nämlich der "weltweiten Gerechtigkeit" zum Sieg zu verhelfen.
Dazu zunächst der Einspruch, dass Jesus genau nicht gekommen ist, um einen Sozialverein zu gründen, und gar dem Recht zu Durchbruch zu verhelfen.
Es gibt Stellen im AT, die genau das vorherzusagen scheinen, aber mit dem Beginn der Passion Christi ist ja wohl klar, das genau das nicht funktioniert hat.
Wobei ja schon die entsprechende Stelle bei Habakuk  (2,14) in dem Zusammenhang der Wehklage steht, und die  Jesaja Stelle (Jes, 11 1ff) ja ganz am Ende (Jes, 1, 16)  auf den Weg Israels durch die Wüste verweist.
Er Christus ist in der Fülle der Zeit gekommen um die Prophezeiung zu erfüllen "dann liegt der Löwe bei dem Lamm" und "wie das Meer erfüllt ist mit Wasser ist das Land erfüllt mir der Erkenntnis des Herrn, man tut nichts Böses mehr auf meinem heiligen Berg!"
Jedoch "die Seinen  nahmen ihn nicht auf" und deshalb ist seitdem das Reich Gottes immer im Kommen, und wir sind gerettet in der Hoffnung. Will heißen mit der Errichtung des Paradiese auf dieser Erde ist definitiv Essig.
Ich weiß schon, dass über das Thema ganze Bibliotheken geschrieben wurden und das Ganze sich nicht in 2 3 flapsigen Blogsätzen erklären lässt, aber das Geheimnis Christi ist mehr viel mehr, als ein bisschen Anklage von Missständen vom gutdotierten Schreibtischsessel aus und zeitgeistkompatibles Gejammer.
Selbstverständlich ist der Christ gerufen, dem Nächsten gut zu sein. Naja, Ich komm mir ja schon fast bescheuert vor, aber einerseits schreit Hinz und Kunz bei jeder päpstlichen Verlautbarung und selbst bei "everybodys darling" Papst Franziskus immer wieder entsetzt "Der Papst ist immer noch gegen Abtreibung! 23 Subtext "der Böse" und dann soll es sogar ein Frauenrecht sein, sein Kind abzutreiben, aber alle anderen, die sollen wir lieben.
Nie ist ein Mensch einer Frau so nahe, wie das eigene Kind in der Zeit der Schwangerschaft und wenn ich nicht den Rahmen gestalte, um den allernächsten (das eigenen Kind)  lieben und annehmen zu können, wird das auch nix mit der Liebe zu ferneren, weil die Gnade und Nächstenliebe bis hin zur Feindesliebe lässt sich nur mit der Gnade leben, die bekanntlich auf der Natur aufbaut.


Also gut, lassen wir das, dass die Caritas gegen Billigklamotten zu Feld zieht. Gehören deren Mitarbeiter wohl zu den Zeitgenossen, die es sich leisten können einfach zu kaufen, was man braucht oder auch nicht braucht  und nicht auf den Preis guggen müssen, was ihnen von Herzen gegönnt sei, aber selbige Caritas erklärt uns ja jedes Jahr, wieviel Millionen in Deutschland zu den Armen gehören und diese Armen sind auf jeden Fall die,die auf den Preis guggen müssen und froh sind wenn was reduziert ist. Zusätzlich wird uns ja seit einiger Zeit der zelebrierte Geiz als christliche Tugend überhaupt, verkauft.
Nun ja, ein anderes Plakat wendet sich gegen die polnischen Pflegekräfte, und  stellt sehr richtig fest, dass die Polinnen und Ungarinnen, die hier in D irgendwelche alten Leute betreuen, dann aber zuhause bei den eigenen alten Eltern und bei den Kindern halt fehlen.
Davon mal ganz abgesehen, dass niemand die Frauen zwingt nach D zu kommen und die, die ich so kennengelernt habe, das tun, weil sie in Polen eben genau nicht gebraucht werden (Kinder groß und in Rente ist man auch schon, aber noch fit, und das Geld kann man auch brauchen...) ist das Problem in der Tat komplex. Jedoch  fällt der Caritas auch nix Gescheiteres ein, als eben in Polen und so Kinderheime für die entsprechenden Kinder zu errichten.
Anstatt mal auf das Grundproblem hinzuweisen, dass nämlich die Betreuung alter Menschen auch Arbeit ist, und zwar genau die Sorte Arbeit ist, die früher  die Mütter übernommen haben und das heute halt nicht mehr geht, weil das Glück ja in der Lohnarbeit liegt und dann im Alter halt keiner mehr da ist, der für die alte Oma mitkocht und so, weil ja auch die Kinder schon lange in Hort und Krippe sind und glücklich aus dem Gröbsten draußen und naja und muss man doch verstehen!
Klarerweise gibt es Familien, wo es dennoch gut geht, auch das bewundernswürdig, aber, bevor dumme Kommentare kommen, die Sache ist komplex, auch wegen Lukas 12, 51ff!
Witzig ist, dass suggeriert wird, es ist ja fast böse, sich von Frauen aus Osteuropa im Alter versorgen zu lassen, weil ja die eben dann nicht da sind, wo sie hingehören, nämlich zu ihrer Familie. Und gleichzeitig gibt es ein anderes Plakat, dass die "die fehlende Willkommenskultur" thematisiert.
Also wat denn  nu? Die Polinnen sind auf jeden Fall willkommen, aber das ist ja auch wieder nicht recht. s.o..
Um es mal kurz zu machen, das dicke Problem ist, in meinen Augen, dass es wirklich ein Problem ist mit alten Leuten, die eigentlich noch relativ fit sind, jedoch Hilfe brauchen, damit sie eben eingekauft und ein bisschen geputzt und ein bisschen Ansprache und was weiß ich noch alles, kriegen.
Man hat nun diese Tätigkeiten, die eben die hausfraulichen sind, jahrzehntelang schlecht geredet, die grünen Witwen, die gelangweilten, dummen, faulen Hausfrauen, die Blöden eben und jetzt fehlen diese Blöden halt und man hat das Problem mit den Alten und es wird sich verschärfen, weil die demografische Katastrophe eben kommt, und auch Altersheime nicht gerade billig sind.
Würde man nun Mittel und Wege ersinnen, den alten Beruf der Familienpflegerin wieder zu reaktivieren und eben vernünftige Jobs für Einheimische im hauswirtschaftlichen Altenpflegebereich zuhause, oder gar Mittel und Weg ersinnen, dass  Hausfrauen für die Pflege alter Angehöriger, z.B von der Krankenkasse, entlohnt werden, sprich, das was die Polinnen  halt so machen, von Seiten der Caritas und der Diakonie verstärkt anbieten,  so müsste man sich zu allererst eingestehen, dass das jahrzehntelang verlachte, im Grunde wertvoll und wichtig ist.
Und das fällt halt schwer, auch wenn es, soweit ich die Sache überblicke, durchaus  Ansätze gibt.
Was mir immer wieder auffällt es, werden alle Klischees bedient, die es so gibt, aber im Grunde   widersprechen sich die Botschaften.
Für mich am allerschizophrensten ist, dass man einerseits beklagt, dass unsere Art zu Leben ja "böse" sei, und andererseits nicht versteht, dass die Leute hierher wollen, genau wegen unserer Art zu leben.
Im Grunde halte ich unsere Art zu  leben auch nicht für das Gelbe vom Ei, aber ich halte es da mit Romano Guardini, der u.a. in "Das Ende der Neuzeit" deutlich die Gefahren sieht auch die Gefahr, dass das "Humanum selber krank werden könne" was was ganz anderes ist, als das übliche Sündigen durch die Jahrtausende. Man lese das Buch selber, es ist geradezu prophetisch, aber er sagt (flapsig ausgedrückt) "da müssen wir eben durch. Es gibt keinen Weg außenrum oder zurück ins frühere" aber sagt er "es wird alles davon abhängen ob es uns gelingt, diese kommende Zeit (er schreibt das schon 1927! am Comer See) für Christus zu gewinnen."
Ja darum geht es, um das Reich Gottes und dann wird uns die Gerechtigkeit (so gut es auf dieser buckeligen Erde möglich ist) dazu gegeben, nicht umgedreht!



1 Kommentar:

  1. Gut bemerkt! Caritas steht bei mir schon lange auf der schwarzen Liste. Seitdem mir bekannt ist, daß es da eine Zusammenarbeit mit "Donum Vitae" gibt.

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