Montag, 28. Juli 2014

Betreuungsgeld und Chesterton

Gilbert Keith Chesterton bezeichnet irgendwo die Versuche, die schon zu seiner Zeit unternommen wurden, den Armen die Kinder wegzunehmen, natürlich nur mit den allerbesten Absichten, wie die der Bildung, des Schutzes vor Krankheiten, um der besseren Erziehung willen und dergleichen mehr, als versuchten Raub, nämlich als den Versuch den Armen ihren einzigen Reichtum wegzunehmen, nämlich ihre Kinder.
Ja und man muss sagen, besonders originell ist das alles nicht, lief es mir doch schon als Kind eiskalt über den Rücken, wenn ich in den frommen Geschichten meiner Kindheit, von irgendwelchen Missionaren las, die durch die Dörfer irgendwo im Dschungel oder der Pampa zogen und den Leuten nicht Christus, sondern Bildung brachten und zu diesem Behuf irgendwo Internate errichteten, wo die Kinder dann fern von ihren Familien lebten und eben Bildung erhielten.
Womit wir auch wieder bei Chesterton wären, der irgendwo anders behauptet, dass neun von zehn neuen Ideen nichts anderes sind,  als alte Irrtümer.


So ist mal wieder die alte Debatte um die dreiGeldfufzig, sprich die Peanut, die man den Familien hingeschmissen hat, die immer noch ihre Kinder nicht direkt von dem Kreissaal per Fließband in den Hort und das am besten rund um die Uhr, geben wollen, sondern einfach das tun, was einfach normal ist, sich um die lieben Kleinen selber kümmern wollen, aufgekocht.
Eine  Studie berichtet, dass die armen Leute  wegen des Betreuungsgeldes eben ihre Kinder nicht in den Hort, die Krippe u.s.w. geben täten und damit die frühkindliche Förderung nicht stattfände.
Je nun. gehts noch? Kindheit ist Kindheit, ein Reich des sinnlosen spielerischen Tuns und ich frage mich schon immer, warum man das den Kindern nicht gönnt und alles, was diese (die Kinder) tun, vermessen, dokumentiert, zielgerichtet, von ausgebildetem Fachpersonal betreut und  pädagogisch wertvoll sein muss.
Irgendwo habe ich mal gelernt, der Mensch sei alles mögliche homo faber,  homo religious und homo sapiens,  wie Papst Benedikt hier ausführt.
Aber der Mensch ist mehr, er ist auch einer der spielt, einer der nutzloses, sinnloses und  schönes tut und herstellt. Im Grunde gehört die ganze Kunst dahin, in das nutzlose, sinnlose, im Grunde wertlose, und dennoch wahre, einfach weil es eben auch zum Menschen gehört.
So steht zu befürchten, dass die Welt die wir schaffen, indem wir die Kindheit und die Familie abschaffen, einfach eine funktionale, graue, langweilige Welt wird.
Menschlich gesehen ist alles hoffnungslos und dieses, unsere ehemals christliches Abendland scheint auf eine Mischung aus "1984", "schöne neue Welt"  und Kalifat zuzusteuern, zum zigsten Mal Hegel bestätigend, der sagte "Aus der Geschichte lernt man nur, dass man aus der Geschichte nichts lernt!" Aber in der oben erwähnten Rede Papst Benedikts bei der Generalaudienz sagt dieser: 
Und auch wenn der Mensch seinen Schöpfer vergißt, hört der lebendige und wahre Gott nie auf, als erster den Menschen zur geheimnisvollen Begegnung mit ihm im Gebet zu rufen. Im Katechismus heißt es: »Beim Beten geht diese Bewegung der Liebe des treuen Gottes zuerst von ihm aus; die Bewegung des Menschen ist immer Antwort. In dem Maß, in dem Gott sich offenbart und den Menschen sich selbst erkennen läßt, erscheint das Gebet als ein gegenseitiger Zuruf, als ein Geschehen des Bundes, das durch Worte und Handlungen das Herz mit einbezieht. Es enthüllt sich im Lauf der ganzen Heilsgeschichte« (Nr. 2567).
Das ist der Trost, den Gott auch schon durch Jesaja sagen lässt und an den ich immer und immer denken muss, wenn ich von der ganzen Verhüterei,  Abtreiberei und in die Krippetuerei (ja ich weiß das sind verschiedene Dinge, aber im Grunde verschiedene Früchte, vom gleichen Dornenstrauch) höre oder lese, so steht in  Jes, 49,15
Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, /
eine Mutter ihren leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergessen würde: / ich vergesse dich nicht. 
Und Papst Benedikt sagt uns auch was zu tun ist, nämlich:

Liebe Brüder und Schwestern, wir wollen lernen, mehr vor Gott zu verweilen, vor Gott, der sich in Jesus Christus offenbart hat. Wir wollen lernen, in der Stille, in unserem Innersten seine Stimme zu erkennen, die uns ruft und uns in die Tiefen unserer Existenz, zum Ursprung des Lebens, zur Quelle des Heils zurückführt, um uns über die Begrenztheit unseres Lebens hinausgehen zu lassen und uns für Gottes Maßstäbe zu öffnen, für die Beziehung mit ihm, der unendlichen Liebe. Danke.


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