Montag, 25. August 2014

Träume, Schäume, Fußball und die Realität

Also auf Twitter gab es eine Diskussion um die Absurditäten, dass da unter unseren Brüdern und Schwestern gehaust wird, wie es das in diesem Ausmaß und auch ohne Pause wohl noch nie in der Geschichte gegeben hat und man damit umgeht, wie wenn man einen kapitalen Brand mit der Blumenspritze zu löschen versucht´, wobei man dem Feuer ja nix tun will, oder so.

Generationen von Deutschen sind belehrt worden, dass das Schweigen der Mehrheit, damals, korrekt zwischen 1933 und 1945, total schlecht war.
Überall werden auf den Straßen sogenannte Stolpersteine ins Straßenpflaster eingefügt, wo an Leute erinnert wird, die  vertrieben, später dann eingesperrt und dann in Vernichtungslager abtransportiert wurden.
Man könnte höchstens einwenden, dass die IS Leute sich nicht die Mühe des Abtransportes machen, sondern gleich an Ort und Stelle morden.

Es  ereignet sich gegenwärtig  im globalen Dorf, (man bedenke einfach, dass man vom Warschauer Ghetto im Jahr 1942 weniger wusste, als heutzutage von  Mossul,. Ergo ist Mossul für uns genauso nah wie Warschau für die damals) ähnliches.
Die einen fliegen halbherzige Luftangriffe, von denen man auch schon länger nix mehr gehört hat, die Bundeswehr schickt Mullbinden und Baldrian (wenn ich das richtig kapiert habe), andere schicken  Waffen die bei den verkehrten landen,  und ja noch andere organisieren ein interreligiöses Fußballspiel.

Zunächst ist auch hier zu sagen, prinzipiell ist es nicht schlecht, wenn Fußball gespielt wird, und gegen Toleranz ist auch nix zu sagen,. und prinzipiell ist auch nix dagegen zu sagen, wenn Mehmet, Peter, Igor, Kevin,  und Ahmed, wobei Mehmet Sunnit, Peter evangelisch, Igor orthodox, Kevin atheistisch und Ahmet Alevit ist, zusammen bei den Bambini kicken und sich gut verstehen.

Weil dem aber schon lange so ist mit Mehmet, Peter und Co. deshalb ist jedes halbwegs wichtige Team doch interreligiös, was denn sonst?



Es ist ja nicht so, dass der FC Bayern aus lauter Katholiken besteht,  hat  die Beibootbesatzung doch ihr erstes Gefecht geführt, als der FC Bayern auf  der Spielerkabine 4 Buddhas aufstellen ließ, was uns zum weiterspinnen der Idee auf den Pfaden der Satire und sämtlicher Mythen und Sagen, die uns so bekannt waren, verleitete.
Auch der HSV besteht nicht aus lauter Lutheranern und Herta BSC nicht aus lauter Linken. Real Madrid hat nicht nur Katholiken in der Mannschaft und überhaupt ist es nicht herauszubekommen, ob in der algerischen Natinonalmannschaft nicht auch Nichtsunniten  mitspielen.

Während der WM und unter dem Eindruck des  Friedensbäumchenpflanzens in den vatikanischen Gärten verstieg sich ein bekannter Jesuit zu der Idee (ist ihm wahrscheinlich mittlerweile schwer peinlich), dass man doch in Zukunft alle Konflikt auf dem grünen Rasen lösen solle.

Wohin das führt hat schon  Guareschi in den Fußballspielen von Don Camillos "Marienkindern" gegen  Peppones "Dynamos" ausführlich geschildert. Als Christus dem Don Camillo Vorhaltungen macht, dass das immer so ausarte mit dem Fußball, und dem Don Camillo erklärt, dass er, Gott, sich für die Seelen interessiere, und nicht für die Beine, entgegnet ihm Don Camillo, er verstünde halt nichts von Sport.
Hier der Link zur moderneren Version (mit Terence Hill)  des Dramas.

Und es gibt so einen Jugendbuchbestseller, Tribute von Panem, wo es auch darum geht, dass mittels Spielen Ressourcen verteilt werden. Naja keine nette Welt die da gezeichnet wird.

Also die Richtigkeit einer Theologie lässt sich nicht durch Fußballspiele festlegen, wäre auch blöd, weil der Ball ja bekanntlich rund ist und die Weltmeister von gestern durchaus die Verlierer von Morgen sein können.

Aber darum ging es ja gar nicht, es ging darum, dass die Idee in  Tagen, wo wir alle so  nett vor uns hin träumten, von wegen multikulti, alle sind wir nett und gut, nur einige Neandertaler haben überlebt, die Keulen Maschinengewehrschwingend erst zuschlagen, dann fragen und wenn wir denen zeigen, wie nett wir alle miteinander umgeben und wie schön es ist, in trauter Runde ein bisschen Ball zu kicken, dann lassen die alle ihre Waffen fallen und spielen mit!
Ein schönes Bild, wie aus Hanni und Nanni!

Nur hat das schöne Bild aktuell nicht mehr zu übersehende Risse bekommen, wir müssen der Tatsache ins Auge schauen, dass es Leute gibt, die gar nicht mitspielen wollen.

Es gibt von Adalbert Seipolt eine interessante Geschichte, die sich wohl wirklich ereignet hat und wo er wohl auch Autobiografisches hineingemischt hat.

Ein älterer Professor für Altgriechisch, der so ist, wie man sich so einen Menschen vorstellt, wird  von anrückenden Russen aus dem schlesischen Haus vertrieben und packt gerade noch 3 Schmuckbände Platon in den Rucksack. Die zugehörige Frau packt ihr Hochzeitskleid ein.
Beide gelangen ins ausgebombte, verbrannte  Dresden und hausen dort im Winter  in einer Gartenhütte. (kann sich jeder schlau machen, wie das so war).
Die beiden Leutchen haben nix mehr, das bisschen mitgeschleppter Schmuck ist längst umgetauscht, sie frieren, und in dieser Lage beschließen beide, ohne den anderen zu informieren, den geretteten Schatz (das Hochzeitskleid bzw. den Platon) beim erfolgreichstes Schwarzmarkthändler der ganzen Gegend, in ein bisschen Holz oder wenigstens ein bisschen Sägemehl zu tauschen.
Das folgende ist nun von Seipold total gut beschrieben, besser als ich das kann. 
Der Professor kommt, der Schwarzmarkthändler ist sogar gut drauf, und erzählt ihm, dass gerade so ne alte Urschel da gewesen wäre, die ihr Hochzeitskleid im Stil von anno Tobak tauschen wollte. Dann zieht der Schwarzmarkthändler über all die Vorkriegsbildung her, mokiert sich besonders über die Idee, dass Ideen wichtig wären und der Professor erkennt in dem Händler, dessen Wohlwollen ja aktuell für ihn ganz wichtig ist, seinen ehemaligen, schlechtesten Schüler. Der erkennt ihn nun seinerseits nicht, und erzählt ihm von seinem absolut von nix eine Ahnung gehabt habenden Altgriechischlehrer, für den eben die Feinheiten der griechischen Grammatik alles waren.

Dann geschieht was absolut Merkwürdiges. Der Lehrer begreift, dass er die ganze Zeit wirklich in bürgerlich, humanistischen Träumen gefangen war, einer derjenigen die zwar Recht haben, aber das so selbstgerecht rüberbringen, dass man das kaum annehmen kann (kann das schlecht beschreiben, aber es gibt solche Leute)  aber er begreift auch, das  die Option des Händlers, also die Aufgabe des Wahren, Schönen,  Guten zugunsten des rein Innerweltlichen auch keine Option ist.
So dreht er sich um und geht.
Er geht an die Elbe, wo Jungs Papierschiffchen gebastelt haben und damit ein Wettrennen auf der Elbe veranstalten. In dieser unmittelbaren Nachkriegszeit war selbst Papier eine Seltenheit und einer der Jungs fragt nun den Professor, ob er Papier habe. 
Der Professor greift in seinen Rucksack und fängt an die Blätter aus den Platonbänden zu reissen und den Jungs zu geben.

Da plötzlich dreht sich der Wind und der Frühling kommt.

Die Lektion daraus?
Es ist nicht verkehrt, Träume zu haben, über das Gute im Menschen zu fabulieren, sich zu bemühen im anderen das Gute zu sehen, zu versuchen den anderen zu verstehen, ihn zu entschuldigen, gut vom anderen zu reden und zu denken.
Es ist nicht verkehrt, von einer gerechten, friedvollen, netten, harmonischen Welt zu träumen, daran zu arbeiten.

Aber man muss sich der Realität stellen!
Weil wie sagt Christus, die Wahrheit wird uns freimachen. Und diese Wahrheit ist er, Christus!
Und dieser Christus hat uns gesagt, "Haben sie mich verfolgt, werden sie euch verfolgen" und auch "es müssen Ärgernisse kommen, aber weh dem, der sie verursacht" und dass man doch der Hüter seiner Brüder ist.




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