Donnerstag, 9. Oktober 2014

Zeit der Engel

Irgendwie war in den letzten Wochen so viel los und so ist die "Zeit der Engel" doch so ein bisschen an unserem Blog vorbeigelaufen. Aber wir sind ja kein News-Magazin. Klar bestimmt die aktuelle Lage in Welt und Kirche auch unsere Agenda, aber - und das macht ja einen Blog aus - verknüpfen wir sie doch mit den kleinen Alltagsgeschehnissen, um unsere Sicht der Dinge mit einzubringen.

Dieses über den weltlichen Dingen stehen, ist aber eigentlich in diesen Zeiten, wo sich die Kirche gerade auf den Weg der Verweltlichung macht, besonders wichtig.

Und deshalb hole ich jetzt einfach mal nach, was ich schon vor einer Woche schreiben wollte.

Engel und Erzengel werden ja in München immer besonders "gefeiert" und so durften wir uns alle auf den 28. September freuen, wenn zu Ehren des heiligen Erzengels Michaels "in seinem Haus" die Cäcilienmesse von Charles Gounod erklingt - was viele Besucher von nah und fern anlockt und auch dieses Mal für ein volles Gotteshaus sorgte. Wir begrüßten den heiligen Erzengel mit seiner Hymne "Unüberwindlich starker Held", einem Lied, das uns im Diözesanteil des bayerischen Gotteslobes erhalten geblieben ist. Und gerade in diesen Zeiten, ist es doch wichtig, uns den Schutzpatron der Deutschen gewogen zu halten.

In direkter Nachbarschaft zu St. Michael ging es derweil etwas "bunter" zu. Im Dom hatte sich nämlich das ZDF eingenistet, um die Eröffnung der Caritas Woche mit Kardinal Marx live in die Deutschen Wohnstuben zu übertragen.

Nun bunt war es in jedem Fall, wie die Screenshots aus der ZDF-Mediathek zeigen.

Bildquelle: Screenshots aus der Übertragung des ZDF-Sonntags-
Gottesdienstes am 28. September 2014. Mit dem bunten Kreuz hat sich
der Kardinal wohl ein paar Fleißpünktchen in Rom erhofft. Naja,
wann's schee macht ... die bunten Lichter wurden vom ZDF installiert



Aber es zeigte sich, dass so ein Pontifikalamt doch nicht so leicht in das ZDF-Sendeschema zu pressen ist.
Vor Jahren hatte ich auch schon einmal das Vergnügen,  einer Radio-Live-Übertragung des HR beizuwohnen ... das war dann ähnlich gehetzt. Da können die Sendeanstalten oberhalb des Weißwurst-Äquators dann doch noch was von uns Bayern lernen. Denn bei BR-Übertragungen bestimmt die Dauer der Messe die Sendezeit und nicht umgekehrt.

Dass im ZDF der Sonntags-Gottesdienst halt ein eher lästiges Pflichtprogramm ist, merkt man ja an der überwiegend antikirchlichen Grundstimmung im Rest des Programms.

So weit so gut.  Am 2. Oktober bekamen wir noch einmal Gelegenheit uns bei unserem Schutzengel zu bedanken, dem in St. Michael immer mit einer besonders stimmungsvollen Abendmesse gedacht wird.
Spannend wurde es dann am ersten Oktobersonntag in St. Peter. Der neue Stadtpfarrer Hans Georg Platschek wurde offiziell in seine neue Aufgabe eingeführt. Und ich muss sagen, das war schon fast wie eine Bischofseinführung. Die Bedenken einiger, die unsicher waren, ob es in St. Peter so weitergeht wie bisher wurden zerstreut. Bischofsvikar Rupert Graf Stolberg, der den neuen Stadtpfarrer bei seiner Einführung begleitete, ging darauf auch in seiner Predigt noch einmal ein. Er nahm das Evangelium mit dem Weinberg als Grundlage und sagte, dass die Kirche den Menschen immer "reinen Wein einschenken" muss und dass es nichts nutzt, den Wein süßer zu machen, nur um mehr Menschen in die Kirche zu locken. Ja so ist es und dieses Wahrheiten unseres Glaubens sollten wir uns auch nicht verwässern lassen.

München scheint also erstmal die Insel der Glücksseligen, das durfte auch der Kardinal feststellen, der nämlich an diesem Tag nicht am Eröffnungs-Gottesdienst der Synode teilnahm, sondern in Freising lieber Ehepaare segnete. Und es ist wirklich immer wieder erstaunlich, dass der Kadinal in München ganz anders redet, als er das dann am nächsten Tag in einer Pressekonferenz in Rom gemacht hat. Es muss an unserer Münchner Luft liegen - oder an der Tatsache, dass die Gottesmutter doch ein Auge auf unser Land und unsere Stadt hat, dass Kardinal Marx hier davon absieht, die Gebote der Kirche auf den Müllhaufen der Geschichte zu werfen, während ihm das in Rom derzeit keine Probleme zu machen scheint. Wir werden es weiter beobachten.

Auf jeden Fall freue ich mich jetzt erst mal auf den kommenden Montag, wo wir auch diesmal wieder an der Mariensäule den Stadtrosenkranz beten werden. Diesmal wird Bischofsvikar Graf Stolberg vorbeten und ich hoffe, dass viele wieder dabei sind und mitbeten, denn wir sollten uns freuen und dankbar dafür sein, dass wir hier unseren Glauben noch so ungestört leben und zeigen dürfen.




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