Dienstag, 18. März 2014

Perlen aus Ezechiel, Timotheus Briefe, die Enzyklika Veritatis Splendor und meine Großeltern

Ich möchte voraus schicken, ich erwarte von keinem Kleriker, und auch nicht vom Papst, ein superschlauer Bursche zu sein, der den Inhalt seiner 80tausend Bücher, die er gelesen hat, auch noch auswendig hersagen kann.
Meine Großeltern, denen ich meinem Glauben verdanke, waren einfachste Leute, die das Wort Meditation nicht schreiben konnten, aber durch das  lebenslange Versuchen, in allem Elend Christus nachzufolgen, sehr weise geworden waren.
Von meiner Großmutter habe ich als Leitmotiv immer wieder gehört "Fürchte Gott und scheue niemand" und aber, auch damals, als  wir im Zuge der 68'er und wie man es halt in der Jugend so macht, anfingen über alles und jedes zu lästern und uns jeder, der eine, wie auch immer geartete, Autorität hatte, von vorneweg verdächtig vorkam, mich immer wieder ermahnte "Kind kümmere dich um deinen eigenen Kram!"
Beide haben mich immer wieder, wenn ich (berechtigte) Klage über die Eltern, die Lehrer, später die Chefs führte, ermahnt, "Sei zufrieden! Bedenke, die haben es auch nicht leicht" Wobei letzterer Satz unter den Bedingungen eines Dorfes, wo jeder jeden kannte, verstanden werden muss.
Aber sie wussten bei aller Frömmigkeit und allem frommen Dulden, dass wir noch nicht da sind, wo gilt 
 "man tut nichts Böses mehr auf meinem ganzen heiligen Berg!" und das es von daher richtig und wichtig ist, das Böse böse und das Gute gut zu nennen.
Bei allem vor der eigenen Tür kehren, doch Gott zu fürchten und niemanden zu scheuen, weil bei allem immer das "katholischste" Wort das berühmte "et...et" ist.


Es gibt  Leute, die nerven, weil sie sich um lauter Zeug kümmern, dass sie nix angeht und über den Suppen solange den Kopf schütteln, bis sie das Haar darin finden.  Ich kenne eine Frau, die ruft immer beim Gartenbauamt an, wenn sie irgendwo an einem Baum einen dürren Ast sieht.
Aber eine meiner Bekannten ist Schulsozialarbeiterin, und die erklärt mir immer und immer, dass das dicke Problem unserer Zeit die fehlende Zivilcourage ist.
Manchmal erschrickt man über Meldungen, dass auf offener Straße, in einem belebten Kneipenviertel, Frauen vergewaltigt und Leute zusammengeschlagen wurde, und keiner, aber auch keiner sich eingemischt habe!
Im Grunde haben all diese Leute,sich doch nur um ihren eigenen Kram gekümmert, und wenn wir hören,  irgendein reicher Mann, z.B ein Privatbankbesitzer, schlendert durch die Stadt  und da sieht er einen Typ, der einem Tourist gerade die Brieftasche klaut. Und seine Begleitung sagt "Hast du das gesehen?" und er sagt "Aber Sweetheart, ich bestehle die Leute im Grunde ja auch, und deshalb mische ich mich da nicht ein!"
Wenn wir sowas hören, dann regen wir uns zu Recht doch auf!

Meine Großmutter übrigens hat sich in aller Liebe eingemischt, sich gekümmert um die Leute.
Irgendwann einmal eröffnete schräg gegenüber ihres Häuseleins eine etwas seltsame Bar mit  Bildern von Damen die echt zu wenig anhatten im Schaufenster. Als das Fronleichnamsfest mitsamt Prozession nahte, ist sie, mit ihren über 70, da hineingestiefelt, und hat denen gesagt, sie sollten gefälligst die Rolläden runter machen, wenn die Prozession vorbeikäme.
Haben die gemacht!

Was das sich nicht kümmern um die Sünden anderer angeht, so hat sich auch Jesus der Christus dazu geäußert und wir lesen  im 18. Kapitel Vers 15 ff des Matthäus Evangeliums Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen.
16Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn jede Sache muss durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden.
17Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.

Beim Propheten Ezechiel ist es sogar noch schlimmer, der trägt die Schuld des Bruders, den er, (Ezechiel) nicht gewarnt hat, ist doch Ezechiel bestimmt zum Wächter Israels (Ez, 3,17ff)

Menschensohn, ich gebe dich dem Haus Israel als Wächter. Wenn du ein Wort aus meinem Mund hörst, musst du sie vor mir warnen.
18Wenn ich zu einem, der sich schuldig gemacht hat, sage: Du musst sterben!, und wenn du ihn nicht warnst und nicht redest, um den Schuldigen von seinem schuldhaften Weg abzubringen, damit er am Leben bleibt, dann wird der Schuldige seiner Sünde wegen sterben; von dir aber fordere ich Rechenschaft für sein Blut.
19Wenn du aber den Schuldigen warnst und er sich von seiner Schuld und seinem schuldhaften Weg nicht abwendet, dann wird er seiner Sünde wegen sterben; du aber hast dein Leben gerettet.
20Und wenn ein Gerechter sein rechtschaffenes Leben aufgibt und Unrecht tut, werde ich ihn zu Fall bringen und er wird sterben, weil du ihn nicht gewarnt hast. Seiner Sünde wegen wird er sterben und an seine gerechten Taten von einst wird man nicht mehr denken. Von dir aber fordere ich Rechenschaft für sein Blut.
21Wenn du aber den Gerechten davor warnst zu sündigen und er sündigt nicht, dann wird er am Leben bleiben, weil er gewarnt wurde, und du hast dein Leben gerettet.

Das ist auch deshalb interessant, weil wir in der  großen Moralenzyklika JPII's Veritatis Splendor lesen

172 Durch die Verkündigung der Gebote Gottes und der Liebe Christi lehrt das Lehramt der Kirche die Gläubigen auch konkrete Einzelgebote und verlangt von ihnen, sie gewissenhaft als sittlich verpflichtend zu betrachten. Außerdem übt das Lehramt ein wichtiges Wächteramt aus, indem es die Gläubigen vor möglichen, auch nur implizit vorhandenen Irrtümern warnt, wenn ihr Gewissen nicht dahin gelangt, die Richtigkeit und Wahrheit der vom Lehramt der Kirche gelehrten sittlichen Regeln anzuerkennen.


Und selbst ein Kardinal Lehmann hat mal ein Grundsatzreferat über die Aufgabe der Kirche heute, ("angesichts verletzlicher Ordnungen") bei der Vollversammlung der Deutschen Bischöfe 1997 unter dem Titel "Wächter, wie lange noch dauert die Nacht?" gehalten.

Komischer Wächter, der das Nichthingucken zur ersten christlichen Tugend erklärt.

Ach ja der Apostel Paulus schreibt übrigens an Timotheus, immerhin Bischof von  Ephesus, in 2Tim, 4
 1Ich beschwöre dich bei Gott und bei Christus Jesus, dem kommenden Richter der Lebenden und der Toten, bei seinem Erscheinen und bei seinem Reich:
2Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht; weise zurecht, tadle, ermahne, in unermüdlicher und geduldiger Belehrung.

und im ersten Brief an selbigen Timotheus steht  im 5ten Kapitel Vers 20ff

20Wenn sich einer verfehlt, so weise ihn in Gegenwart aller zurecht, damit auch die anderen sich fürchten.
21Ich beschwöre dich bei Gott, bei Christus Jesus und bei den auserwählten Engeln: Befolge dies alles ohne Vorurteil und vermeide jede Bevorzugung!


P.S ein bisschen abrupt, aber gerade Veritatis Splendor sollte man wieder lesen, gerade heutzutage, wo man, auch innerkirchlich  versucht, die Moral dem, was einem Medien so als das nonplusultra vormachen, anzupassen, hat doch nach einem Wort Papst Benedikts, JPII diese Enzyklika geschrieben, um ..... die Lehre vom Menschen wieder auf ein metaphysisches Fundament zu stellen und das neue Bild des Menschen der heiligen Schrift christlich zu verdeutlichen.


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