Samstag, 5. April 2014

Das Neueste aus Rom: anonyme Seligsprechungen?!?, oder bitte lieber Gott, lass es ein Missverständnis sein!

Neulich hielt unser Papst eine seiner morgendlichen Predigten und erwähnte dabei einen kürzlich Verstorbenen, dem man angeblich seine Lehrerlaubnis (an einer Universität) entzogen habe und für den nun ein Heiligsprechungsverfahren eingeleitet sei.
Bei Radio Vatikan liest sich die entsprechenden Passage unter dem reißerischen Titel "Gestern Häretiker, heute selig" so:
 Auch viele Denker der Kirche wurden verfolgt. Mir kommt in diesem Moment ein bestimmter Mann in den Sinn, der nicht so weit weg von uns ist. Es handelt sich um einen Mann guten Willens, einen wahren Propheten, der in seinen Büchern der Kirche vorwarf, dass sie sich vom Weg des Herrn entferne. Seine Bücher wurden auf den Index gestellt, und man nahm ihm seinen Lehrstuhl weg. So endete das Leben dieses Mannes vor nicht allzu langer Zeit. Die Zeit verging, und jetzt ist er selig! Gestern war er noch ein Häretiker, und heute ist er ein Seliger
Versuchen wir mal, das inhaltlich zu verstehen, also der Index wurde mit Ende des 2ten Vatikanums 
abgeschafft. Und der einzige dem jemals der Lehrstuhl aberkannt wurde, war unser Weltethosschef, der lebt aber noch. Der kann es nicht sein!
Auch Madame Uta Doppelnamen lebt noch und ich bezweifle dass irgendjemand sie nach ihrem Tod um irgendwelche Wunder bitten  wird. Sie kann es also auch nicht sein.
Auf den Index gelangten auch die Werke Teilhard de Chardins, aber  dessen "Versöhnung des Christentums mit der Evolutionstheorie", weil es innerhalb der Menschheit, eine Evolution hin zu "immer besser und christusähnlicher" gäbe, stimmt, wie ein einfacher Blick in die jüngste Geschichte zeigt, einfach nicht.
Der kann es also auch nicht sein.
Dann fällt mir noch Oscar Romero ein, aber wenn der selig oder heilig gesprochen wird, dann nicht wegen dem was er verbraten hat, sondern wegen seines Martyriums.
Weil, wie wir aus sorgfältiger Lektüre der Märtyrergeschichten erkennen, hebt das Martyrium eventuellen, vorher verbratenen, Unfug oder Untaten komplett auf. Der Gute Schächer kommt ja nicht in den Himmel, wegen seines Lebenswandels, sondern eben wegen der Annahme seines schmerzhaften Todes, sprich des Martyriums.


Bei kath.net aber wird die Sache noch ausgewalzt, da heißt es Nein, dieser Mann ist gut!‘. Mehr noch: er ist auf dem Weg der Heiligkeit: er ist ein Seliger!“
Also bedeutet das doch wohl, das da ein Heiligsprechungsverfahren angelaufen ist, aber ehrlich gesagt ich habe, s.o keinen blassen Schimmer, wen der Papst da meint.!
Ich habe ein bisschen bei denen gegoogelt,  die  Papst Franziskus neulich heiliggesprochen hat, bzw. auf den Weg dazu gebracht hat  auch da findet sich kein Uniprofessor drunter.

Nebenbei bemerkt, Heilige sind nicht die, die immer Recht haben, sondern, die immer wieder, sich nach Gott hin ausgestreckt haben, die, die gefallen sind, wie jeder andere auch, aber immer wieder aufgestanden sind!
Und ihr Fallen mit dem Fallen Christi unter dem Kreuz verbunden haben.
Menschen der großen Liebe, auch zu sich selber!
Nicht perfekte, immer recht habende supergute Gutmenschen!
 Auch Heilige müssen lernen, irren sich auch bisweilen sehr, es sind nicht die, die immer nur Einser  schreiben und schon als kleines Kind immer brav waren.
Wenn man sich ein wenig mit Scholastik beschäftigt, dann weiß man auch, dass große Heilige in grundlegenden Fragen der Philosophie und deren Verhältnis zur Theologie, unvereinbare Postionen vertreten haben.
Es also nicht sein kann, nur weil einer heilig ist, hat er deshalb auch immer und überall recht.
Manches von dem Unvereinbaren dürfte aus der Abteilung der Widersprüche stammen, die in Gott, wie schon Kardinal Ratzinger immer und immer betont hat, zusammenfallen.

Sorum ist das Landen auf dem Index weder Güte noch Mankozeichen, es kommt nur darauf an, wie man damit umgegangen ist.


So bleibt die Frage, "Wen meint der Papst da?"
So bitten wir unsere Leser um Mithilfe!

4 Kommentare:

  1. Tarquinius05.04.14, 15:32

    Mir fiel da spontan der (noch nicht so lang) Selige Antonio Rosmini ein, zwei seiner Werke standen zumindest zeitweise auf dem Index. Deswegen ist er natürlich noch lange kein Häretiker, aber vielleicht nahm der Heilige Vater diesen Begriff im...naja...allerweitesten Sinne heran.

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    1. ja eben, wie ich schrieb, ist man wegen einzelner Irrtümer noch lange kein Häretiker, und Rosmini ist immerhin schon 1855 gestorben, das ist nicht gerade kürzlich und soweit ich weiß hat man dem Rosmini auch nicht seinen Lehrstuhl entzogen, will heißen, der kann es wohl nicht sein.

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  2. Der Weltethoschef ist nicht der einzige, dem die Lehrerlaubnis (also der Lehrstuhl) entzogen wurde. Spontan fällt mir da auch noch unser Eugen und auch Hasenhüttl ein. Aber die leben ja noch.
    L. Boff lebt auch noch. Aber der hatte ja auch nur ein "Bußschweigen" auferlegt bekommen - also einen befristeten Entzug.

    Bezüglich des Lehrstuhlentzugs wird sich der Papst ja vermutlich nicht auf Religionslehrer o.ä. beziehen. — Lebt er Berger noch?

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    1. Der Berger lebt wohl noch, aber seitdem er hat, was er immer wollte, hört man nichts mehr von ihm!
      Aber der kann es doch auch nicht sein.
      Ich erinnere mich dunkel an einen frühchristlichen Priester, der im Kerker auf seiner Brust, als Altar, Eucharistie feierte, und der vorher Arianer (soweit ich das im Kopf habe) gewesen war, und von daher exkommuniziert worden war, und sich dann im Kerker (oder kurz vorher) wieder bekehrt hat, aber auch der passt nicht, weil das mindestens eineinhalb Jahrtausende her ist.

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