Dienstag, 14. Oktober 2014

Zur Sterbehilfe oder warum die Guillotine ehrlicher wäre

Jemanden sterben sehen, auch wenn er alt und klapprig ist, ist  nicht ohne, jemanden dabei zu begleiten Schwerstarbeit, nicht weil es körperlich anstrengend wäre, nein weil es emotional belastet, weil dann nämlich die alte Frage "woher wir kommen, und wohin wir gehen" sich nicht mehr verdrängen lässt.
Früher hieß das die erste Katechismusfrage ("warum sind wir auf Erden?"), aber über sowas ist der moderne Mensch ja erhaben und kein Tod, weder der eigene, noch der von anderen,  soll ihn daran erinnern, dass die Grundfrage nicht "Wie leben wir?" sondern "Warum leben wir?" ist .

Weil es so ist, dass allen Segnungen der modernen Medizin zum Trotz, und trotz aller Hektik und allem Getue und Gewese, allem Rumgereise und Rumgemache,  irgendwann mal für jeden die Zeit kommt wo er 'Ruh geben' muss, wo er den wirklich existenziellen Fragen : Woher komme ich? Was sollte ich hier? Was habe ich gemacht? Was haben ich nicht gemacht, was ich aber machen sollte?  Wer macht es gut was ich verbockt habe? nicht mehr aus dem Weg gehen kann.
Die Zeit wo die Fragen aus Ibsens Drama "Peer Gynt"  nach dem Motto
Wir sind Gedanken;
Hast Du gedacht uns,
Tanzen auf schlanken
Füßen gemacht uns?


Wir hätten sollen
Wie Vögel ins Blaue, –
Statt hier zu rollen
Als Garnknäuel, graue.

sich nicht mehr verleugnen und mittels beständigem Aktivismus verdrängen  lassen, wo die Umstehenden sich das auch nicht mehr selber verleugnen können, dass das wahre Leben nicht das auf dieser Welt ist, und die wahren Werte andere sind, als Malle, toller Job, ökologisch verträgliches Auto und vegane Ernährung, oder das was halt das aktuelle non plus ultra darstellt.


Weil dem so ist, und weil der Tod deshalb, wohl mehr als in anderen Zeiten, absolut verdrängt werden muss und in den Griff bekommen werden muss, weil man sonst ja das Denken anfangen könnte, deshalb wollen wir auch im Tod möglichst dafür sorgen, dass er uns nicht schreckt, weil, was den Tod so schrecklich macht ist doch die alte Aussage Martin Bubers's  Rabbi Jizachk:  "Bedenke mein Freund, vielleicht ist es doch wahr! [dass es Gott gibt]". Weil im Grunde wissen wir alle, dass das was wir so tun und nicht tun, wohl nicht das ist, was Gott wohlgefällig ist.
Und weil vor dem Tod oft wunderliche Gedanken kommen, die den Umstehenden ebenfalls den Gedanken einflößen, dass es Gott geben könnte, deshalb wollen wir, dass man möglichst schmerzfrei und (im Grunde ohne Umkehr) stirbt, weil selbst wenn man an einen Gott glaubt,  man ja automatisch davon ausgeht, dass es bei ihm besser ist, (was zwar stimmt, es aber keine Garantie dafür gibt, dass wir alle, alle in den Himmel kommen), wir denken  dass das Leid eine Kategorie dieser Welt ist und weil man die Schöpfung autonom sieht, kommt man nicht auf die Idee, dass im Leid die Zulassung Gottes, das Bezahlen, das Sühnen, das herausholen der Seele aus der harten Nuss eines verhärteten Herzens stecken könnte.
Sind wir doch alle gute Menschen und wenn wir am Sterben sind sowieso.

Ja man kann es verstehen, und ich muss ehrlich sagen, ich will auch nicht so enden, dement, Herztabletten, Schmerztabletten sonstige Tabletten, täglich in stetig steigender Dosierung, nix mehr hören, nix mehr sehen, wundgelegen und per Sonde ernährt, oder was man sonst so als Schrecken in der näheren Verwandtschaft zu sehen bekommt.
Ja es ist verständlich.
Aber ich habe mich erkundigt all die Gifte, die es so gibt, haben so ihre Nachteile und auch gibt es z.B immer wieder Berichte, dass  jemand  unter Narkose, im Koma,  alles mitkriegt was um ihn herum so geredet und gemacht wird,  von daher lässt es sich nicht ausschließen, dass  derjenige der mittels Giftcoktail um die Ecke sich bringen lässt, bzw gebracht wird, noch einiges  mitmacht, dauert ja immer 'ne Weile bis sowas wirkt.

Ich habe mich, wie gesagt erkundigt, selbst Erschießen kann schiefgehen, erhängen kann lange dauern (weil wer kann den Knoten schon richtig knüpfen?)  gerade aus den USA erreichen uns immer wieder Schauergeschichten was für eine Quälerei es ist die Todesstrafe zu vollstrecken, von wegen weil es nicht funktioniert.
Was aber immer und gut funktioniert ist die gute, alte Guillotine, Kopf rein, Fallbeil los, Kopf ab.
Das ist  schneller als jedes Gift  wirkt sofort und zuverlässig.
Deshalb sollte man einfach in jeder Stadt eine Guillotine aufstellen und wer sich exekutieren lassen möchte soll sich gefälligst selber drunter legen, bzw derjenige der lautstarkt tönt "da kann man doch nicht zuguggen" (und ja es stimmt, das zugucken ist teilweise echt kaum zum aushalten) soll doch die Oma, die Tante, den Vater, das schwerkranke Kind darunter schieben.
Genau das wird aber keiner tun, aber Euthanasie ist nichts anderes, nur mittels anderen und im Grund unzuverlässigeren und eventuell schmerzhafteren, leidensverlängernden bzw intensivierenden Mitteln. 
Ich bin, das muss man heutzutage ja definitiv extra sagen, auf gar keinen Fall dafür alte und nichtalte, schwerkranke Menschen zu exekutieren.
Das Beispiel mit der Guillotine ist einerseits ganz ernst gemeint, weil es m.E wirklich die schmerzfreiste., schnellste und effizienteste Methode ist, andererseits auch klar macht über was da so abstrakt mit schönen Vokabeln von wegen dem schönen Tod und der Sterbehilfe, diskutiert wird.

Das Ganze hätte auch den Vorteil dass der Stand der Ärzte davon befreit werden könnte, sich zum Gehilfen des Todes machen zu lassen.
Wie gesagt ich weiß es kommt makaber daher, aber man bedenke was wir da anfangen zu tun und noch was es ist ein himmelweiter Unterschied zwischen dem nciht  jede Therapie auf Teufel komm heraus zu machen und der ultimativen Todesspritze.
Der Tod gehört zum leben, wir fangen an zu sterben, in dem Moment wo wir gezeugt werden, sagt der heilige Augustinus und wir leben um zu sterben, wir müssen da durch um zu Gott zu kommen, aber damit wir zu Gott kommen, müssen wir dieses Leben annehmen. Punkt aus fertig.

1 Kommentar:

  1. Stimme ihnen und Augustinus vorbehaltlos zu. Ich hatte die große Gnade am Sterbebett meiner Eltern zu sitzen und ihnen die Hand zu halten, während sie das geschenkte Leben in die Hand ihres Schöpfer zurück gaben. Sicherlich war der Weg für alle Beteiligten nicht einfach, der Tod ist nun mal der Sünde Sold, obwohl meine Eltern ein gutes und erfülltes Leben hatten, dennoch möchte ich keine Sekunde missen und denke oft dankbar auch an meinen eigenen Tod, der für mich viele Schrecken und Ängste verloren hat und dennoch jeden Tag ein Stück näher kommt.

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