Sonntag, 23. November 2014

Merkwürdiges und Seltsames, oder die alte Frage, "sind die echt so naiv unsere Bischöfe?"

Also, als das Konzil zu Ende war, verwandelten sich die Tischgespräche oft in besorgte Anfragen, und ängstliche Gespräche, über all das, was sich änderte und definitiv nicht richtig war.
Man hatte Kinder, die zum Besten gaben, was der ExPriester,  die habitlose Nonne, oder der engagierte Laie, in ihrer Funktion als Religionslehrer so von sich gaben, und was alles war, nur nicht katholisch.
Man las, (waren noch andere Zeiten) akribisch das Bistumsblättchen und regte sich auf!
Man hatte nun in der Familie einige Herren und Damen, bistumsmäßig wichtig, vorzuweisen, die auch ab und an mal vorbeikamen.
Diese wurden dann erst recht mit Klagen überschüttet und ich erinnere mich noch an die tröstenden Antwortversuche, die gegeben wurden.
Zunächst wurde die merkwürdige Postion verteidigt, von wegen Rahner, und was der so verbraten habe, wenn das nicht half, wurde auf den unheiligen Augustinus verwiesen und wenn dann klargestellt wurde, dass der sich ja genau davon bekehrt habe, wurde die Stimme verschwörerisch gesenkt und gesagt  "Ja weißt du, wir können diese Leute nicht entlassen, weil die dann sofort vor's Arbeitsgericht ziehen und dort Recht bekommen!"

Man mag die Argumentationsketten im einzelnen zerpflücken und die Sache mit dem Entlassen hat man doch nie richtig durchexerziert, außer manchmal, und es ist dann immer gegangen.

Ich fand schon immer diese Art der Argumentation blödsinnig, weil, (es waren echt andere Zeiten) man nicht einerseits den Kindern erzählen kann, wie toll sich die eigene Familie im dritten Reich behauptet habe, und sich genau nicht um staatliche Anordnungen gekümmert habe und dabei Leib, Leben, und Zukunft der Kinder riskiert habe (will das gar nicht gering reden, es muss damals schon mutig gewesen sein, verbotenerweise in der Ordenstracht seines aufgelösten Ordens herumzulaufen, oder das Mutterkreuz zu verweigern und dergl mehr) und dann gleichzeitig Angst vor einem Prozess vorm Arbeitsgericht zu haben!
Hic Rhodos, hic salta! dacht ich mir schon damals, wenn ihr im 3. Reich wirklich so mutig gewesen seid, warum kneift ihr jetzt?

Diese alte Kinderfrage ist mir bei der Lektüre hier wieder in den Sinn gekommen.



Es geht um das seltsame Paradox, dass das Bundesverfassungsgericht den Kirchen definitiv das Recht zugestanden hat, zu entscheiden, wen und warum sie einstellen und auch das Recht einer Person zu kündigen, wenn diese Person tut, was staatlicherseits in Ordnung ist, aber kirchlicherseits nicht.
Also um es anders zu erklären, um das Recht eines Fitnessstudios, einem Mitarbeiter zu kündigen, wenn der in Tat oder Nichttat kund zu wissen tut, dass er von der ganzen Trainiererei nix hält und sein ganz persönliches Heil in Sahnetorten, Pommes rot-weiß und auf gar keinen Fall in Schweiß kommen, sieht.

So weit so wunderbar, könnte man sagen, wenn nicht die nächste verstörende Nachricht käme.

Aus den Tiefen des Cyperspace erreicht mich folgender Link 
Die Überschrift lautet etwa "Die Deutschen Bischöfe planen heimlich einen Paukenschlag"
Es ist interessant, den Artikel zu lesen, insbesondere weil er eben die deutschen katholischen Befindlichkeiten mit dem Blick des Außenstehenden betrachtet.

Es geht darum, dass die Bischöfe selber, die von dem ihnen nun wahrhaftig nicht freundlich gesinnten Staat das Recht erhalten haben, intern einstellungsmäßig zu machen, was kirchenrechtlich richtig ist, planen genau das intern so zu regeln, dass sie genau das nicht mehr können, was ihnen das Verfassungsgericht gerade erlaubt hat.

Es ist im Grunde so, wie wenn man dem Herrn Damokles sein Schwert entfernt habe, und anstatt nun frei zu atmen, nimmt der ein anderes Schwert und hängt es höchstselbst über seinem Haupte auf!

Oder ein bisschen so, wie wenn mein Auto immer so komische Geräusche gemacht hat und ich mich endlich dazu durchgerungen habe, das ganze mal von der Werkstadt durchchecken zu lassen, die mir das mich beunruhigende Problem beseitigt und versichert hat, es sei alles in Ordnung und es läge definitiv nicht an meiner Fahrweise und ich dann anfange, beständig vom ersten Gang in den vierten zu schalten, weil mir das Krachen im Getriebe so gut gefällt, oder so ähnlich!

Eduard Pentin betrachtet das Urteil des Bundesverfassungsgericht, dass eben der Kirche erlaubt, einem wiederverheirateten Chefarzt, zu kündigen, als einen Versuch die Religionsfreiheit angesichts der islamischen Bedrohung hochzuhalten und die Rolle der Kirche zu stärken.

Ja wundervoll, dann nutzt das doch aus und lernt doch mal aus der Geschichte!!!
Haben die westlichen Kirchen in Deutschland und Amerika nicht gerade erst ihre Lektion gelernt, dass es für eine Institution, die traditionell viel mit Kindern und Jugendlichen zu tun hat und der die Eltern ein ungleich größeres Vertrauen entgegenbringen, wenn es darum geht, dieser Institution Kinder anzuvertrauen, als Eltern das bei anderen Institutionen tun....das es für eine solche Institution ruinös ist, Leute einzustellen, die ihre sexuellen Präferenzen nicht im Griff haben.
Ging es bei den Missbrauchsfällen nicht ausschließlich, auf jeden Fall, so wie es in der Öffentlichkeit ventiliert wurde, um die Übergriffe erwachsener Männer auf heranwachsende männliche Jugendliche?

Man kann es nicht anders formulieren, nachdem die Kirche dieses Fanal überstanden hat, und hoffentlich daraus was gelernt hat, will man nun die Türen der Kirche öffnen für den nächsten Skandal oder was?

Der alte Bischof in Guareschis Don Camillo gibt selbigem irgendwo den guten Rat "Es empfiehlt sich nicht, Benzin neben Feuer zu lagern!"

Und davon mal abgesehen was ist denn so schlimm an der katholischen Sexualmoral, dass selbst katholische Bischöfe sie nicht mehr hochhalten können!
Man muss ja nicht unbedingt katholisch sein, wir haben ja im Gegensatz zur Religion des Friedens Religonsfreiheit und können die Konfession wechseln, ohne dass man uns nach dem Leben trachtet!
Ich versteh ja, dass einem das alles zu lästig ist mit den Geboten und dem sich Zusammenreissen! Kein Problem, man kann ja Atheist werden.
Ist ein bisschen wie mit dem Fitnessstudio, man muss sich da nicht rumquälen, man kann einfach draußen bleiben und auch der Chefangestellte, der Bischof im Beispiel, kann den Bettel durchaus hinwerfen.

Nur irgendwas muss doch interessant sein am katholisch sein, weil diese Konsequenz ziehen doch die wenigsten!
Wenn es nun so ist, dass es durchaus Gründe gibt katholisch zu sein, so sollte man, gerade dann wenn man Geschäftsführer von dem Laden ist, nicht versuchen das Fitnessstudio in eine Dönerbude umzufunktionieren.

Man hat den Eindruck, dass es stimmt was Don Pio Pace sagt, dass  die zeitgenössische Kirche ihre spirituelle Lethargie nicht durchbricht, wie hier ausführlich und lesenswert gesagt wird

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