Sonntag, 1. Juni 2014

Sonntag ist's

Sonntag ist's und ganz Bayern strahlt unter der Sonne und dem blauen Himmel.
Heute früh um 8:00 klingelte der Wecker - später als an so manchen Sonntagen, denn ich hatte mich entschlossen, das Hochamt in der Theatinerkirche zu besuchen.
So ging ich denn gut ausgeschlafen ans Werk, erledigte alles, was es so braucht, bevor man aus dem Haus geht, hüllte mich in meinen schwarzen Mantel (die Theatinerkirche ist immer noch ziemlich kalt) und fuhr Richtung Innenstadt.
Ich geb's zu: Nicht einmal hatte ich mir bis dahin die Frage gestellt, was denn meine Nachbarn von mir denken könnten, wenn ich mich jeden Sonntagmorgen, in die Tiefgarage begebe, das Auto starte und mich auf den Weg mache. Die wissen auch fast alle, dass ich nicht zum Semmel holen fahre und einen Hund, der so früh raus muss, habe ich auch nicht.
Die Freude wächst, je näher ich meinem "Zielort" komme. Zur Einstimmung wird im Auto schon gebetet, manchmal höre ich sogar schon eine Musikmesse und meistens versuche ich, nicht zu fluchen, wenn einer vor mir her schleicht und ich dann diejenige bin, die an der Ampel warten muss.
25 Minuten habe ich heute gebraucht. Das Auto eingeparkt - am Sonntag kostet es nicht mal was, Mantel gegriffen, Handtasche gegriffen und - ich geb's zu, die Sonnenbrille aufgesetzt. Ich habe das aber wirklich nur gemacht, weil die Sonne schien - und nicht, weil ich Angst davor hatte, dass mich jemand erkennt.
Ganz ehrlich, als ich das Kopfsteinpflaster und die Baustelle am Odeonsplatz überwunden hatte und die Kirche betrat, da war ich im Himmel. Dem Herrn vor mir, der mir die Tür aufhielt und die Dame hinter mir, der ich die Tür aufhielt, schien es ebenso zu gehen .... Und bei keinem der Kirchenbesucher hatte ich den Eindruck, dass er sich dessen, was er da gerade tut (beten) schämt.

So was ist mir noch nie in den Sinn gekommen, seitdem ich Teil der Kirche bin.
Das lateinische Hochamt in der Theatinerkirche war wunderschön, begleitet von der "Missa O Passi Sparsio" von Orlando di Lasso. Die Predigt über die Herrlichkeit Gottes war, wie immer, eine einzige Offenbarung und wenn man dann den Blick nach oben in die Kuppel schweifen lässt, erkennt man sie, die Herrlichkeit Gottes und die Freude daran, die die Menschen solche Bauwerke erschaffen ließ.
Als die Messe vorbei war, hatte ich auch nicht den Eindruck, dass irgendjemand den Versuch unternahm, die Kirche durch die Hintertür zu verlassen .... Ein ganz normaler Sonntag bis dahin.
Dann habe ich via Internet einen kleinen Ausflug durch die Medien unternommen. Und was lese ich da, z.B. in WOn: "Marx ruft Christen auf, sich nicht zu schämen". 20.000 stehen also in Regensburg im Stadion und schämen sich? Oder wie soll ich das verstehen? Warum sind die dann dort hin gegangen. Hätten sich doch denken können, dass dort die eine oder andere Kamera steht, und sie gesehen werden könnten. Jetzt bin ich aber mal gespannt, wie die Kirchentagsbesucher zuhause erklären wollen, wo sie sich die letzten Tage so "rumgetrieben" haben.
Also ich kenne wie gesagt niemanden, der sich schämt, katholisch zu sein (man hört und liest so was von Münchner Diözesanräten, aber die kenne ich ja nicht). Da könnte doch glatt die Vermutung aufkommen, der Kardinal schließt von sich auf andere? Wieder einmal mussten sich die Besucher der von ihm zelebrierten Messe anhören, wie gerne der Kardinal einem großen Sozialverein vorstehen würde, der sich um die Armen, die Kranken und die Ausgebeuteten bemüht. Die Herrlichkeit Gottes? Die kennt er wohl offensichtlich nicht. Freude am Glauben, wie sie zum Beispiel der Passauer Bischof Oster lebt und in die Welt hineinträgt und sie zum Leuchten bringt? Die liegt wohl im Holnstein-Palais im Keller. Der Herr Kardinal ist auf dem Weg zum Ewiggestrigen, wie schade für ihn. Man hat den Eindruck, er guckt zu viel in die Medien und zu selten ins Evangelium. Das sollte er mal tunlichst ändern, denn das macht wirklich schlechte Laune. Aber der Artikel der WON ist ja wirklich zum schämen. Ist es den Journalistx wieder mal gelungen, ihre Interessen (FRAUHSWVG) ins Zentrum ihres Interesses zu rücken und so ihren Lesern bzw. Zuschauern klar zu machen, worum es beim Kirchentag wirklich ging: FRAUHSWVG. Deshalb zur allgemeinen Erheiterung ein Bericht des BR, der uns zeigt, wie der Stuttgarter Bischof den Furien erklärt, warum Frauen nicht Priester werden können. Das ist eben die Nebenwirkung von zuviel Weichspüler.... eher lustig, also nix zum schämen - oder hat der Kardinal etwa diesen Auftritt gemeint?
Noch lustiger war dann der BR-Stammtisch, den man gut als Aufzeichnung ansehen kann, wenn man während der Live-Sendung in der Kirche ist.
Heute war dort einer unserer "Ober-Freuer" zu Gast, der allseits als "Fliege der katholischen Kirche" bekannte Pfarrer Schießler. Da hört man dann von Herrn Markwort in der Anmoderation, dass seine Kirche "immer voll" sei, während der Pfarrer dann erzählt, dass die 600 Plätze in St. Maximilian viel zu überdimensioniert seien und er deshalb lieber ein Seitenschiff zum Wirtshaus umfunktionieren möchte. Beim Nachfragen sagte er dann, dass seine Kirche an Weihnachten und Ostern immer rappelvoll sei. Was er sonst noch so von sich gab, kann man hier anschauen. Hat der Kardinal Marx etwa gemeint, dass man sich für den schämen muss?  Den kann man ignorieren und in seine "Viecherl-Messen" und "Geburtstagsparties" muss man ja nicht gehen.
In diesem Sinne, kein Grund zum Schämen also.

Freuen wir uns weiter an unserem Glauben und der Herrlichkeit Gottes!




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