Mittwoch, 26. März 2014

Anullierung, die katholische Scheidung, oder was meint Kardinal O'Malley?

Kardinal Kasper ist ja bekanntlich vorgeprescht, und will endlich, endlich, die Scharen der jeden Sonntag heulend in der Bank sitzenden und vor Sehnsucht nach der Begegnung mit dem eucharistischen Herrn sichtlich lechzenden,  wiederverheiraten Geschiedenen (wvhG's) zu Kommunion zulassen.
Wenn dem so wäre, mit der tiefen Sehnsucht, was für eine Gnade würde der Herr aus der Sehnsucht wachsen lassen!
Aber darum geht es ja nicht. Es geht genau darum, dass alles zur Kommunion rennt, und das Ganze als ein, im Grunde, merkwürdiges Gemeinschaftsritual,  gesehen wird, wie eben das überhaupt nicht merkwürdige Ritual der Bürogemeinschaft, dass der Erste der kommt, die Kaffeemaschine anschmeißt,   wo man nicht verstehen kann, warum man da nicht mitmachen darf!
Schon Kardinal Ratzinger hat festgestellt, dass das Problem sich nicht so scharf stellen würden, wenn jeder das Pauluswort "Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn. Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken." (1Kor, 11, 27ff) beherzigen würde und nicht einfach so mirnixdirnix zur Kommunion rennen täte.
Ohne im Einzelfall zu richten, muss man sich ja wohl eingestehen, dass gerade an hohen Fest- und Feiertagen, oder am weißen Sonntag, wenn die Kirche mal wieder voll ist und keiner was von Schlangen vor den Beichtstühlen gesehen hat, die Mehrzahl derer, die da "vor rennen" wohl besser in der Bank geblieben wären.
Vielleicht wäre es wirklich besser zu erklären, dass es sogenannte Kirchengebote gibt, die auch eingehalten werden müssen, und deren Nichteinhaltung erst mal gebeichtet werden muss, bevor man zur Kommunion geht.



Weil aber genau das nicht geschieht, kann man die wvhG's schon verstehen, weil die ja wissen, dass die Erna und der Gerd und die Natascha von Gott und Kirche nix halten, und die rennen am weißen Sonntag der Nichte zur Kommunion, und man selber, darf nicht.
Ich hoffe es ist klar, dass ich nicht Sünden wägen will, es geht mir um das Beispiel, aber ja da lob ich mir die alte Kirche, die das Allerheiligste schützte, und damit klar machte, das ist heilig, und wie alles Heilige, ist das nicht profan, das hat Zugangsbedingungen, deren man eh immer unwürdig ist!
Um wieder zu Kardinal Kasper zurückzukommen, der weiß wohl genau, das Scheidung nicht richtig ist, schließlich und endlich müsste eine wie auch immer geartete generelle und grundsätzliche  Wiederzulassung wvhG's irgendwie erklärt werden, theologisch wasserfest, was ja bekanntlich nicht geht.
Es ist viel und Gutes darüber geschrieben worden (auch viel Unfug) aber der neueste Vorstoß Kardinal O'Malley's lässt darauf schließen, dass man in Rom doch noch ein kleines bisschen logisch denken kann und ein kleines bisschen Ahnung vom KKK hat, weil wie anders liese sich die Äußerung des Kardinals erklären, (die natürlich wie immer unter dem Spruch "die Lehre wird nicht geändert" daher kommt), die da lautet
Die Kirche werde aber versuchen jenen zu helfen, deren Ehe zerbrochen ist........ Eine Erleichterung des Annulierungsprozesses „wäre ein wunderbarer erster Schritt“.

Junge, Junge kann man da nur sagen, eine Anullierung ist keine  Scheidung  und mit einer Ehe ist das wie mit einer Schwangerschaft, die ist entweder vorhanden oder nicht!

So ist eine Ehe entweder gültig oder eben nicht.
Wenn nun O'Malley fordert die Anulliererei  leichter zu machen, dann ist er dafür, aus Rücksicht auf eine zweite Ehe, eben die erste Ehe leichter ungültig erklären lassen  zu können.
Das ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die eh eine Annullierung mit einer Scheidung verwechseln.
Nur was Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen! (Matt. 19,6)
Auch Kardinäle sind nicht Herren über das Wort Gottes, sondern deren Verwalter!
Ich stell mir ja immer vor, wie so ein moderner, wehleidiger Christ, dann einen der frühen Christen trifft, z.B eine Frau die mit einem wilden Heiden (Hl Monika z.B) verheiratet war und was das dann für ein Gespräch gibt.
Oder man denke an all die frommen Frauen, die es mit unmöglichen Männern ausgehalten haben und selbige langsam und geduldig bekehrt haben, Clothilde z.B. und wegen deren Ausharren in schwieriger Lage wir heute Christen sind.
Noch komischer wird es werden, wenn man dann den Märtyrern begegnet (Ich habe so unter meiner Missachtung gelitten vs Ich habe mich gefreut mein Blut zu geben)

Um es noch mal auszufalten, ein Annullierung bedeutet festzustellen, dass eine erste Ehe nie bestanden hat, weil z.B einer der beiden Partner anderweitig verheiratet ist und das  verschwiegen hat.
Es gibt tausend mögliche Gründe und Fälle, aber eine Ehe anullieren, heißt grundsätzlich und immer feststellen, dass die Ehe nie eine gewesen ist.
Es gibt dafür festgelegte Kriterien, a) einer der beiden Partner ist anderweitig verheiratet gewesen, b) einer der beiden Partner lehnte von vorneweg Kinder ab c) einer der beiden Partner hatte eh vor sich nach einer gewissen Zeit scheiden zu lassen d) Ehe ist unter Zwang zustandegekommen, e) einer der beiden Partner ist unfähig zur Ehe f) einer der beiden Partner wollte eh nie treu sein und g) die Ehe wurde formal  nicht richtig geschlossen
Es geht aber darum, dass der Grund von Anfang an festgestanden haben muss.
Also nicht, dass sich der eine irgendwann mal eine Freundin zulegte, sondern er muss das von Anfang an ernsthaft vorgehabt haben.
Selbst auf der Homepage einer als superprogressiv verschrieenen Diözese wie Linz heißt es ausdrücklcih
Es geht in diesem Verfahren nicht darum die Schuld am Scheitern der Ehe zu klären.........und wenn dann wieder geheiratet werden soll, dann muss die Partei die wiederheiraten will. wenn sie die war, die die Ehe ungültig gemacht hat, erklären dass sie plötzlich doch wieder ehefähig geworden ist.

Um die Sache auf den Punkt zu bringen, die Ehe zwischen Herodes und Herodias war sicher ungültig und Herodes hätte die sogar anullieren lassen müssen, genauso wie Heinrich VIII seine Ehe mit Anna Boleyn und deren Nachfolgerinnen.

Ich fürchte mich ehrlich gesagt vor einer Ausweitung und Erleichterung der Anullierungsmöglichkeiten der üblichen Ehen, weil wenn ja die Mehrheit der ersten Ehen einfach so, leicht und locker  annulliert werden kann, dann muss sich doch jeder katholisch Verheiratete fragen, ob er überhaupt in einer gültigen Ehe lebt, weil wenn meine aktuelle Ehe ungültig ist, dann begehe ich doch jedesmal Ehebruch, wenn ich die Ehe vollziehe!

Man sieht wie der Vorstoß Kardinals O'Malley der zunächst als eine Verlangsamung des kasperschen Tempos daherkommt, dennoch direkt in Teufels Küche führt.

Nebenbei sei noch zum hundertausendsten Mal festgestellt, das eine ist eine Scheidung, die nicht vom Kommunionsempfang ausschließt, und wofür es tausend Gründe geben kann, aber auch eine geschiedene Ehe ist vor Gott gültig, und genau deshalb ist der Geschiedene immer noch gerufen, treu zu sein, und gerade dann, wenn der andere es nicht ist, so ist der Geschiedene dem Herrn aus dem AT ähnlich, der ja Israel auch dann die Treue hielt, wenn es untreu wurde.
Nur tut man ja oft so, als wäre eine zweite Heirat ein Naturgesetz, was sie genau nicht ist.



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