Samstag, 11. Oktober 2014

Erst schaffen sie den Glauben ab ...

... und dann jammern sie über die verlorene Glaubwürdigkeit.


Das Leben schreibt ja manchmal die besten Satiren und wenn der Zustand unserer Kirche insgesamt nicht so traurig wäre, könnte man darüber herzhaft lachen...

Wie wir alle wissen, sitzen derzeit die wichtigsten und mächtigsten Kirchenvertreter in Rom und machen sich Gedanken darüber, wie man den Glauben weiter verwässern kann. Die Gerüchteküche brodelt und man kann über die neuesten tweets immer erfahren wie es gerade steht. Nix genaues weiß man ja nicht, weil die Bischöfe und Kardinäle ja eigentlich nix sagen wollten. Nun es scheint nur sehr wenige zu geben (z.B. Kardinal Scola), die den Mikrofonen wirklich widerstehen können.
Und so konnte man gestern mittag lesen, dass das "Team Christus" (Müller, Scola, Burke) knapp in Führung liegt und die Abschaffung des 6. Gebotes doch nicht anzustehen schien. Heute tauchte allerdings ein neues Gerücht auf, dass das Team "Goldenes Kalb" (Kasper, Marx, Schönborn) deshalb vom Schiedsrichter zum "Foulspiel" aufgefordert wurde. Sie durften ein paar zusätzliche Spieler aufnehmen, um den Sieg doch noch zu erringen.

Denn es wäre fatal, wenn sie sich zum Ende der Synode den Pressemikrofonen mit leeren Händen präsentieren müssten. "Nix erreicht", wäre so was wie der Super GAU.

Denn die Not ist groß im Teutonenlande: Der vielbeschworene "Franziskuseffekt" will sich einfach nicht einstellen .... Die Menschen verlassen die Kirche in Scharen und man ist auf der Suche nach dem aktuellen Sündenbock. War es in 2013 noch ein Bischof, der von seinen eigenen Leuten den Medien zum Fraß vorgeworfen wurde, ist das in 2014 schon etwas schwieriger. "Rom" kann ja jetzt nicht mehr schuld sein - agiert doch dort ein Papst im Geist der Zeit, der doch einen wahren "Run" in die Kirchen ausgelöst haben müsste. Wir erinnern uns immer wieder gerne an die "Schlangen vor den Beichtstühlen". Jetzt hören wir aber, dass die Rettung naht - denn die Ausrede ist gefunden: Die Banken sind schuld, denn die haben ihren Kunden jetzt erklärt, dass sie für Zinsgewinne auch Kirchensteuer zahlen müssten. Das war schon immer so und erklärt die Austritte eigentlich nicht, aber für die Kirchenführung ist es wohl ein schönes Ruhekissen....


Da verwundert es uns umso mehr, dass sich das Bistum Münster auf die Suche nach der wirklichen Ursache der Kirchenflucht gemacht hat. Dafür wurde sogar ein erfolgreicher und renommierter Marketingexperte engagiert. Und der hat etwas erstaunliches rausgefunden: "Die Kirche hat ein Glaubwürdigkeitsproblem". Und deshalb wurde er jetzt beauftragt, ein Marketingkonzept auszuarbeiten. Da sind wir aber mal gespannt, was die Marketingkoryphäe vorschlagen wird.

Wir empfehlen derweil: Den wahren Glauben verkünden. Christus und die Eucharistie wieder ins Zentrum der Kirche zu stellen. Die Gebote als das darzustellen, was sie sind: Die Voraussetzung für ein glückliches Leben. Hirten, die Hirten sein wollen und keine Politiker. Die Kirche als spirituelle Gemeinschaft darstellen. Sich in den Dienst der Wahrheit stellen. Goldene Kälber zusammen mit Zeitgeist und Sozialverein verschmelzen und sie an die Säkularen weiterleiten, die sowieso viel besser wissen, wie das geht.

Dann klappt's auch wieder mit der Glaubwürdigkeit. Ganz ohne Marketingkonzept und sonstigen Werbe-ChiChi....



9 Kommentare:

  1. Nach einer anderen Quelle* ist das Ziel kein Marketingkonzept, sondern eine Problemanalyse:
    „Ziel der Untersuchung ist es unter anderem, verlässlichere Information über die Ursachen der vermehrten Kirchenaustritte … zu erhalten.“

    Denn wie der Bischof richtig bemerkt: „Sicher hängen viele Austritte auch mit der Diskussion um den Bau des Bischofshauses in Limburg … zusammen. Wir würden es uns aber zu einfach machen, wenn wir dies als alleinige Erklärung für die dramatische Entwicklung heranziehen würden.“

    Das ist doch besser als (wie auch von Ihnen kritisiert) mit dem Finger auf immer andere zu zeigen, die angeblich Schuld am Desaster tragen.

    * http://www.wn.de/Muensterland/1657457-Ueber-10.000-Kirchenaustritte-im-Bistum-Muenster-Wir-haben-ein-massives-Glaubwuerdigkeitsproblem

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  2. Der Beginn eines Marketingkonzeptes ist immer die Problemanalyse. Denn nur daraus lassen sich die Wege ableiten, die man für eine erfolgreiche "Kampagne" braucht. Lassen wir uns also überraschen. Es muss ja mal was neues kommen. Dass der Weg einer weiteren Protestantisierung nicht der richtige sein kann, sieht man ja daran, dass dort die Austrittszahlen noch höher sind.
    Ich bin schon 1984 aus der ev. Kirche ausgetreten, weil mir die einfach zu links und grün geworden sind und von Spiritualität gar nix mehr wissen wollten.

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  3. Beim Bistum Münster ist zu lesen:

    »Das Bistum Münster hat unterdessen die beiden Professoren Heribert Meffert (emeritierter Direktor des Instituts für Marketing am Marketing Centrum Münster – MCM) und Peter Kenning (Inhaber des Lehrstuhls für Marketing an der Zeppelin Universität Friedrichshafen) mit einer systematischen Analyse der Zufriedenheiten und Unzufriedenheiten der Gläubigen im Bistum Münster beauftragt. Ziel der Untersuchung ist es unter anderem, verlässlichere Information über die Ursachen der vermehrten Kirchenaustritte und der sinkenden Zahlen etwa bei Gottesdienstbesuchern, kirchlichen Eheschließungen oder Taufen zu erhalten. Hiervon ausgehend sollen dann Ansatzpunkte entwickelt werden, mit welchen Maßnahmen diesen Tendenzen im Bistum Münster begegnet werden kann.«

    Quelle: http://www.bistum-muenster.de/index.php?myELEMENT=295678

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    1. Ich finde das eigentlich erschreckend, dass die nicht selbst drauf kommen, wo die Ursachen des Problems liegen. Sozialvereine gibt es genug. Die Vernachlässigung des "Kerngeschäfts Glaubensverkündigung" ist wohl die wirkliche Ursache für den Verlust der Glaubwürdigkeit. Dafür brauchts keinen Marketingfachmann sondern nur offene Augen und Ohren. Wie Jesus schon sagte "Ephata". Nachzulesen in der Predigt, die Benedikt während seines Bayernbesuches in München hielt.

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  4. Ich wußte doch, daß ich da schon einmal so etwas gelesen hatte. Warum die RP es erst jetzt bringt, weiß ich nicht, aber im Focus (und anderen) konnte man die Sache mit den Marketing-Leuten schon im Juli(!!) lesen.
    Vgl. KLICK

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    1. Na ja, es hat aber wohl offensichtlich seit Juli keine neuen Erkenntnisse gegeben und vielleicht rückt die Sache durch die Synode wieder in den Mittelpunkt. Oder die Austrittszahlen für 2014 sind noch erschreckender als angenommen?

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    2. Es ist schon Jahre her, da kam ich ins Gespräch mit einem hohen Vieh in der Kirche. Wir redeten über dies und über das und auch über die Krise der Kirche, da sagte er, neulich sie er auf einem Großkopfertentreffen gewesen, wo es auch darum gegangen sei.
      Irgendwann sei ein Politiker aufgestanden und habe gesagt "Versucht es doch einfach mal mit Glauben!"
      Gilt halt immer noch.

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  5. Ich habe ein, zugegeben, kleines Problem mit der Überschrift. Niemand kann den Glauben abschaffen, weder Briefträger, Priester, Nonne, Mönch, Bischöfe und der Papst. Entschuldigen sie bitte meine Erbsenzählerei.

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    1. Das wissen wir, dass es niemand kann. Aber die Versuchung, es zu tun ist groß, selbst bei führenden Kirchenleuten. Deshalb kann die Überschrift so stehen bleiben.

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