Donnerstag, 11. September 2014

Ein Jahrestag, die alte Pilatusfrage und die Lage heute. Ein Rundumschlag

Ich erinnere mich noch relativ gut, als eine Freundin  meiner Tochter damals am 11.9.2001 ankam und irgendwas von Flugzeugen, die in ein Hochhaus geflogen wären und dem brennenden New York redete.
Ich möchte jetzt nicht die alten Verschwörungstheorien ventilieren, aber dennoch bleiben, zumindest bei mir, immer noch seltsame Fragen.
Wir erinnern uns. War es vorher so, dass die CDU  sozusagen den Part derjenigen übernommen hatte, die auf dem NATO Bündnis herumritten, die eine Armee meinten nötig zu haben, um den Frieden zu sichern, war es der Part der SPD für Abrüstung, gegen die Bundeswehr, und für eine Extratour im NATO Bündnis zu sein, um damit den Frieden zu sichern.
Nun war damals ein gewisser Gerhard Schröder, Mitglied der SPD, Bundeskanzler und der erklärte den Bündnisfall (erstmalig seit Bestehen der NATO) ohne Schnörkel, ohne Ausreden, ohne Loopholes, einfach, so, es lägen sichere Beweise vor, erklärte er öffentlich.
Soweit so gut, und ja auch korrekt, muss man einsehen (meine ich komplett ernst und nicht ironisch)
Nur es dauerte damals einige Tage (2, 3) wenn ich das noch richtig im Kopf habe, bis es soweit war. Briten hätten....., die Amerikaner hätten...... auf jeden Fall sichere Beweise, wer hinter den Anschlägen stecke, so sicher, dass auch das skeptische Deutschland, der unsichere Kandidat der NATO, das Land mit den großen AMI go home Demos, auch und mit Beteiligung der amtierenden Regierungspartei, nun einsehen würde, dass man sich da wehren müsse, und einem nix anderes übrig bleibe, als seine Bündnispflichten zu erfüllen.
Wie gesagt seh ich ja ein, aber es hieß dann auch, die Beweise, der Schuld Bin Ladens ihrem Kurzen in Zusammenarbeit mit der afghanischen Regierung, würden  der Öffentlichkeit "morgen" präsentiert.
Dieses morgen trat nie ein. Um es mal abzukürzen.

Mittlerweile ist der Konflikt, von dem ja unklar ist, wer mit wem gegen wen und warum und wo, jedoch  klar ist, es trifft diejenigen, die sich nicht wehren können und von allen im Stich gelassen werden....  ja merklich eskaliert.


Im September 2001 starben in den Trümmern des World Trade Centers ca. 3000 Leute, zeitgleich starben in Nigeria bei Auseinandersetzungen mit den Vorläufern der  Boko Haram (was übrigens bedeutet "Bücher sind Sünde") ebenfalls ca. 3000 Leute hauptsächlich Christen und moderate Muslime. Interessierte keinen Menschen.

Aber machen wir weiter, die Hydra, die die Amerikaner damals haben erlegen wollen, hat nun eine Menge neuer Köpfe gebildet und ist gefährlicher denn je.
(man suche, wenn man es wissen will unter unserem Label Christenverfolgung)

Nun überrascht die t-online Startseite mit einer absolut neuen Erkenntnis, hat doch der Verfassungsschutz es fertig gebracht, herauszufinden, wer die Leute sind, die sich von Deutschland aus der IS angeschlossen haben.
Es stimmt mit dem überein, was ich mir schon immer gedacht habe, junge Männer die hintenruntergefallen sind. So wie ich das Bildungssystem mit Krippe, Hort, Ganztagsschule und absolutem Gedisse männlicher Verhaltensweisen bei Jungs, mitkriege, überrascht mich das nicht, aber lassen wir das.

Es findet sich auf der Startseite eine Umfrage, ob man nun die Rückkehrer für gefährlich halte oder nicht, und dabei ist die eine Option "Nein nicht, unsere Sicherheitskräfte werden schon aufpassen"
Erinnert mich an das Ende des ersten Transformers Film.
Wo es ja auch um eine total bedrohliche Schlacht, mit viel Aktion und Gedöns, typisch Hollywood eben,   irgendwelcher Aliens auf der Erde geht, und am Ende werden dann die involvierten Eltern der Hauptfigur gefragt "Halten sie es für möglich dass Außerirdische auf der Erde landen ohne dass es jemand mitkriegt" und die Mutter sagt "Nein, unsere Regierung wird uns nie belügen!"
Obwohl sie genau weiß, dass das Gegenteil des Fall war.

Naja das ist vielleicht das Bedrohlichste an der aktuellen Lage, dass man einfach nicht weiß, wer, was, warum  und wann lügt oder auch mit der Wahrheit lügt, weil doch alle an dem Pilatus Syndrom zu leiden scheinen, dem die Wahrheit ja auch nicht wirklich wichtig war.
Oder wie es Georg Kreisler mal formulierte "Die Guten sind auch nicht sehr gut"
Jawohl ja, die Welt brennt, aber wir gehen Blumengießen, Blumengießen, wie man hier hören kann.

Europa hat seine Werte erkämpft in langen, schweren, idiotischen Kämpfen und Auseinandersetzungen, es hat nun gedacht, in Verkennung aller eigenen Geschichte, dass die "anderen" eben nicht so idiotisch wären wie die eigenen Vorfahren und die Werte von selber akzeptieren und antizipieren würden und somit, frei nach Kant, zur Grundlage des eigenen Handeln machen würden.
Vielleicht ist es an der Zeit einzusehen, dass unsere Vorfahren nicht einfach doof und idiotisch waren, als sie kämpften  um Kaiser und Papst und Fürsten und Freiheit und Vaterland, sondern wir die Idioten sind, die denken, es gäbe eben keine Werte, für die sich das Kämpfen lohnte.

Hier ein lesenswerter Artikel zum Thema aus der Welt .

Kardinal Ratzinger hat übrigens mal festgestellt, dass eine Demokratie keine Werte erzeugt, sondern von Werten, den christlichen, lebt, und ja das ist wohl der Irrtum der gerade in Trümmer fällt, auch wenn man den Eindruck hat, dass in Europa aktuell  die Stunde der Dolores Umbridges (Harry Potter 5) angebrochen ist.
Man hat geglaubt dass Demokratie Werte erzeugt, und dass Demokratie ein Wert anundfürsich sei, weswegen man die zugrunde liegenden Werte einfach auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgen könne,  dass man Menschenrechte definieren könne, wie sie einem in den Kram passen, und christlich sein könne in offenem Widerstand gegen das Naturrecht und Gott.
In einem ganz  gewissen Sinn manifestierte sich schon im Umgang mit dem 9.11 die absolute Schwäche des Westens, dass er unfähig ist, die eigenen Werte zu verteidigen, dass ihm seine eigenen Werte irgendwie peinlich sind, und  ja  man denkt, es ginge nur darum, alles und jedes zu verstehen sich auf gar keinen Fall zu wehren und alles Elend der Welt komm daher, dass irgendwer drauf bestehe, Recht zu haben. Womit wir wieder bei Pontius Pilatus wären, der ungläubig, zynisch, im Grunde schwach und deshalb spöttisch fragte :"Was ist Wahrheit?".
Ich persönlich halte die Wahrheit des Islam für verkehrt, aber es ist nun mal die Situation, dass diejenigen die die Wahrheit hatten, das christliche Abendland, sich  auf die Seite des Pilatus geschlagen haben und nun erstaunt und fassungslos vor Leuten steht, die zwar eine verkehrte Wahrheit haben, aber der Ansicht sind, es gibt eine Wahrheit und für die lohnt es sich zu kämpfen.
Mich erinnert vieles an die Texte des Sallust, die wir vor Jahrzehnten im Lateinunterricht lasen, der auch die Dekadenz seiner Zeitgenossen geißelte.
Und ich finde Glaube und Kultur sind und waren schon immer Unterschiede und das Bündnis von Thron und Altar hatte seine Fehler, aber nur weil um die Wahrheitsfrage gerungen wurde, mit allen menschlichen Schwächen, Fehlern und Sünden, wie man heutzutage ja im Geschichtssunterricht lernt, so ist eins noch schlimmer, nämlich aufzuhören,  die Wahrheitsfrage zu stellen, was man in Europa seit Jahrzehnten unter Assistenz der Kirche (dem Herrn sei´s geklagt) tut.
Wir müssen uns entscheiden. ist Christus die Wahrheit, oder unterwerfen (Wortbedeutung von Islam) wir uns einem absolut archaischem System???
Gibt es eine Wahrheit, für die es sich lohnt zu leben und zu sterben, die Frage, die sich mir zumindest immer mehr aufdrängt, wenn ich über die am Horizont dräuende Sterbehilfe nachdenke, wird uns auch von den IS Kämpfern gestellt.
Was zu tun ist? Nun das was schon immer zu tun ist, Umkehren!

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