Freitag, 28. März 2014

Moderate Töne aus Rom und Limburg

Während in den offiziellen katholischen Internetportalen noch die Krokodilstränen zum Thema Tebartz-van Elst fließen: Heul, heul, er war doch so ein guter Mensch = Gott sei Dank, dass wir ihn los sind, kommen aus Rom allmählich neutralere Töne.

So hat sich der Chef der deutschen Sektion von Radio Vatikan vor Kardinal Müller gestellt, der in diversen Medien und dem angeschlossenen Forenprekariat ja auch schon in die Sippenhaftung genommen wurde, weil er es gewagt hatte, gegen den Strom zu schwimmen und Bischof Tebartz-van Elst zu verteidigen und die Hatz der Medien beim Namen zu nennen.

Zwischenzeitlich hat Radio Vatikan einen weiteren Beitrag veröffentlicht, in dem auf die allgemeine Situation im Bistum Limburg eingegangen wird. Radio Vatikan bezieht sich auf ein Interview, des Kölner Domradios mit Barbara Wieland. Daraus lernen wir:

"Im Prüfbericht der Deutschen Bischofskonferenz, der am Mittwoch bekannt wurde, werden auch dem Domkapitel und dem Vermögensverwaltungsrat des Bistums schwere Versäumnisse und Fehler vorgeworfen. Sie hätten niemals exakte Vorgaben für die Gebäude auf dem Domberg gemacht; eine Steuerung des Bauprojekts sei unterblieben. Laut Wieland hat der laxe Umgang mit bestehenden Regeln leider Tradition in Limburg:

Im Bistum Limburg gab es über viele, viele Jahre - lange bevor Tebartz kam - einen sehr freihändigen Umgang mit rechtlichen Vorgaben, mit all dem, was so an Ordnungen, Statuten und Satzungen da war, und dadurch auch eine mangelnde Transparenz. Wenn sich alle an das halten, was man gemeinsam vereinbart hat, dann wird´s deutlich besser. Dann kommt man auch zu dialogischeren Entscheidungen, die dann auch von allen getragen werden und die im Letzten dann nicht einer tragen muss.“

Den kompletten Text gibt es hier auf der deutschen Website von Radio Vatikan.

Inzwischen hatte der em. Limburger Bischof ein persönliches Gespräch bei Papst Franziskus. Danach hat er offiziell um Entschuldigung und Vergebung gebeten. Diese Stellungnahme gibt es bei Domradio,de 
Gott wird ihm sicher vergeben, ob den Limburger und sonstigen Sozialisten aber dies als die geforderte "Selbstkritik" genügen wird, wagen wir zu bezweifeln.

Der von Papst Franziskus für Limburg eingesetzte Apostolische Administrator Manfred Grothe hat übrigens in einem Interview dem Bischof das Recht zugestanden, dass er sich selbstverständlich zu den Inhalten des Prüfberichts äußeren dürfe. Schön, dass das jetzt klar ist. Wenn man in den letzten Tagen einen Blick in die Medien geworfen hatte, konnte man ja den Eindruck gewinnen, dass der Bischof durch das Nutzen dieses Rechts eine weitere Freveltat begangen hat.

6 Kommentare:

  1. Savonerola28.03.14, 19:11

    Dafür tritt jetzt in einem Katholischen Nachrichtenportal eine Administratorin noch einmal -spät zwar -aber lieber spät als nie -heftig nach. Aber erst nachdem sie sich vergewissert hat, auf welcher Seite man denn jetzt stehen muß, um im lauwarmen mainstream mitschwimmen zu dürfen, und das Lob der DBK zu ernten.
    Fazit: wer den vom Domkapitel abgenickten Bauplänen zustimmt, ist der Verdammnis anheimgegeben und mußte folglich ad hoc aus dem Amt entfernt werden. Nein, in anderen Diözesen, ist nie viel, vielleicht zuviel Geld in Bauprojekte , die auf die Zukunft hin ausgelegt sind, ausgegeben worden. Folgt man der Argumentation dieser einzelnen Dame, ist ein Bischof bei ( nach ihrer Ansicht) falscher Baustoffwahl für ein historisches Bauensemble zum sofortigen Rücktritt verpflichtet. Die, die das fordern, legen sich derweil schon mal große Steinvorräte an, da sie von nun an gern zu den Ersten, die einen Stein werfen, gehören wollen.

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  2. Der „Chef der deutschen Sektion von Radio Vatikan“ - also Pater Hagenkord, wehrt sich allerdings auch dagegen z.B. von einer Medienkampage zu sprechen.
    Wie bekommt man das zusammen? Einerseits Erzbischof Gerhard Ludwig "in Schutz" zu nehmen, der eben von Medienkampagnen sprach, und andererseits dem Begriff der Medienkampage vehement zu widersprechen.

    Hagenkord im Wortlaut: »…Aber auch das Gegenteil ist der Fall, aus falscher – ja falscher – Loyalität eine Kampagne gegen die Kirche herbei zu behaupten hilft niemandem, der Kirche am allerwenigsten.
    Das ist keine Kampagne, das war nie eine Kampagne, ich finde es beschämend, wenn so etwas noch behauptet werden kann. Und deswegen lasse ich das nicht unwidersprochen.«

    Quelle: Kommentarbereich zu einem Blogbeitrag dort: http://blog.peter-winnemoeller.de/?p=6724

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    1. Der Kommentar von Pater Hagenkord ist wirklich sehr traurig.
      Es erinnert mich an den Stalin-Satz:
      "Strafe einen, erziehe Hunderte".
      Es ist deprimierend zu sehen, wie gestandene Kirchenleute vor den Medien "Männchen machen", in der Hoffnung für allezeit von solchen Kampagnen verschont zu bleiben.

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    2. Da liegt er - wieder einmal - leider völlig schief. Seine persönlichen Ansichten, die er auf dem Radio Vatikan-Blog zum besten gibt,sind allzuoft haarsträubend und zeugen von Unreife und Verwirrung. So bezeichnet er z. B. "Glaubensgehorsam" als "schreckliches Wort", das so garnicht zum Glauben passt und meint: "Gehorsam, das hat einen bösen Klang" (und das meint er als Jesuit und immerhin ist Gehorsam einer der drei evangelischen Räte). ;-)

      Oder: z.B. schrieb er vorgestern: "Wir glauben, dass mit dem Geschenk der Taufe das Geschenk des ewigen Lebens einhergeht, das nicht mehr zu nehmen ist." Ich glaube das nicht, das wäre eine Allerlösungstheorie für Getaufte. Und auch der KKK und die Lehre der Kirche, angefangen bei den ersten Christen,sind davon überzegt, dass auch jemand, der bereits getauft ist, seine Taufgnade wieder verlieren und des ewigen Lebens verlustig gehen kann, auch wenn das Taufsiegel selbstverständlich vorhanden bleibt.

      Das sind nur zwei Beispiele von dem Quatsch, den er manchmal verzapft (vielleicht kann er wegen seiner defizitären Ausbildung nichts dafür...) - so sehr ich ihn für seine deutschsprachige Begleitung durch die Papstmessen etc. schätze. Seine persönlichen Stellungnahmen kann man größtenteils vergessen - wie in diesem Fall auch.

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    3. Naja ich habe das mit der Taufgnade immer so gesehen, dass das einem ne Art Siegel gibt und wenn man eben dann das ewige Leben in der Hölle verbringt, das Siegel auch dort noch sichtbar ist.
      Jedoch auch ungetaufte, sind mit dem Tod nicht einfach tod, sondern werden nach ihren Taten gerichtet.
      Im Grunde ist Taufe und das Leben überhaupt eine hohe Verantwortung, weil es über das ewige Leben entscheidet.
      Und von diesem Ernst des Lebens, hört man ja nichts, weil wir ja alle, alle in den Himmel kommen, die einen weil sie getauft sind, die anderen, weil sie nicht getauft sind, aber keiner, weil ihn Christus am Kreuz erlöst aht, das ist ja nur ein Akt der Solidaritat, sozusagen "Kreuzigen für den Frieden" gewesen.
      Hast schon Recht, Quatsch einfach Quatsch

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    4. @Ester
      Ja, ich meinte natürlich das ewige Leben im Himmel. Das hat P. Hagenkord wohl gemeint, nehme ich an. Würde er meinen, dass alle Menschen, die nicht getauft sind, keine unsterbliche Seele hätten, wäre das ja noch abstruser...

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