Dienstag, 29. April 2014

Was zu tun ist?

Ich weiß nicht, ob das gut oder schlecht ist mit der Doppelheiligsprechung von dem aktuellen Papst unter sozusagen aktiver Mitwirkung seines Vorgängers. Und im Gegensatz zu dem was der Vaticanist G. Galeazzi hier so schreibt, heilt bei mir überhaupt keine Wunde, wenn beide Päpste vor aller Welt freundschaftliche Umarmungen austauschen.
Ich versteh dann nur einfach die Welt immer noch nicht, die ich seit dem 11.2.2013 nicht mehr versteh!
Aber ich wehr mich auch dagegen, aus JPII einen unheiligen Papst zu machen, auch wenn ich nicht umhin kann, in der Heiligsprechung  Johannes XXIII einen seltsamen Akt zu sehen.
Ich meine, in meiner Jugend, da fand sich in den Bücherschränken gebildeter Leute so Büchlein wie  "Anekdoten über Johannes", "der lächelnde Papst" u.ä. und jeder, der was auf sich hielt, zitierte gerne, vorzugsweise in kirchlichen Sitzungen irgendwelche witzigen Bonmots von Johannes XXIII  "Hier sitze ich, ich kann auch anders!".
Mein Onkel der den Nuntius Roncalli in der Kriegsgefangenschaft (Priesterseminar im Kriegsgefangenenlager in Chartres)  kennengelernt hatte, war eh ganz begeistert von ihm.
Aber, wie gesagt, das war damals Ende der 60er und mittlerweile ist es so, dass mir letzte Woche im Wartezimmer, ein Mann gegenüber saß, der erklärte seiner Frau "Also am Sonntag, da wird unser Papst (der Mann ist aus Polen) heiliggesprochen und der andere, das ist der, der nur kurz dran war..." ich habe dann versucht zu erklären, wer Johannes XXIII war, aber merkte, damit konnte keiner was anfangen.
Ja es können einem schon seltsame Gedanken durch den Kopf gehen, aber ich denke auch, es ist nix wie eine Versuchung all diese vielen Irritationen.
Weil man muss einfach festhalten, dass alles auf dieser Welt in die Abteilung "gefallene Schöpfung" gehört und wir natürlich alle angekränkelt sind von der vaterlosen Gesellschaft und trotzdem uns alle, so wie im Grunde Brunhild, trotz aller Emanzipation, nach einem sehnen, zu dem wir aufblicken können, nach einem, an dem wir uns festhalten können, spirituell fast am Ende sind von der ständigen Erfahrung von Vorläufigkeit und Unzulänglichkeit von uns selbst und von den anderen.
So ist schon klar, dass man im Heiligen gerne den sehen täte,  er "immer recht hat", aber ein einfacher Blick ín eine handelsübliche Sammlung Heiligengeschichten zeigt, dem ist nicht so!


Auch war es nicht so, dass alle Heiligen sich immer total gut leiden konnten, verstanden und sich auf gar keinen Fall gegenseitig das Leben schwer machten.
Exemplarisch sei hier das Wort Phillip Neris angeführt, der auf drängendes Nachfragen "was er denn täte, wenn er mal gar nicht wisse, was er tun soll, was richtig und was falsch sei, in einer ganz konkreten Situation" antwortete "Also ich würde mir überlegen, was der  von Loyola in der gleichen Situation machen würde und dann das Gegenteil tun!"
Auch in richtig zentralen philosophischen und glaubensmäßigen Fragen sind große Heilige oft diametral verschiedener Ansicht gewesen und ein so großer Marienverehrer, von dem die Heilige Hildegard von Bingen sagte, "er sei ein Adler, der die Sonne sieht", wie Bernhard von Clairveaux wehrte sich sein Leben lang, gegen die Idee, dass die Muttergottes mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden sei.
Will heißen die Heiligen sind nicht die, die immer recht haben!
Die Heiligen sind aber die, der großen Liebe, auch wenn sie ansonsten so ihre Macken, Mucken, Fehler und Irrtümer hatten.
Sie sind nicht die, die nie gefallen sind, es sind die die wieder aufgestanden sind, mit dem Herrn!
So gesteh, ich , dass mir diese ausufernden Heiligsprechungen schon unter JPII nicht gefallen haben und es seitdem nicht besser geworden ist, auch wenn es nun ihn, fast witzigerweise, selber "erwischt" hat.
Aber ich kann an all dem nichts ändern, ich muss vertrauen, dass, wie es in einem alten Lied über den Heiligen Geist heißt:
"Aller Völker wirre Pfade, werden durch dein Licht geeint, sind geeint durch deine Gnade, die durch alles Dunkel scheint"
Und so ist es gut und so wollen wir tun, wie es uns Christus aufgibt
 Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! (Joh 14,1) und
Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht. (Joh 14,27)
und wie es im Lied heißt
Geh, bet und sing, auf Gottes Wegen, verricht das deine nur getreu udn trau  des Himmels  reichen Segen, so wird er bei dir werden neu,. Denn welcher seine Zuversicht, auf Gott wirft, den verlässt er nicht.
Und von daher: Heilige Päpste Johannes und Johannes Paul. bittet für uns und für die ganze Kirche Gottes"!
Wir haben es soooo nötig!


ja und der Psalm am Tag nach der Heiligsprechung war der 2. Psalm 
Auch hier gilt. Passt!

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