Freitag, 3. Oktober 2014

Denk ich an Deutschland in der Nacht.........

so fängt das bekannte Heine Gedicht an , dass weitergeht, "...bin ich um meinen Schlaf gebracht!"

Ein interessantes Gedicht, ein merkwürdiges Gedicht, eine Gedichtszeile die, genauso wie Brechts "Stell dir vor,l es ist Krieg und keiner geht hin" aus dem Zusammenhang gerissen und im Grunde immer  zitiert wird, gegen die Grundaussage des  Gedichtes, das ja so weiter geht
Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin – dann kommt der Krieg  zu Euch! .....wer den Kampf vermeiden will, denn er wird kämpfen für die Sache des Feindes, wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat.”

so ist auch Heines Gedicht anders, als man so meint, ein Loblied auf Deutschland, das er für so fest und gut und unzerstörbar hält dass man sich darum grad keine Gedanken machen muss.
Es ist ein Gedicht dessen Merkwürdigkeiten sich nicht mit  dem Hinweise wegwischen lassen, "es ging dem Heine nicht um Politik,es geht ihm um die Sorge um seine kranke Mutter"

Im Moment wünsche ich mir, jedoch ein wenig "französisches Licht" würde auf Deutschland fallen, wenn ich mir die "Le Mainf'ler anschaue" hatten wir doch aller gefürchtet, andere haben drauf  gehofft, dass der Impuls über die Sommerferienurlaubszeit verpuffen würde, so scheint es, als würde nun erst recht gepowert.
Mitbloggerin Cinderella berichtete .........................

Heine geht im Gedicht davon aus, dass dem Vaterland, nichts passieren, kann, dass es im Grunde so stabil ist, wie die berühmten deutschen Eichen.



Wobei mich diese Bäume auch immer und immer faszinieren und ich sagen muss, ja sie haben was.
Ich erinnere mich wie wir mal in einem Eifelurlaub angefangen haben, keltische Ringwälle aufzusuchen und diese immer, auch ohne Geo-, Keltenpfad und GPS Navigation immer sofort gefunden haben, wegen der  auffälligen Eichenwäldchen auf der Kuppel.

Aber das "denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um meinen Schlaf gebracht" dass drängt sich einem, in Anbetracht der Weltlage und der seltsamen deutschen Reaktionen, schon dauernd und dauernd auf.
Und man hat den Eindruck, dass gar zu viele, wie Heine, der Ansicht waren, das ist ein Land, das steht, für das gilt "was macht es der Eiche, wenn die Wildsau sich dran reibt ?" und man deshalb schon die Sau rauslassen kann, weil ja so ne Eiche nicht ist wie die "Geleriewe im Gadde" (hessiches Liedgut, wenn man es vornehm ausdrücken will).
Aber selbst in dem Lied mit denen Säu im Gadde ,die die gelben Rüben auswühlen, wird nach dem Spitz gerufen der der Woilerei Einhalt gebieten soll.

So was haben wir denn nun an besorgniserregenden  Nachrichten?

Da ist zum einen das Dauerthema, dass demnächst ein Drittel der Bevölkerung über 65 sein wird, und jeder der mal seine Nase in ein Altenheim gesteckt hat, versteht, warum das Personal so ist, wie es nun mal ist, weil ja lassen wir das.
Aber es wird ja nicht gesagt woher das kommt, weil ja der Gendermainstream und die Feministinnen und das heilige Geld und ja eben der Dreck, die Unordnung und der Radau, den die lieben Kleinen machen.
Dass sie einfach binden, und aus dem Mann und der Frau Eltern machen, auch und dann, wenn die Kasperitis (der Versuch endlich sein zu dürfen wie alle Welt, sündigen ohne Reue, oder sowas) auch in der Kirche ausgebrochen scheint.
Interessant und erschreckend zugleich kann man hier das alles wunderbar sehen. 

Dann haben wir die Kulturbereicherer aus der Ecke der Religion des Friedens, die einerseits ihren christlichen Mitflüchtlingen das Leben schwer zu machen pflegen, wie man ja immer wieder am Rande hört und sofern sie dort hingehen, wo sie hergekommen sind, keinerlei Probleme damit haben, dreitausend Jahre Kultur mit ein bisschen Dynamit zu Staub zu zerblasen.

Gestern hatte ich ein weiteres Gespräch über die IS Kämpfer und ihre Gräueltaten, mit einer Kopftuchmuslima, die auch noch aus dem Irak  kommt und voller Sorge um ihre Familie ist und ganz andere Informationen hat, als wir und mir Dinger erzählt hat, das glaubt man nicht.

Sie ist eigentlich eine gebildete Frau und meinte auch, dass man aus der Geschichte nur lernen könne, dass der Mensch irgendwas an sich habe, dass ihn immer wieder auf einen primitiven 'Druff und dawedder Status' zurückfallen lasse, auch und trotz Mikrowelle, Internet und medizinischen Möglichkeiten, wovon unsere Großmütter noch nicht mal haben träumen können, weil es so großartig ist.
Sie erzählte mir dann auch, dass ihr Sohn sagen würde "Mama warum betest du noch, es gibt keinen Gott! Wenn es einen Gott gäbe, dann täte er sowas nicht zulassen"
Wir sprachen dann viel und  ja irgendwie sagte ich: die Theodizee Frage habe noch keine vernünftige Antwort bekommen, man lande immer wieder beim Buch Hiob!
Ich fing dann an die Geschichte Hiobs zu erzählen und da sagte sie "Die steht genauso im Koran!"
fand ich verrückt und dachte mir dann, "ja daran krankt diese ganze interreligiöse Dialogisiererei, dass man bei dem anderen, vorraussetzt, dass er schon weiß was wir wissen und so ist, wie wir denken dass er ist, und dabei genau das nicht tut, nämlich miteinander reden!"

Ich hatte es schon fast wieder vergessen, da war ich heute in der Messe und war völlig von den Socken, dass genau diese Passage aus Hiob in der Lesung kam, auf die ich abgehoben hatte.

Ich kopiere da mal hier hin
Lesung aus dem Buch Ijob
1Der Herr antwortete dem Ijob aus dem Wettersturm und sprach:
12Hast du je in deinem Leben dem Morgen geboten, dem Frührot seinen Ort bestimmt,
13dass es der Erde Säume fasse und dass die Frevler von ihr abgeschüttelt werden?
14Sie wandelt sich wie Siegelton, die Dinge stehen da wie ein Gewand.
15Den Frevlern wird ihr Licht entzogen, zerschmettert der erhobene Arm.
16Bist du zu den Quellen des Meeres gekommen, hast du des Urgrunds Tiefe durchwandert?
17Haben dir sich die Tore des Todes geöffnet, hast du der Finsternis Tore geschaut?
18Hast du der Erde Breiten überblickt? Sag es, wenn du das alles weißt.
19Wo ist der Weg zur Wohnstatt des Lichts? Die Finsternis, wo hat sie ihren Ort,
20dass du sie einführst in ihren Bereich, die Pfade zu ihrem Haus sie führst?
21Du weißt es ja; du wurdest damals ja geboren, und deiner Tage Zahl ist groß.
3Da antwortete Ijob dem Herrn und sprach:
4Siehe, ich bin zu gering. Was kann ich dir erwidern? Ich lege meine Hand auf meinen Mund.
5Einmal habe ich geredet, ich tu es nicht wieder; ein zweites Mal, doch nun nicht mehr!

faszinierend, ist das was ich vergessen hatte.
Ich hatte nur noch im Kopf dass Gott dem Hiob halt erklärt was er alles nicht kann und Hiob begreift, dass Gott der Herr ist.
Ich finde schon immer, dass es irgndwie unbefriedigend ist, wie der Herr mit dem Hiob umgeht, so von wegen, Hiob beschwert sich zurecht, wird wegen nix und wieder nix dem Teufel in die Gewalt gegeben und auf seine Klagen schweigt Gott, lässt es zu, dass die Freunde noch zusätzlich Salz in die Wunde streuen, und als Gott dann spricht, kommt keine logische Antwort,. nix von wegen Sinn und Wert und so, sondern der Hinweis auf das Nilpferd und die Urgründe der Schöpfung.
Auf einer anderen Ebene, wenn man hinter die Dinge gestiegen ist, so ist die Antwort die Gott gibt, die "Ich bin" "Jahwe"  und das ist, im Grunde der Verweis auf das Eigentliche.

Trotzdem erklärt Gott dass er auch dafür sorgt, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen, dass er die Dinge immer noch im Griff hat, und er immer dafür sorgen wird, dass der Weg der Frevler nicht zum vollständigen Sieg führt, bevor der Turmbau zu Babel fertig wird, das Böse überhand nimmt, geschieht etwas, was den Freveln das Licht nimmt, was  den Weg in den Abgrund führt.
Das geschieht seltenst  so, wie man sich das als Kind vorstellt, aber Gott wird solange die Welt besteht dafür sorgen, dass sie weiter bestehen kann, auch, wenn die Wehen der neuen Schöpfung solange dauern bis er wiederkommt.
Und auch das klar, solange man kann, und wo man kann, soll  man Teil der Lösung sein und sich darüber im Klaren sein, dass man dem Gericht nicht dadurch entgehen kann, dass es halt so hat sein müssen. (Matth 18,7)

Wir aber, die wir wenig tun können, sollen beten und nochmal beten.
Wenn wir glauben, wider aller menschlichen Klugheit, wenn wir hoffen wider alle Hoffnung, wenn wir vertrauen, auch und wenn Gott scheinbar nichts tut, dann werden wir auch aus den Grauen der gegenwärtigen Zeit gerettet werden.
Und es glaube keiner, dass die Schrecken uns nicht erreichen werden.

Deshalb hier noch mal das Lied, dass auch einer in schwerster Zeit gedichtet hat


Keine Kommentare:

Kommentar posten

Mit dem Posten eines Kommentars erteilen Sie die nach der DSGVO nötige Zustimmung, dass dieser, im Falle seiner Freischaltung, auf Dauer gespeichert und lesbar bleibt. Von der »Blogger« Software vorgegeben ist, dass Ihre E-Mail-Adresse, sofern Sie diese angeben, ebenfalls gespeichert wird. Daher stimmen Sie, sofern Sie Ihre email Adresse angeben, einer Speicherung zu. Gleiches gilt für eine Anmeldung als »Follower«. Sollten Sie nachträglich die Löschung eines Kommentars wünschen, können Sie dies, unter Angabe des Artikels und Inhalt des Kommentars, über die Kommentarfunktion erbitten. Ihr Kommentar wird dann so bald wie möglich gelöscht.