Donnerstag, 23. Oktober 2014

Zur Lage von Kirche und Nation, ein Gedicht

Vor ungefähr 2 Jahren fand ich die Lage der Nation schon recht seltsam, und wenn die Details sich auch gewandelt haben so scheint mir vieles nur noch skurriler geworden zu sein und nachfolgendes Gedicht, das noch älter ist, immer zutreffender zu werden.

Deshalb hier:

Das Narrenschiff


Den schwarzen Anker
gelichtet, die Leinen los
und abgelegt vom Pier
des sicheren Hafens.

Wie schmettern die
Klänge der Bordmusik:
Sie vertreiben dir alle
trüben Gedanken.

Nachts aber, nach Hummer
und Sekt, tief unter den
kreisenden Sternen,
kommen dir Fragen:

Der redselige Kapitän, wie
steht es um sein Patent?
Die Mannschaft, wer hat sie ausgewählt?

Und die anderen Gäste?
Verdächtig erscheint ihr
kreischender Frohsinn, ihre
Sucht nach Vergnügung.

Dich erfasst schwarze Unruh.
Du schluckst bittre Pillen. –
Geschaukelt von den Wellen, fällst
Du zuletzt in Schlaf.

Von Gerold Effert, mit freunlicher  Genehmigung des Corvinus Verlag

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