Dienstag, 16. September 2014

Wer bei der Landtagswahl am Sonntag wirklich verloren hat!

das ist die Demokratie!

Verschämt heißt es überall nur, die Wahlbeteiligung sei sehr niedrig gewesen,  noch niedriger als ohnehin schon, und genaue Zahlen findet man nicht.
Es gibt jedoch die Wahlämter und da steht es schwarz auf weiß
In Brandenburg haben lediglich 47,9 % aller Bürger gewählt.
Das bedeutet, dass eine, wie auch immer sich schlussendlich konstituierende Mehrheit, gehen wir mal von rot-rot-grün aus, zwar  56,4 % aller abgegebenen Stimmen auf sich vereinigt, damit jedoch lediglich 27,01Prozent aller wahlberechtigten Bürger repräsentiert.

In Thüringen sieht die Sache ähnlich schlimm aus, die Regierungsbildung wird schwierig, aber egal wie sie aussieht, und wahrscheinlich läuft es auch hier auf rot-rot-grün oder rot-schwarz hinaus, was dann eine hauchdünne Mehrheit von 1em Sitz (50,5%) bedeuteten würde, aber das wären dann wiederrum nur 26,6% aller wahlberechtigten Bürger.
Wer will kann es selber nachrechnen.

Diesen rund 27% aller wahlberechtigten Bürgern, stehen also vielleicht, vielleicht aber auch nicht, die Interessen von rund 73% der anderen entgegen.
Jedoch repräsentiert die jeweilige Regierung, egal wie rum man es sieht,  nur eine  Minderheit der Wahlberechtigten
Ich habe mal gelernt, dass es um Grundgesetze zu ändern, einer 2/3 Mehrheit bedürfe, das sind rund 67%.
Diese 2/3 Mehrheit sei sozusagen die Manifestation des Volonté Générale des Jean Jacques Rousseau.
In meinem Geschichtsunterricht, damals vor ewigen Zeiten wurde uns noch beigebracht, dass diese volonté générale sozusagen etwas sakrales, göttliches, sei.
Dass die ins politische gewendete Idee, des sensus fidei, der sich, was die Glaubenswahrheiten angeht, nicht irren kann.



Man kann es drehen und wenden wie man will, es scheint als habe der olle Hobbes recht gehabt, als er feststellte, das der Staat irgendwann einmal wie das Ungeheuer Leviathan (das ist ein mythologisches Ungeheuer, absolut furchtbar und steht selbst den Göttern der Babylonier feindlich gegenüber) über den Leuten schwebt und mit denen nix mehr zu tun hat.

Ich finde ja schon länger und nach Tätigkeit in diversen Beiräten, dass man an jedem Kindergartenelternabend die große Schwachstelle der Demokratie erkennen kann, die man zwar an der Klage  "Keiner kommt, und keiner will dann Elternbeirat werden"  festmachen kann.
Jedoch,  wenn man das mal ne Weile gemacht hat, treu und brav zu den Elternabenden geschlappt, sich breitschlagen lassen und dann in irgendwelchen Sitzungen die Zeit tot geschlagen und, sich genervt gefühlt, dann versteht man auf einmal, warum die Leute da keinen Bock drauf haben.

Leider ist es in den katholischen Räten (und dem vernehmen nach in den evangelischen Ältestenkreisen) auch nicht viel anders.
Hier ein aktueller Sketch zum Thema und nicht umsonst geistert schon länger die Idee des Pastoral Bingo durch die Gegend.

Ich habe natürlich nun keine Patentlösung aber was ich schmerzlich vermisse, im Kleinen wie im Großen ist einfach Realismus.



1 Kommentar:

  1. Immaculata16.09.14, 13:19

    Lieber unter 50% Wahlbeteiligung und dafür mit der AfD endlich wieder eine wählbare, unserer Kirche nahe Partei im Parlament als umgekehrt. Das ist für mich klar.

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