Montag, 10. Februar 2014

Licht und Finsternis, Hausfrauenphilosophie, oder als Papst Benedikt sich auf JPII berief

Es ist viel und Gutes über das Thema 'Christus, Licht der Welt' geschrieben worden und üblicherweise stellt man sich das mit dem 'Licht das aufleuchtet, um allen zu leuchten die in Finsternis sitzen' so ähnlich vor, wie einen Sonnenaufgang in einer wunderschönen Landschaft.
Und in der Tat sowas ist wunderschön, die Blätter und Blüten leuchten, das Meer, so vorhanden, ebenfalls, die Berge gewinnen Farbe und Form, alles glänzt und die Vögel jubilieren dazu.
Ein wunderbares Bild, ein faszinierendes Bild und ein verkehrtes Bild dazu.
Weil, wenden wir uns der Realität zu, da ist es üblicherweise schon so, dass es schön ist, wenn die Sonne aufgeht, aber das bedeutet auch aufstehen, an die Arbeit gehen, und all das sehen, was die Dunkelheit zugedeckt hat.

Also z.B. sehen, dass im Garten hinterm Haus, die Bagger zugange waren, weil die Wasserleitung neu verlegt werden musste, all den Dreck, die Unordnung und die viele Arbeit, die zu schaffen ist, wieder sehen.
Oder ein noch krasseres Bild, wer kennt das nicht, man hat gefetet, eventuell im eigenen Wohnzimmer oder auch in einem angemieteten Saal.
Schön wars, lustig, naja zuviel getrunken hat  man, und egal ob wilde Fete oder gesittetes Beisammensein für ältere Semester,  mit Häppchen, Champagner, und  Finger Food; es sieht am nächsten Morgen verheerend aus. Das ist nun  einerseits dem mehr oder wenige angeschlagenen Zustand geschuldet, andererseits aber auch dem Widerspruch zwischen der netten, oder ausgelassenen, gemütlichen (man setze das Adjektiv ein, das man selber mit einer gelungenen Party verbindet) und dem wegzuräumenden Dreck. Man sieht plötzlich das umgefallene Glas und die Spur, die der Inhalt hinterlassen hat, in der Küche vermischt sich der Duft von Zaziki Resten mit dem von Mousse au chocolat schwer unvorteilhaft und und und.

Und so ist es denke ich mit dem Licht Christi, man sieht in seinem Licht, im Grunde, den gefallenen Menschen, den, der das Paradies verspielt hat und jetzt sich trotz Herbiziden und Vollerntern immer noch mit den Disteln und Dornen herumschlagenden Menschen, auch, die Frauen, knabbern, trotz Emanzipation und Gendermainstream immer  noch, oder bei Licht betrachtet, gerade deshalb, an dem Fluch, der sich in Genesis 3 nachlesen lässt.



Meines Erachtens ist das auch Teil der verkehrten Verkündigung der letzten Jahre (und ich habe genug Kommunionunterricht mit den handelsüblichen Vorlagen gemacht, um da mitreden zu können) dass man Licht  immer nur mit dem positiven erklärt, aber gleichzeitig so tut, als sei das Positive gar nicht nötig.
Weil, wenn ich Kindern mit Kerzen komme, die wissen schon, dass man zum Lichtmachen und Heizen eben genau keine Kerzen nimmt, somit wird ihnen Christus als das Unnötige beigebracht.
Ich habe schon ergreifende Predigten über Gottes Barmherzigkeit gehört, in denen  gleichzeitig betont wurde, dass man die gar nicht braucht, weil man doch durch die pure Tatsache ein moderner Mensch des 21 Jahrhunderts zu sein, total gut sei, auch wenn der Beichtspiegel was anderes behauptet.
Christus ist genau nicht das Kerzenlicht, das im Advent brennt, und das aber im Grunde unnötig und nur wegen der Deko und/oder dem romantischen Feeling brennt, nein, er ist das Licht, in dem ich sehen kann, was so an Unordnung und Dreck um mich herum (und in mir) ist.

Wenn man die Kunde von dem Licht, das leuchtet, nicht romantisch verklärt sieht, sondern so wie es ist, dann versteht man auch, warum  das Licht so abgelehnt wird.
Und es stimmt auch, dass das Frühlingslicht anders ist, als das Herbstlicht. Sobald im Frühling, das Licht durch die Fensterscheiben fällt sieht man echt jeden Dreck und auch den Dreck auf der Fensterscheibe sehr gut und richtig deutlich,.
Jedesmal denk ich dann: so ist es mit uns Christen, wir sind die Fenster ins Haus der Welt und wie jede schreit "Oh mein Gott, ich muss dringend Fenster putzen! das sieht ja aus!" und keine feststellt "Oh mein Gott ich muss dringend die Wand putzen!" so ist es schon so, dass die Wand viel dreckiger ist, als die Fenster, einfach weil Fenster halt regelmäßig geputzt werden. Jedoch ist es so, wenn die Fenster gut geputzt sind, sieht man auch den anderen Dreck besser. Und das dem so ist, das liegt einfach am Dreck und nicht an der Sonne oder dem Fenster.
Wir erleben es immer wieder, dass das  Geschirr sich beleidigt fühlt, wenn man es sehen kann, so schimpft es mit dem Fenster und sagt "Guck dich doch an! überall Flecken und da oben in der Ecke: Streifen!" und überhaupt wenn du nicht wärst, täte man meinen Sprung nicht sehen." (auch diese Erfahrung ist nicht besonders originell, geht es doch schon der Witwe von Sarepta genauso)
So möchte man das Fenster am liebsten zerschlagen, jedoch wird es dann nicht besser, sondern eher schlimmer, weil das Fenster ja auch die Kälte und den Wind abhält.
Jedoch dürften die zerschlagenen Fenster die Märtyrer sein,. man hat sie zerstört, aber das Licht hat weiter geschienen, und man hat auch festgestellt, dass so ein Fenster was Gutes ist. Und auch wenn aktuell die Geschichte  mit den Armen einen fast nervigen Ausschließlichkeitscharakter angenommen hat, so lässt es sich historisch nicht leugnen, dass sowas wie die Idee, dass man sich kümmern sollte um Arme und Schwache nur auf dem Boden des Christentums hat wachsen können.
Als ich jung war, fuhr man nach Indien und rannte dort, wenn möglich, einem Guru nach, lobte diesen über den grünen Klee und fand dass die Inder viiiiiiiel besser drauf seien als man selber. Fakt ist aber, dass es einer Mutter Theresa bedarf, bevor die Inder, nach Jahrhunderten voller Gurus überhaupt mal auf die Idee kamen, dass es nicht geht, im Straßengraben zu verrecken.
Die Inder waren von dem Tun der Mutter Theresa nicht mehrheitlich begeistert und man schickte den Polizeichef von Kalkutta zu ihrem Sterbehaus um die Ausländerin auszuweisen. Der kam, schaute und sagte dann "Ich weise diese Frau aus, wenn ihr eure Frauen und Töchter dazu bringt das zu tun, was diese Frau tut!"
Es geht  mir nicht drum und ich behaupte das auch gar nicht, dass die Christen die besseren Menschen wären, (eher das Gegenteil, aber das führt zu weit). Um was es geht: nur im Licht seh' ich, was zu tun ist, weil wie schon Berthold Brecht (ja ich weiß, der war Kommunist) feststellt, "die im Dunklen sieht man nicht!"

Beschließt man nun das Problem dadurch zu lösen, dass man die Rollladen herunterlässt, so braucht man wiederum dann künstliches Licht und manchmal denk ich mir, soweit sind wir aktuell.
Wir tappen nicht im Dunklen, wie echte Heiden, nein wir wissen schon um den Wert der Caritas und  Barmherzigkeit ist etwas was eingefordert wird (was ein Widerspruch in sich ist, aber das nur nebenbei).
Man käme nie auf die Idee, jemanden einfach so verrecken zu lassen, nein, man treibt ab und plant die Euthanasie steril,  sauber, klinisch rein und medizinisch korrekt und erklärt das Recht des Stärkeren als Menschenrecht, womit es den Ruch martialischer Barbarentaten, verliert.

Auch vieles in der Kirche schmeckt irgendwie künstlich, gemacht, getan, aufgeführt, gewollt, kurz irgendwie unecht. Und vielleicht ist es auch ein gutes Bild für die Kirche wie wir sie erleben, spiegeln sich im Fenster (eben wegen des Rolladens)  doch nur die Dinge aus dem Zimmer, anstatt dass man hinausgucken kann in das, was außerhalb des Hauses, (im Bild eben das metaphysische) ist..

Und so wäre ich bei der Predigt die Papst Benedikt zu seiner Amtseinführung am 24.4.2005 gehalten hat, wo er gesagt hat

 In dieser Stunde geht meine Erinnerung zurück zum 22. Oktober 1978, als Papst Johannes Paul II. hier auf dem Petersplatz sein Amt übernahm. Immer noch und immer wieder klingen mir seine Worte von damals in den Ohren: "Non avete paura: Aprite, anzi spalancate le porte per Cristo!" (Fürchtet euch nicht. Reißt die Tore weit auf für Christus)  Der Papst sprach zu den Starken, zu den Mächtigen der Welt, die Angst hatten, Christus könnte ihnen etwas von ihrer Macht wegnehmen, wenn sie ihn einlassen und die Freiheit zum Glauben geben würden. Ja, er würde ihnen schon etwas wegnehmen: die Herrschaft, die Korruption, der Rechtsbeugung, der Willkür. Aber er würde nichts wegnehmen von dem, was zur Freiheit des Menschen, zur seiner Würde, zum Aufbau einer rechten Gesellschaft gehört. Und der Papst sprach zu den Menschen, besonders zu den jungen Menschen. Haben wir nicht alle irgendwie Angst, wenn wir Christus ganz herein lassen, und ihm ganz öffnen, könnte uns etwas genommen werden von unserem Leben? Müssen wir dann nicht auf so vieles verzichten, was das Leben erst so richtig schön macht? Würden wir nicht eingeengt und unfrei?
Und wiederum wollte der Papst sagen: Nein. Wer Christus einlässt, dem geht nichts, nichts – gar nichts verloren von dem, was das Leben frei, schön und gross macht. Nein, erst in dieser Freundschaft öffnen sich die Türen des Lebens. Erst in dieser Freundschaft gehen überhaupt die grossen Möglichkeiten des Menschseins auf. Erst in dieser Freundschaft erfahren wir, was schön und was befreiend ist. 


Nun, dann sollten wir tun, was unser geliebter Papst Benedikt uns damals aufgegeben hat!




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