Samstag, 27. Dezember 2014

Bisschen Augustinus zum Abschluss der Weihnachtsfesttage

Augustinus ist nicht jedermanns Sache, aber vorhin bin ich auf die Rede Papst Benedikts zur Entweltlichung gestoßen und diese Rede redet von der Unendlichkeit Gottes, z.B in dieser Passage hier

Sagen wir es noch einmal anders: Der christliche Glaube ist für den Menschen allezeit, nicht erst in unserer Zeit, ein Skandal. Dass der ewige Gott sich um uns Menschen kümmern, uns kennen soll, dass der Unfassbare zu einer bestimmten Zeit fassbar geworden sein soll, dass der Unsterbliche am Kreuz gelitten haben und gestorben sein soll, dass uns Sterblichen Auferweckung und Ewiges Leben verheißen ist  –  das zu glauben ist nun einmal für uns Menschen eine Zumutung....

Und ja in der Rede kommt auch das andere in den Blick unsere eigenen Skandale, die den eigentlichen Skandalon des Kreuzes, der unsere Erlösung ist,  so verdunkeln, dass die eigentliche Botschaft nicht mehr gesehen wird, und immer wieder die Forderung nach Entweltlichung, weil wir eben Christus her gerufen sind.

Gerade an den Predigten und Fürbitten an diesem Weihnachten, habe ich oft und oft an Papst Benedikt denken müssen, dessen Reden ja immer unter dem  Spannungsbogen des Katholischen, dem berühmten et...et (sowohl.... alsauch) standen.
Einige der Fürbitten und Predigten und sonstige Ausflüsse der ortsüblichen Rederitis hatten es mit dem Frieden, aber irgendwie flach, so mit einem  absolut negativen Beigeschmack,. weil sie die Gottesdienstbesucher beschimpften, weil die eben nicht in Wellblechhütten hausen und auch nicht bedroht werden von wildgewordenen Dschihadisten, und deshalb wenigstens anständig spenden sollten, damit sie überhaupt Christen genannt werden können.......

Naja man versteht die Intention und schluckt den Ärger hinunter, ist ja schließlich Weihnachten!

Aber auch angesichts der Reaktion auf Weihnachtswünsche, die mir zu Ohren gekommen ist, die sich zusammenfassen lassen mit
"wenn der der da geboren ist, dieser Christus, wirklich den Frieden bringen soll, ei dann soll er halt mal mache. Aber wenn man sich die Geschichte so anguckt, hat er mit seiner Kirche mehr Unheil angerichtet, als gut gemacht" bin ich dann doch auf den Punkt gekommen der mir schon lange subkutan zu schaffen macht und der mich an der offiziellen Verkündigung landauf landab schwer nervt.

Ja es gibt diese ergreifenden Predigten, die der staunenden Gemeinde erzählen, wie toll alles ist, wie gut Gott ist, und wie richtig, richtig gut alles geworden ist seit er Mensch geworden ist.
Ein einfacher Blick in die Nachrichten und die Geschichtsbücher zeigt dass das sooooo einfach nun auch nicht ist.

Nein das Paradies wurde nicht mit der Geburt Christi als weltweiter Garten Eden mit aller Wellness und allem was man sich sonst noch als gut vorstellt, wieder eröffnet.
Der Kerub steht nicht mehr dafür heißt es im Lied, aber der Weg dahin ist immer noch ein schmaler und es ist nicht von dieser Welt, wie das Reich Gottes nicht von und in dieser Welt ist.
Abundan berührt das Göttliche die Welt in jeder Eucharisti tut es das und manchmal begegnet man auch Leuten, die einem  etwas spüren lassen vom göttlichen das in der Welt ist.
Abundan berührt einem eine  Landschaft, ein Bild, eine Musik, ein Lächeln, ein durchgetragenes Leid, mit so einem freudigen Weh, dass man darin das göttliche, oder auch die Sehnsucht danach spürt.

All das aber ist nicht von Dauer, es ist wie ein ferner Blick auf ein noch fernes, unbekanntes  Ziel das jedoch nach tiefer, wahrer Heimat, schmeckt.

Es ist was in der Kirche, in den Sakramenten, in den Texten der Liturgie, dass wahr und göttlich ist und sobald man das zu sehr in den Alltag holt, wird es flach und billig.


In einer Predigt habe ich den Satz gehört "unser Fehler ist, dass wir versuchen das Göttliche auf unsere Ebene herunterzubrechen, dabei ist Gott auf unsere Ebene heruntergekommen um uns auf seine Ebene hinauf zuheben. Jedes Reden von Gott wird verkehrt, wenn es das menschliche absolut setzt"

Und jetzt sind wir bei Augustinus gelandet der am Anfang seiner Confessiones erklärt was er von Gott erkannt hat.

Die Bekenntnisse des heiligen Augustinus
ERSTES BUCH
Erstes Kapitel
Groß bist du, o Herr, und deines Lobes ist kein Ende; groß ist die Fülle deiner Kraft, und deine
Weisheit ist unermeßlich. Und loben will dich der Mensch, ein so geringer Teil deiner Schöpfung;
der Mensch, der sich unter der Last der Sterblichkeit beugt, dem Zeugnis seiner Sünde, einem
Zeugnis, daß du den Hoffärtigen widerstehest; und doch will dich loben der Mensch, ein so geringer
Teil deiner Schöpfung. Du schaffest, daß er mit Freuden dich preise, denn zu deinem Eigentum
erschufst du uns, und ruhelos ist unser Herz, bis es ruhet in dir....................Ich will dich suchen, o Herr, im Gebet, und ich werde dich anrufen im Glauben: denn du bist uns verkündigen worden. Mein Glaube, den
du mir gegeben, o Herr, ruft dich an, mein Glaube, den du mir einhauchtest durch die
Menschwerdung deines Sohnes durch die Vermittlung deines Predigers.
Zweites Kapitel
Wie aber soll ich anrufen ihn, meinen Gott und Herrn? Denn zu mir hinein rufe ich ihn ja, wenn ich
ihn anrufe. Wie heißt die Stätte, dahin mein Gott komme zu mir, wohin der Gott komme zu mir, der
Himmel und Erde gemacht hat? So ist also, Herr mein Gott, etwas in mir, das dich zu fassen
vermag? Fassen dich denn Himmel und Erde, die du gemacht hast und in deren Bereich du mich
geschaffen?..................................

bekanntermaßen ist Augustinus schwer ausführlich und langatmig und so befasst er sich ausführlich mit der Frage ob Himmel und Erde nun Gott fassen oder ob Gott Himmel und Erde fasst, um dann am Ende drauf zu kommen, dass all das Schöpfung ist, Schöpfung Gottes und zwar aus dem Nichts, also nicht aus der Materie Gottes, waswegen wir ihn preisen und loben sollen, denn es ist sehr gut.

Wer sich dafür interessiert hier klicken

Faszinierend ist es aber schon , weil Augustinus klar macht, dass die Menschwerdung Gottes bedeutet, dass der, den Himmel und Erde nicht fassen, der, der all das aus dem Nichts! geschaffen hat, derjenige der alles trägt und hält Mensch geworden ist.

Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, man müsste, denke ich an Weihnachten mehr schweigen, und mehr staunen, dass der Gott der Himmel und Erde gemacht hat, zu uns gekommen ist, in unser gefallenes Dasein, dass begreifen, dass ER der ist der die Not wenden kann, aber nicht sowas ist wie eine göttliche Feuerwehr die kommen muss,. wenn man die "Scheibe einschlägt und auf den Knopf drückt".

Papst Benedikt hatte in seinem Wappen die berühmte Muschel des heiligen Augustinus.
Die zugehörige Geschichte ist einfach.
Augustinus geht am Strand entlang und sieht einen Jungen der eine Kuhle im Sand gemacht hat und nun mit einer Muschel immer wieder zum Meer läuft und dort Wasser holt und das in seine Kuhle leert.
"Was machst du da?" fragte Augustinus. "Ich fülle das Meer in meine Kuhle" sagte der Junge.
Da rief Augustinus aus "Genau das tun wir, wenn wir versuchen Gott in die kleine Kuhle unseres Verstandes zu füllen!"

Ignatius von Loyola hatte angeblich ein Wort mit dem er erklärte was er wollte, das lautete magis (mehr) ja und wenn ich,. beim Reden, Denken, Sprechen, Bitten, Flehen und Rechten mit Gott das nicht mehr klar habe, dass er mehr ist, dann, wie gesagt wird es verkehrt, auch wenn das was man sagt richtig ist.


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