Dienstag, 21. Oktober 2014

Die Lehre der böhmisch-veganen Kirche muss sich entwickeln

Der allgemeinen Entwicklungsvirus macht auch vor der alleineseligmachenden Kirche der Gesundheitsreligion nicht halt.
Kollege Clamormeus interviewte einen ranghohen Vertreter der böhmisch-veganen Kirche aus Deutschland, der bei der außerordentlichen Synode zur Ernährungsfloral in Böhmen mit von der Partie war.

Der Kollege hat sich ordnungsgemäß vorgestellt und sein Aufnahmegerät, während des gemeinsamen Essens, sichtbar auf den Tisch gelegt.........
Wir erlauben uns das Interview in voller Länge abzudrucken, mit der ausdrücklichen Erlaubnis des Interviewers.

Clamormeuspress sprach exklusiv mit einem ranghohen Vertreter der böhmisch-veganen Küche aus Deutschland, der bei der außerordentlichen Synode zur Ernährungsfloral in Böhmen mit von der Partie war.

Lassen Sie uns über Ihre Erwartungen an die Synode 2015 sprechen. Wird sich die böhmisch- vegane Küche für Fleischesser öffnen?
„Das wünsche ich mir auf jeden Fall!“

Was sagen Sie zu den ultraveganen Hardlinern, die Fleischesser die umliegenden Imbissse und Grills anempfehlen?
„Das ist hartherzig. Und unververschämt, anderen gleich die Veganität abzusprechen, nur weil sie Schweinshaxen essen. Vegans Botschaft gilt für alle Menschen“

Aber muß man dafür nicht die Speisekarte ändern?
„Nein. Aber sie muß sich entwickeln. Natürlich wird für die veganische Küche weiterhin gelten, daß man sich rein pflanzlich ernährt. Aber wir müssen neue Wege finden. Das sind die floralen Herausforderungen in einer zunehmend in einer zunehmend von “junk food“ dominierten Welt

Aber Vegan verbot tierische Anteile in der Nahrung!
„Vegan verkehrte auch mit Allesessern, in Güte lehrte er das Glück rein pflanzlichen Speisens. Und auch denen, die sich nachts wegschlichen, um einen Döner zu verschlingen, verzieh er“

Aber sagte er nicht auch zu ihnen: Eßt fortan kein Tier mehr?
„Das ist aber kein Verbot, eine brüderliche Aufforderung, es zu versuchen!“

Was könnte man an der veganen Praxis ändern?
„Ich könnte mir schon vorstellen, daß wir im veganen Restaurant künftig solchen Menschen sagen wir mal ein paar Schinkenröllchen anbieten, natürlich nicht auf der Tageskarte und vielleicht in einem Nebenraum. Aber das müssen wir weltvegan lösen, es kann nicht sein, daß einzelne Filialleiter eigenmächtig jetzt unter der Theke Currywurscht verkaufen “


Der Laienorganisation „VEGAN von unten“ reicht das nicht, wie sie gestern bei ihrer Leberkässemmeldemo sagten.
„Man darf es nicht übertreiben. Der vegane Kern der Lehre darf nicht angetastet. Die vegane Küche kann jetzt nicht Ochsen auf den Spieß stecken, das ist klar!
Eine der alten Veganmütter sagte: Liebet den Fleischesser, aber hasset die gegrillte Haxe. So steht es bis heute im veganen Katechismus.
„Wir können doch heute nicht mehr einfach sagen, daß das avegan ist, wie im Vormittelalter“

Aber der erste Satzteil ist doch auch aus dem Vormittelalter?
„Liebe ist zeitlos aktuell, das war Vegans Botschaft, das sagt das ganze Veganelium. Und davon spricht auch der Geist des Zweiten Cerealiums. Wir dürfen uns nicht in der Tradition einigeln. Sind wir nicht nur gewohnt, daß man in einem veganen Restaurant nur pflanzliches bekommt? Mit dem alten Lobpreis auf Schönheit und Reinheit des Veganismus erreichen wie heute niemand mehr“

Aber gemäß der Dogmen läßt sich doch gar nichts ändern. Tier bleibt Tier.
„Sehen Sie doch nur, was sich seitdem schon alles getan hat. Wir sind auf die Vegetarier zugegangen, auf die ovo-lacto Gemischtköstler, auf die Fischesser. Vor hundert Jahren noch undenkbar. Ich sehe nicht, warum wir diesen Prozeß nicht auch auf Fleichesser und speziell die Haxenesser ausdehnen können. Vegans Geist ist voller Überraschungen“

Die Vetreter der reinen Lehre sagen, es ist alles ganz klar: Veganismus beschränkt sich auf rein pflanzliche Produkte. In der Veganfibel steht das Gleichnis vom verlorenen Karottennager, der sein Erbe am Hendlgrill verpraßt und dann reumütig zurückkehrt. Sein Vater fährt vor Freude erst mal ein Riesensalatbuffet auf. Ist Umkehr nicht eine Voraussetzung für Vergebung?
„ Denken Sie an den neidischen orthoveganen Bruder! Nicht der Supergesunde braucht den Salatkopf, er ist Vitamin für die vom Gummiadler verwundeten! Und: wir können doch nicht einem, der seit 20 Jahren konstant Haxen ißt, einfach sagen, das sei alles falsch. Der hat doch auch ein stabiles Eßverhalten. Und diese Leute essen öfter mal einen Salat oder Gemüse dazu!“

Das Konzept der Gradualität also?
„Genau. Die meisten Fleischesser sind graduell vegan! Manche mehr, manche weniger. Da müssen wir den Einzelfall betrachten“

Dagegen werden sich die Hardliner stemmen.
„Gewiß. Aber mir ist eine vegane Küche, die nach verbranntem Schweineschmalz riecht, lieber als eine leere, die sich in sich selbst verschließt. Wir müssen hinaus bis an die Ränder, um das Veganelium zu verkünden, bis in die geistigen Randgebiete, in die Schwemmen der Hofbräuhäuser dieser Welt!“

Wie machen Sie das konkret?
„Kommen Sie mit, ich zeige es Ihnen. Ich hab so nen Kohldampf!“

Kommentare:

  1. Ihr macht mich ja ganz verlegen :)

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    1. naja die Botschaft von der Öffnung des Veganismus zur Welt, die muss doch in die Welt!

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