Sonntag, 6. April 2014

Zum Todestag von Reinhold Schneider

Via Pro Spe Salutis wurde ich daran erinnert, dass heute der 56. Todestag des Dichters Reinhold Schneiders ist.
Reinhold Schneider hat  in der Zeit des 3. Reiches beeindruckende, tiefe Texte geschrieben, die immer noch eine bedrückende Aktualität haben.
Pro Spe Salutis erinnert an das Sonett, gedichtet 1943 das anhebt mit

 Die Wahrheit nur wird an die Herzen dringen,
Und wirken wird das Wort nur, das gelebt;
 ..................
Ja so ist es wohl und es ist immer und immer noch die aktuelle Krankheit der Kirche, dass wir zwar vieles, und richtiges reden, es aber nicht leben, weil wir doch alle mehr an unseren Geldbeutel glauben, als an die ewige Seligkeit!
Hier ist zu dieser Krankheit, die sich für die Therapie hält, kurz und knapp alles gesagt. 

Wohl das bekannteste Sonett Reinhold  Schneiders ist: 

Allein den Betern kann es noch gelingen, 
das Schwert ob unseren Häuptern aufzuhalten...


ein Sonett, dass er 1936 gedichtet hat, das so klar war, wie man damals nur sein konnte, nur hat es immer  noch eine ungeahnte Aktualität, auch wenn die damalig Bedrohung ja wirklich überwunden wurde.
Wenn ich über diese Dinge nachdenke, kommt mir oft die Stelle aus der Offenbarung des Johannes in den Sinn, wo es heißt:
 Die Überlebenden wurden vom Entsetzen gepackt und gaben dem Gott des Himmels die Ehre.
Das zweite «Wehe» ist vorüber, das dritte «Wehe» kommt bald. (Offb 11,12ff)

Und es stimmt sogar, (auch wenn die Apokalypse so gestrickt ist, dass sie keine Chronologie der Ereignisse darstellt, sondern zeigt was ist, war, und kommen wird) nach dem 2. Weltkrieg gaben die Menschen Gott die Ehre, aber das nächste Wehe kam bald!
Und so hat die Stelle des oben erwähnten Sonetts, die da lautet

Jetzt ist die Zeit, da sich das Heil verbirgt,
Und Menschenhochmut auf dem Markte feiert,
Indes im Dom die Beter sich verhüllen,


immer noch ungebrochene Aktualität, insbesondere, weil man sich zur Zeit als das Sonett gedichtet wurde, noch durchaus zum Beten in den Dom flüchten konnte und man sich da durchaus an der Rettungsleine, dem Rosenkranz, festhalten konnte und jeder Pfarrer nickte einem aufmunternd zu, während man heutzutage gut beraten ist, sich auch zum Beten im Dom zu verhüllen. Ist die Zahl der frommen Priester, die nix wie Ärger mit ihren Oberen gekriegt haben, schon richtig erschreckend.
Und dass die frommen Beter von den Ordinariaten unter dem verachtenden Titel "Rosenkranzgeschwader" geführt werden, auch das ist bekannt.

So hier noch der Link zum vollständigen Sonett

Und egal, wer was Negatives über das Beten sagt, wir wollen der Aufforderung Folge leisten, zu beten,
Bis Gott aus unsern Opfern Segen wirkt


2 Kommentare:

  1. Wenn man sich denn im Dom noch verhüllen könnte! Also jedenfalls kaum im Freiburger Münster, wo man mitunter nicht einmal in der kleinen Sakramentskapelle herumstapfenden und hereinglotzenden Touristen entkommt ...

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    1. Unsere Kirche hier vor Ort hat ungefähr den Charme einer Tiefgarage!
      Aber vor einigen Jahren war mal ein afrikanischer Priester für längere Zeit zu Gast in der Pfarrgemeinde, dem hat man dann alle berühmten Kirche in erreichbarer Nähe vorgeführt, also alles was zwischen Freiburger Münster und Kölner Dom berühmt und sehenswert ist.
      Der meinte dann irgendwann einmal "Ich finde die Kirche vor Ort viel schöner, als all die berühmten Dome!" Erstauntes Schweigen, vorsichtige Frage "Warum?" und seine Antwort "Vor Ort in dieser hässlichen Kirche kann man in Ruhe beten!"
      Ist was Wahres dran, finde ich!

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