Montag, 17. Februar 2014

Samthandschuhe oder Boxhandschuhe ... Der Duft des kleinen Unterschieds

Hättest Du mal mitgemacht, wär Dir nix passiert.
So dachten viele in Deutschland in den dunkelsten aller Zeiten zwischen 1933 und und 1945, und noch bis 1989 im Osten. Wer immer schön dem Mainstream folgt, der hat nichts zu befürchten.
Besonders, wenn er zu den "Guten" gehört.
Und richtig schön kann man das immer wieder in den Kommentaren des SZ-Chefredakteurs Heribert P. verfolgen, so wie in den letzten Tagen. Und heute hat er uns wieder einmal einen Unschuldsengel geschenkt!
Wie wunderbar! Ein modernes Märchen nimmt seinen Lauf:

Es war einmal ein SPD-Politiker, der ganz hoch hinaus wollte. Deren gibt es viele, aber es gibt auch ein paar besondere. Ein politisches Amt hatte er angestrebt - obwohl er sich denken konnte, dass seine dunklen Neigungen seiner Karriere nicht allzu förderlich sind. Ja, er hoffte, dass er die Unterstützung der Medien bekommen würde und sah sich gar schon auf einem Ministersessel.
So weit so gut. Doch dann wollte es das böse Schicksal ganz anders. Bevor er auf dem Ministersessel Platz nehmen konnte schlug es gnadenlos zu. Seine "Kindergeschichten" kamen an die Öffentlichkeit und das war dann doch nicht so appetitlich. Sollte man meinen.
Aber die gute Fee meinte es wohl gut mit ihm. Sie schickte ihm ein paar Helferlein. Einer davon heißt Heribert P. und ist seines Zeichens Chefaufklärer des angesagtesten Märchenblattes der Stadt. Und der tat sein bestes und konnte dem in Bedrängnis geratenen auch sofort unter die Arme greifen. Wir lesen und hören plötzlich so seltsame Worte wie "Unschuldsvermutung" und der Herr P. schreibt wörtlich:
"Zum Kern der Sache: Edathy hat kein Haus angezündet. Er hat auch nicht im Suff einen Menschen totgefahren. Edathy hat kein Verbrechen begangen. Nach allem, was bekannt ist, ist das, was er getan hat, womöglich gar nicht strafbar. Aber das entlastet ihn nicht. Was hat er getan? Er hat sich Filme schicken lassen, auf denen Minderjährige nackt zu sehen sind. Die Darstellungen liegen unter der Strafbarkeitsschwelle, sagt das Bundeskriminalamt; dann kann Edathy kein Beschuldigter sein."



Ja, so harmlos und lieb ist das Kerlchen und die böse Welt hat den gar nicht verdient. Das gibt der gute Herr P. seit Tagen zum Besten. Hat sich Herr E. doch ganz harmlos nur ein paar harmlose Bildchen angeguckt und schon sind alle Träume aus - zum Mitweinen - wirklich.

Um uns diese ganze Heularie noch mal zu vergegenwärtigen, blenden wir ein paar Jahre zurück.
Da gab es in Augsburg einen Bischof, der ziemlich unbequeme Reden führte, was einigen so gar nicht gefiel und die Augsburger wollten diesen Bischof auch gerne loswerden. Mit Unterstützung der SZ (z.B. eidesstattlichen Erklärungen, die nie das Licht der Öffentlichkeit sahen) und permanenten Angriffen wurde die Bischof dann schließlich "abgesägt".  Wenn man heute bei SZOnline den Suchbegriff "Mixa" eingibt, findet man an die 300 Artikel, die den Kampf der SZ für die "Gerechtigkeit" in Sachen Bischof eindeutig dokumentieren. Den Begriff "Unschuldsvermutung" sucht man in diesen Beiträgen allerdings vergebens... Im Gegenteil, jede weitere unbewiesene Bösartigkeit wurde gegen den Bischof verwendet und in mehreren Hetzartikeln vermarktet - es gab Anschuldigungen, die nie bewiesen wurden usw.
Wen's interessiert, hier sind ein paar Beispiele, mit welcher Gnadenlosigkeit die SZ seinerzeit gegen Bischof Mixa vorging:
Die sind jetzt mal willkürlich herausgegriffen, sie zeigen aber den Furor, der damals Medien und Politik ergriffen hat.

Ja und jetzt das Wunder. Ein 44jähriger SPD Mann hat nachweislich Bilder und Filme von nackten Kindern im Alter zwischen 9 und 14 Jahren gekauft. Und bei der SZ findet man das völlig normal und harmlos?
So ist das in diesen Modernen Zeiten. Da gehen Märchen noch gut aus ... wenn die SZ das so will.
Vielleicht hat aber der Herr E. einfach nur den richtigen "Parfum-Mix" benutzt. Und hingerissen vom Duft der Unschuld hat man bei der SZ den "investigativen Auftrag" mal wieder vergessen.








Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Mit dem Posten eines Kommentars erteilen Sie die nach der DSGVO nötige Zustimmung, dass dieser, im Falle seiner Freischaltung, auf Dauer gespeichert und lesbar bleibt. Von der »Blogger« Software vorgegeben ist, dass Ihre E-Mail-Adresse, sofern Sie diese angeben, ebenfalls gespeichert wird. Daher stimmen Sie, sofern Sie Ihre email Adresse angeben, einer Speicherung zu. Gleiches gilt für eine Anmeldung als »Follower«. Sollten Sie nachträglich die Löschung eines Kommentars wünschen, können Sie dies, unter Angabe des Artikels und Inhalt des Kommentars, über die Kommentarfunktion erbitten. Ihr Kommentar wird dann so bald wie möglich gelöscht.