Montag, 31. März 2014

Was BMW (angeblich) so alles treibt!

Oder die wundersame Autobestellung, die keiner gemacht hat.

Die Autoindustrie in Deutschland hat eigentlich einen guten Ruf. Seltsame Geschäftspraktiken, wie sie ja von diversen Medien betrieben werden, z.B.
  • Probeabo des Spiegel oder der SZ, das sich dann automatisch verlängert, wenn man nicht rechtzeitig kündigt
  • oder eine Meinungsumfrage, mit der man automatisch ein günstiges 3-Monats-Abo bekommt, das dann weiterläuft, wenn man es nicht kündigt  
ist mir von der Autoindustrie bisher nicht zu Ohren gekommen.
Und gerade BMW, die auf ihre Seriösität größten Wert legen, wirft man jetzt solche dubiosen Geschäftspraktiken vor? Wie man z.B. aus den Ordinariaten in München und Regensburg weiß, bekommen die dortigen Erzbischöfe/Bischöfe sogar kostenlos ein Oberklasse-Modell von BMW zur Verfügung gestellt, weil es für das Unternehmen eine Ehre ist, wenn sie dem jeweiligen Oberhirten ein Fahrzeug zur Verfügung stellen dürfen. BMW ist auch das einzige deutsche Autounternehmen, das nach bayerischer Tradition neue Werke oder sonstige Bauwerke weltweit während der Einweihungsfeier durch einen Priester segnen lässt.

Und jetzt kommen uns da so seltsame Geschichten zu Ohren, die man eigentlich nicht glauben kann. Wer mit einem Dienstwagen egal welcher Marke unterwegs ist, oder in der Fuhrparkverwaltung eines Unternehmens arbeitet, weiß ja, wie das normalerweise mit Leasing-Verträgen läuft:

  1. Auto bestellen, Bestellung unterschreiben
  2. Leasing-Antrag stellen und Leasing-Vertrag unterschreiben
  3. Der Leasing-Vertrag bezieht sich auf das bestellte Fahrzeug
  4. Dann verschickt der Händler eine Auftragsbestätigung an die Abteilung, die für den Einkauf von Fahrzeugen zuständig ist.
  5. Dann folgt eine Bestätigung der Leasingfirma - ganz offiziell
  6. Die Laufzeit des Leasing-Vertrages beginnt mit der Auslieferung des Fahrzeuges und das Fahrzeug muss zum Ende des Leasing-Vertrages an den Händler etc. zurückgegeben werden
Das ist bei allen Leasingfirmen gleich, und es spielt keine Rolle, ob man mit der BMW-Bank oder der Sparkasse einen Leasingvertrag abgeschlossen hat oder das Auto z.B. von einer Leasingesellschaft (z.B. Sixt) gemietet hat.

Nur in Limburg scheint das mal wieder anders zu sein. Da dürfen die Sekretäre oder Chauffeure einfach mal so Verträge über 70.000 Euro und mehr unterschreiben. Da wird keine Auftragsbestätigung gesehen und schon gar nicht überprüft. Da verlängern sich Leasingverträge automatisch (Neu: das Auto-Abo)  und liefern - o Wunder - auch noch gleich das niemals bestellte Auto mit dazu, und zwar nur deshalb, weil man den Leasingvertrag nicht gekündigt hat. Derzeit tauchen ja immer neue Personen auf, die das Auto angeblich im Namen des Bischofs gekauft haben. Derzeit sind es wohl Sekretär oder Chauffeur gewesen. Morgen werden es wohl die Putzfrau oder der Pförtner gewesen sein,  am Ende könnte aber Reinhard Mey recht behalten: "Der Mörder (oder der Autobesteller) ist immer der Gärtner". Nun denn.
In Limburg ist nichts unmöglich, würde ich dazu sagen ...

Hessen hat ja eine lange Tradition in Sachen Märchen, die deutsche Märchenstraße beginnt in Hanau und führt dann lange Zeit durchs Bistum Limburg, wobei Limburg selbst nicht an der deutschen Märchenstraße liegt. Neben Frau Holle, Dornröschen, Rapunzel, die in anderen Orten Hessens beheimatet sind, sollte man das Rumpelstilzchen unbedingt in Zukunft Limburg zuordnen. Als moderne Variante: Nicht mehr Stroh zu Gold spinnen, sondern: "Aus Papieren ohne gültige Unterschriften Luxus-Autos machen, die keiner bestellt hat". Die Frage, wer das Rumpelstilzchen ist und wer die ahnungslose Königstochter, ist allerdings derzeit wieder offen.

Allerdings sollte man allmählich mal anfangen, die Echtheit mancher Unterschrift des Bischofs anzuzweifeln. Denn Fahrzeugbestellung und Leasingvertrag wurde unterschrieben, als der Bischof in Metten war. Und nur auf Zuruf nimmt keine Leasinggesellschaft einen solchen Auftrag an, zumal bei Behörden immer zwei hinterlegte Unterschriften verpflichtend sind. Andererseits bekommen die Geschichten der angeblichen nächtlichen Besuche des Bischofs auf dem Domberg (er soll ja dort sogar heimlich Messen gefeiert haben) eine neue Wendung.

Wenn man jetzt noch bedenkt, welche Hasswelle diese Medienlüge hervorgerufen hat. Allein auf dem T-Online news-Portal gab es am Samstag innerhalb weniger Stunden an die 400 Hasskommentare, wobei die Aufforderung "kreuzigt ihn" noch zu den harmloseren zählte.
Da würde ich doch dem Bischof folgenden Vorschlag machen: Einfach den Leasingvertrag privat übernehmen und den 5er gegen ein schickes 4er Cabrio eintauschen, ausgestattet mit BMW-Professional Radio incl. CD-Player und dem Harman Kardon Soundsystem mit mindestens 8 Lautsprechern. Und dann auf die schönen lauen Sommernächte warten, die es ja sicher auch in Limburg gibt. Verdeck auf - CD rein mit gregorianischen Chorälen - und dann voll aufdrehen und mit 30 durch die Limburger Altstadt. Das schallt hervorragend in den engen Gassen mit den alten Gemäuern. Und die Limburger lernen Latein im Schlaf. Dann hat die ganze Sache noch ein gutes Ende.
Hier schon mal eine Kostprobe:

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