Donnerstag, 24. April 2014

Ist ein Papst nur während der Bürozeiten Papst?

Ich habe mir in diversen Diskussionen schon ne Menge Rüffel eingefangen, wenn ich die Sache mit der päpstlichen Unfehlbarkeit erklärt habe.
Sophistische Spitzfindigkeit war so das Standardding.

Ich halte im Grunde die ganze Kirchenverfassung schon für ein hochintelligentes Werk, und die Idee, dass der Papst nur insoweit Papst ist, wie er kein Häretiker ist,  und wenn er irrt, er dann als Privatmann (Honoriusfrage z.B.) irrt, schon für sophistische Spitzfindigkeit, andererseits aber für absolut unerlässlich für das Funktionieren der Kirche, einfach, weil auch Päpste nur Menschen sind.

Man muss einfach dafür sorgen, dass nicht jedes päpstliche Wort sozusagen letzte Verbindlichkeit hat, sondern nur dann, wenn es wirklich letztverbindlich ist.
Man  muss verhindern, dass aus persönlichen Geschmacksfragen und Vorlieben oder auch Abneigungen bestimmter Spiritualitäten, absolute Verbindlichkeit abgeleitet werden kann.
Gleichzeitig muss die oberste und absolute Autorität in Glaubens- und Sittenfragen des Papstes gewahrt bleiben.
So ist das Amt des Papstes ein durchaus hartes und schweres Amt und wenn man das einmal begriffen hat, dann versteht man auch das ganze vatikanisches Gedöns mitsamt Protokoll, das ja auch, unter anderem, den Papst vor sich selber schützen soll, indem es ihn abschottet.



Unser aktueller Papst hält nun gar nichts davon, was ihn zu everybodys darling gemacht hat, jedoch zu ernsthaften Verwicklungen führt, wie wir gerade vor Augen geführt bekommen.
Man lese hier
Ich muss ehrlich sagen, als heute morgen die ersten Meldungen davon durchs Netz schwirrten, hielt ich das Ganze für einen schlechten Scherz, dachte irgendein Witzbold habe sich da mit der Familie einen Scherz erlaubt.
Jedoch wir haben uns geirrt.
So analysieren wir die kurze Meldung von Pater Lombardi.
Er leugnet keineswegs, dass der Papst telefoniert habe, sondern erklärt im Grunde, dass das Telefongespräch stattgefunden habe!
Es heißt dazu bei Radio Vatikan.
Es handele sich um persönliche pastorale Gespräche von Franziskus, die nichts mit seinem öffentlichen Wirken als Papst zu tun hätten. Die Lehre der Kirche werde davon nicht berührt; daher wolle der Vatikan dazu auch keine Stellungnahmen abgeben.
Nee ehrlich, das kapiere ich nun dann doch nicht, gerade der Papst ist derjenige, der dafür zu sorgen hat, dass die Pastoral  (was ja nix anders bedeutet, als die Leitung und Führung der Schäfelein, kommt das Wort doch vom lateinischen Wort Pastor, was schlicht und ergreifend Hirte bedeutet) so erfolgt, wie sie eben im Sinne Christi ist.
So kann doch keine Rede davon sein, dass der Papst, wenn er Papst ist, sozusagen der Mr Hyde der Pastoral ist und wenn er privat agiert, er dann zum  Dr. Jekyll des Lehramtes wird. 
Diese Dinge sind doch kein Widerspruch!
Die Gesetze Gottes sind teilweise schwer, das steht außer Frage, aber sie sind  für uns und zu unserem Heil erlassen!
Ein Gutes hat die Sache, wenn man die Meldung bei Radio Vatican genau liest, so steht dort ganz klar, was Lehre der Kirche ist:
Nämlich hier:
............die mit einem geschiedenen Mann zivil verheiratet ist und daher nach katholischer Lehre nicht die Kommunion und das Beichtsakrament empfangen kann.
Somit ist komplett klar, dass andersgelagerte Entscheidungen gegen die Lehre der Kirche sind.
Und die Lehre der Kirche kann kein Papst ändern, auch wenn er das noch so gerne möchte.

Wie gesagt, ich versteh schon, dass man unterscheiden muss zwischen Papst als Privatmann und Papst als Papst, das ist überlebensnotwendig für die Kirche, jedoch wird vom Privatmann Papst, wie von jedem anderen Katholiken auch erwartet, dass er sein Gewissen so bildet, wie es die Kirche gebildet haben will, und zu diesem Zweck dienen u.a. auch pastorale Gespräche, womit sich der Kreis wieder schließt.



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