Dienstag, 12. August 2014

Kissler trifft das Problem modernen Denkens auf den Punkt

Bei Cicero findet sich eine Analyse des auffälligen, feigen Schweigens unserer ansonsten überall und bei jeder Diskriminierung und Verletzung konstatierenden, christlicher und nichtchristlicher gewählter, ernannter und selbsternannter Hirten jeglicher Coleur, von schwarz über rot nach grün.
Hier lesen 
Und da findet sich am Schluss ganz nonchalant und absolut treffsicher der Satz, der das Drama des modernen Denkens erklärt.
Der Satz lautet:
Demokratie ist keine Schönwetter-Veranstaltung, Freiheit versteht sich nicht von selbst, Frieden ist nicht der Normalfall. 

Damit ist alles, aber auch alles gesagt.
Und auf den Punkt gebracht, was mich seit Jahrzehnten bei allen möglichen offiziellen und offiziösen Erklärungen zu echtem oder vermeintlichem Unrecht schon immer sauer aufstößt.
Man tut nämlich so, als habe Kardinal Ratzinger nie das Buch "Werte, Wahrheit, Toleranz" geschrieben, wo er absolut treffsicher nachweist, dass Demokratie keine Werte schafft, sondern Werte, christliche voraussetzt, damit sie funktioniert.
Man tut und tat nämlich so, als seien so Sachen wie Demokratie, Freiheit, Frieden, Recht auf Sozialhilfe und Recht auf medizinischer Versorgung und die Errungenschaften des medizinischen und technischen Fortschritt einfach selbstverständlich.
Ein einfacher Blick in irgendwelche Geschichtsbücher, ein einfacher Besuch auf irgendeiner historischen Sehenswürdigkeit, mitsamt Einschalten des Gehirns lehrt einen schon, dass dem nicht so ist.
Aber es ist ja so wundervoll auf die Kirche einzuschlagen und nicht zu begreifen, dass man es ihr verdankt dass man so frei von den unmittelbaren Existenzsorgen ist, dass man überhaupt Zeit und Musse findet auf sie einzuschlagen.
Deshalb reagiert der Westen auch so völlig inadäquat auf die IS Terroristen, weil man seit Jahrzehnten gewohnt ist, zu denken, dass der Mensch ja edel und gut ist, außer er ist christlich fromm.
So sieht man nicht, weil es nicht ins Weltbild passt.

Dass man auf die Kirche eingeschlagen hat, weil man das mit der Erbschuld nicht mehr wahrhaben wollte, sondern eben davon ausging, dass der Mensch, wenn man ihn nur lassen täte, von selber gut und edel und hilfreich wäre, das sollte klar sein.

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