Samstag, 4. Oktober 2014

Früher war alles besser ....

Was waren das noch für Zeiten, als sich im Vatikan das kirchliche Personal - hier insbesondere Papst und Kardinäle auf gesittete Art und Weise bekriegten.
Lang ist's her und das Wort "Renaissance" wird heute im Vatikan nur noch hinter vorgehaltener Hand ausgesprochen. Man will sich ja schließlich nicht unbeliebt machen.

Die Welt beschreibt heute in einem Artikel das "bunte Treiben" zu Zeiten der Borgia in den Vatikanischen Gemäuern und bei der außervatikanischen Konkurrenz als ein Wettstreit, wer wohl die größeren und schöneren Kunstwerke zur Ehre Gottes in die Welt bringen würde. Viele große Künstler verdanken diesem klerikalen Wettstreit Ruhm und Ansehen ... Und der Beitrag, den die Kirche für Kunst und Kultur in ganz Europa leistete, ist auch heute immer noch nicht zu übersehen.
Und wenn sich ein Rivale auf diese Weise nicht ausschalten ließ, tat die eine oder andere falsche Zutat im Kochtopf ihr diskretes Werk .... aber darüber decken wir lieber den Mantel des Schweigens

Doch - die Zeiten ändern sich. Sie werden moderner. Und so auch die Methoden. Kunstwerke zählen heute nicht mehr - deshalb ist Lautstärke angesagt, wenn man sich so richtig in Szene setzen will.
Und es stehen ja einige große Dinge an - in diesem Fall eine Bischofsynode, die sich in erster Linie mit der Familienpastoral beschäftigen soll.
Wer ist der Lauteste? Das ist also in diesen Zeiten die Devise. Statt geheimnisvoller Giftmixturen, giftet der eine oder andere schon mal verbal etwas herum und wir erleben einen kardinalen Schlagabtausch, der von den Kardinalstugenden weit entfernt ist. Interviews und Buchveröffentlichungen, alles ist geboten, besonders ein deutscher Kardinal fühlt sich schon am Ziel, seine mehr als 30 Jahre alten Vorschläge umzusetzen und stellt sich gerne als Sprachrohr des Papstes dar. Wenn ihm andere mal die Meinung sagen, sieht er im Vatikan einen Krieg heraufziehen usw.  Und wir sind froh, dass ihm genau diese Meinung gesagt wird: ebenfalls mit Interviews z.B. hier oder hier oder einem Buch, das von den "üblichen Verdächtigen" auch schon entsprechend gewürdigt wurde.

Am Sonntag beginnt die Bischofskonferenz - und dann wird geschwiegen, zumindest vor der Tür. Wie wir erfahren haben, wird es ein tägliches Pressebriefing geben, ansonsten soll über die Inhalte der Gespräche nichts "nach draußen" dringen. Ob die Herren das durchhalten? Ob sie wirklich widerstehen können, wenn die Mikrofone und TV-Kameras der Reporter nach jeder klitzekleinen Information lechzen? Ich kann's nicht glauben, aber lasse mich gerne überraschen.
Vielleicht sehen wir ja das eine oder andere blaue Auge, das uns beweist dass man auch innerhalb dieses elitären Kreises nicht nur mit Worten sondern mit Büchern um sich wirft? Und dass der Krieg dort am Toben ist, wo man mehrmals täglich um Frieden bittet. Was für Zustände ....
Da trifft es sich gut, dass ein Bloggerkollege vor ein paar Tagen einen gar seltsamen Koffer aufgetan hat. Vielleicht sollten wir ein paar davon in den Vatikan schicken, damit sich die Herren ihre Meinungen ein wenig stilvoller sagen können ... ein bisschen Tradition würde sicher dem einen oder anderen Synodenteilnehmer so gar nicht schaden .... Es hat zwar nicht die Grandezza einer heimtückischen "Kräutermischung", aber so ein Duell im Morgengrauen.... wäre doch eine ganz neue Erfahrung für den einen oder anderen sensationslüsternen Journalisten ....

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