Sonntag, 28. September 2014

Lesung von Heute

Oft und oft  überrascht es mich, wie aktuell mancher Schrifttext sind.
Bei dem Kohelet Text unten geht es um das Alter und um die Erkenntnis, dass die Umkehr im Alter fast unmöglich ist.
Dass man seinen Frieden mit seinem Gott machen muss, bevor die Jahre kommen, von denen du sagst "Diese Jahre sind nicht mehr schön" wie der Text in einer anderen Übersetzung auch lautet.
Allegorisch: die Fenster der Straße werden verschlossen, die Müllerinnen stellen die Arbeit ein u.s.w., wird das Verlöschen des Augenlichts, das Ausfallen der Zähne, und die anderen Gebrechen des Alters beschrieben.
Ich stell das jetzt einfach mal so hin, aber jedesmal wenn ich über Alter, und Euthanasie und das am Leben erhalten auf Teufel komm heraus, nachdenke; -Wobei  meiner Ansicht nach es nicht nur an der ärztlichen Kunst, hängt, sondern an den Leuten, die sich mit jeder Faser ihres Seins am Leben klammern, aber das ist eine lange Diskussion voller Minenfelder und vorprogrammierter Missverständnisse, die ich mir einfach erspare.-
Jedesmal, wenn ich über diese Dinge nachdenke,  kommt mir genau diese Kohelet Stelle in den Sinn. 

  Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Kohelet 11,9-10.12,1-8: 

Freu dich, junger Mann, in deiner Jugend, sei heiteren Herzens in deinen frühen Jahren! Geh auf den Wegen, die dein Herz dir sagt, zu dem, was deine Augen vor sich sehen. Aber sei dir auch bewußt, daß Gott dich für alles zur Rechenschaft ziehen wird.
Halte deinen Sinn von Ärger frei, und schütz deinen Leib vor Krankheit; denn die Jugend und das dunkle Haar sind Windhauch.
Denk an deinen Schöpfer in deinen frühen Jahren, ehe die Tage der Krankheit kommen und die Jahre dich erreichen, von denen du sagen wirst: Ich mag sie nicht!, ehe Sonne und Licht und Mond und Sterne erlöschen und auch nach dem Regen wieder Wolken aufziehen:
am Tag, da die Wächter des Hauses zittern, die starken Männer sich krümmen, die Müllerinnen ihre Arbeit einstellen, weil sie zu wenige sind, es dunkel wird bei den Frauen, die aus den Fenstern blicken, und das Tor zur Straße verschlossen wird; wenn das Geräusch der Mühle verstummt, steht man auf beim Zwitschern der Vögel, doch die Töne des Lieds verklingen; selbst vor der Anhöhe fürchtet man sich und vor den Schrecken am Weg; der Mandelbaum blüht, die Heuschrecke schleppt sich dahin, die Frucht der Kaper platzt, doch ein Mensch geht zu seinem ewigen Haus, und die Klagenden ziehen durch die Straßen  -
ja, ehe die silberne Schnur zerreißt, die goldene Schale bricht, der Krug an der Quelle zerschmettert wird, das Rad zerbrochen in die Grube fällt,
der Staub auf die Erde zurückfällt als das, was er war, und der Atem zu Gott zurückkehrt, der ihn gegeben hat.
Windhauch, Windhauch, sagte Kohelet, das ist alles Windhauch.

Text mit Copy und Paste aus dem Christlichen Forum kopiert



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Mit dem Posten eines Kommentars erteilen Sie die nach der DSGVO nötige Zustimmung, dass dieser, im Falle seiner Freischaltung, auf Dauer gespeichert und lesbar bleibt. Von der »Blogger« Software vorgegeben ist, dass Ihre E-Mail-Adresse, sofern Sie diese angeben, ebenfalls gespeichert wird. Daher stimmen Sie, sofern Sie Ihre email Adresse angeben, einer Speicherung zu. Gleiches gilt für eine Anmeldung als »Follower«. Sollten Sie nachträglich die Löschung eines Kommentars wünschen, können Sie dies, unter Angabe des Artikels und Inhalt des Kommentars, über die Kommentarfunktion erbitten. Ihr Kommentar wird dann so bald wie möglich gelöscht.