Dienstag, 30. September 2014

Generationenkonflikt?!? oder wir leben in spannenden Zeiten

Manchmal wird einem ja erst ziemlich spät klar, was man so als jungen Mensch seinen Eltern für Ängste bereitet hat.
Mir wurde es klar, als ich heute folgenden sehr guten, absolut empfehlenswerten Beitrag der Kalliopevorleserin über den Marsch für das Leben las.
Der Beitrag fängt an mit:
Daß Christen in Berlin sich warm anziehen müssen, und zwar lieber nicht mit ihren Lieblingspullovern, weil der Inhalt von Farbeiern so schlecht rausgeht, wurde auf dem vergangenen Marsch für das Leben ....... nicht zum ersten Mal bestätigt.
und  ja einfach weiterlesen hier

Auf jeden Fall eröffnete mir plötzlich meine Tochter, dass mit mir ihre Termine besprechen müsse und erklärte mir glatt, dass sie am 19.9.2015! nicht zu Hause wäre, sondern in Berlin sei und zwar beim Marsch für das Leben.
Prinzipiell finde ich das zwar  besser und richtiger, als all der Kram wo ich mich schon so demomäßig rumgetrieben habe, ein richtiger qualitativer Unterschied, aber plötzlich wurde mir klar, was ich meinen Eltern zugemutet habe.
So will ich hoffen, dass ihr, genauso wie mir damals nichts passiert, und ja mir ist dann auch aufgegangen, dass man beten muss, beten, für, wie es in der orthodoxen Liturgie heißt "alle und jeden".


Es geht aber noch weiter, mit den jungen.Leuten, die sich in irgendwelche Konflikte werfen, die man ihnen gerne ersparen würde.
In der Zeitung steht, dass ein junger Mann, den ich flüchtig kenne, beim Kindergeburtstag schon verköstigt habe,  sich den Pschmerga Truppen angeschlossen habe, weil, wie er im Interview sagt:

Als ich die Bilder von den Gräueltaten des IS - den Enthauptungen, den Massenhinrichtungen und den Vergewaltigungen - gesehen habe, wollte ich nicht mehr länger tatenlos zuschauen. Ich sehe den IS als eine Gefahr für die ganze Menschheit. .......

Und dann denkt man, alles ist weit weg und hat nichts mit einem zu tun!
Pustekuchen!

So bleibt mit nur, die alte Idee, des täglichen Rosenkranz noch mal allen Lesern ans Herz zu legen!

Insbesondere, heute an diesem Tag voller seltsamer Begegnungen, ich auch eine alte Bekannte traf, deren   Sohn ich damals Kommunionunterricht erteilt habe, und dann beobachten musste, wie er auf massivste Abwege geriet.
Die Frau erzählte mir, dass sie 2 Jahre lang jeden Sonntag mit der Straßenbahn in einen nahe gelegenen Walllfahrtsort zur "schwarzen Madonna" gefahren ist, und dort gebetet habe, so intensiv, dass der Pfarrer sie ansprach und ihr, nachdem sie ihm erklärt hatte um was es geht, sagte "Sie sind wie die Heilige Monika"!
Und mittlerweile ist der Sohn auf dem rechten Weg gelandet und versuche in der Verwandtschaft (ja Migrationshintergrund) die jungen Leute zu überzeugen, nicht auf seinen Wegen zu gehen.

Ja die Welt scheint am Abgrund zu taumeln und uns geht es so richtig gut auf dem Weg nach unten und manchmal kommt man sich so richtig hilflos vor, angesichts der unlösbaren Probleme und manchmal, wenn man ein bisschen in die Zukunft denkt, dann fragt man sich,  was für eine Welt man den  Kindern, oder gar den  Enkelkindern, den Nichten und Neffen, oder nur den Nachbarskindern, man da zugemutet hat.
manchmal denkt man "naja mich hält das schon noch aus, und die große Katastrophe, die kommt erst dann wenn ich nicht mehr bin" verbunden mit einem bigotten Augenaufschlag und dem Satz "Ach eure (oder die)  armen Kinder!"
Das bringt mich immer auf die Palme, weil ich davon überzeugt bin, dass der Tod genau keine Fluchtmöglichkeit vor der Verantwortung ist, sondern im Gegenteil einem direkt zur Kasse, sprich den Gericht bringt. Und so man an den hinterlassenen, schlimmen Zuständen Schuld hat, ist es für einem selber viel besser, man trägt die Folgen auf dieser Erde, denn in der kommenden Welt, aber das ist Theologie des Fegefeuers, und das existiert, auch wenn man es nicht wahr haben will.

Ja in seiner Hybris hat der moderne Mensch schon eine slyppery raod betreten und wenn wir auch nicht diejenigen sind, die da viel machen können, oder gar massive Schuld auf sich geladen haben, so haben wir doch eine Aufgabe in dieser Welt und das ist das einstehen im Gebet für die anderen.

In diesem Sinne, denke ich, dass was mir da ganz persönlich aufgegangen ist, gilt auch allgemein.





1 Kommentar:

  1. Marienzweig01.10.14, 20:12

    Nicht "zwar besser und richtiger", sondern großartig finde ich die Entscheidung Ihrer Tochter, bei der Lebensschutz-Demo 2015 teilzunehmen.
    Sie dürfen sich freuen über ihre verantwortungsbewusste Haltung, die sie dadurch zeigt.
    Ihre Eltern haben Sie und Ihre Ideen "ausgehalten", Sie werden wiederum die Aktionen Ihrer Tochter aushalten.
    Aber es ist schon so: Erst Jahre später geht uns auf, was unsere Eltern für Ängste und Unsicherheiten unseretwegen haben durchstehen müssen, aber auch Momente, wo sie stolz auf uns sein konnten.

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