Sonntag, 14. Dezember 2014

Ein Fundstück Joseph Ratzinger: "Die Seele Europas" Für Menschenwürde, Ehe und Familie und das Heilige

Irgendwie ist ein alter Artikel aus dem Jahre 2005 wieder aufgetaucht, der zunächst in der Süddeutschen Zeitung abgedruckt war, und in dem sich der damals noch Kardinal seiende Josef Ratzinger mit der Lage in Europa auseinandersetzt.
Der vollständige Artikel kann hier, bei Zenit, gelesen werden .
Zunächst konstatiert der Kardinal das, was mittlerweile die Spatzen von den Dächern pfeifen und was allem Kindergeld und allen Krippen, Horten und Elterngeld zum Trotz (mich wundert es ja nicht, verstärkt all das ja die Tendenz, das Kinder was lästiges sind, aber darum geht es grad nicht) nicht besser wird, indem er schreibt:

 Es gibt in Europa eine seltsame Unlust an der Zukunft. Am deutlichsten ist dies daran zu erkennen, dass Kinder als Bedrohung der Gegenwart angesehen werden; sie werden weithin nicht als Hoffnung, sondern als Grenze der Gegenwart empfunden. Europa scheint ausgerechnet in der Stunde seines äußersten Erfolgs von innen her leer geworden, gleichsam von einer lebensbedrohenden Kreislaufkrise gelähmt, auf Transplantate angewiesen. Diesem inneren Absterben der tragenden seelischen Kräfte entspricht es, dass auch ethnisch Europa auf dem Weg der Verabschiedung begriffen erscheint.




Der Kardinal geht dann sehr gut und ausführlich auf die Geschichte diese Europas ein und versucht darzulegen, wie es dahin kommen konnte, dass man allen äußern Erfolgen zu Trotz, die gewaltig  sind, zu einem Utilarismus kommen konnte, der allen Kulturen fremd ist, und er fasst diese Denkart zusammen mit:
 Alles, was der Herbeiführung des glücklichen Endzustandes dient, ist moralisch. Hier ist die Umwertung der Werte, die Europa gebaut haben, vollständig; hier vollzieht sich ein Bruch mit der gesamten moralischen Tradition der Menschheit: Es gibt keine von den Zwecken des Fortschritts unabhängigen Werte mehr. Alles kann im gegebenen Augenblick erlaubt oder sogar notwendig, im neuen Sinn moralisch sein. Die Zukunft wird zur grausamen Gottheit, die über alle und alles verfügt.


um zu konstatieren 
Eigentliche Katastrophe besteht in der Verwüstung der Seelen 

der Kardinal  geht dann auf die Ehe und ihre Gefährdung ein, und stellt am Ende fest, dass


Europa braucht eine neue – gewiss kritische und demütige – Annahme seiner selbst, wenn es überleben will. Die immer wieder leidenschaftlich geforderte Multikulturalität ist manchmal vor allem Absage an das Eigene, Flucht vor dem Eigenen. Aber Multikulturalität kann ohne gemeinsame Konstanten, ohne Richtpunkte des Eigenen nicht bestehen. Sie kann ganz sicher nicht ohne Ehrfurcht vor dem Heiligen bestehen. Zu ihr gehört es, dem Heiligen des anderen ehrfürchtig zu begegnen, aber dies können wir nur, wenn uns das Heilige, Gott, selbst nicht fremd ist.


und führt das weiter aus mit


Den Kulturen der Welt ist die absolute Profanität, die sich im Abendland herausgebildet hat, zutiefst fremd. Sie sind überzeugt, dass eine Welt ohne Gott keine Zukunft hat. Insofern ruft uns gerade die Multikulturalität wieder zu uns selber zurück. Europa sollte ganz bewusst wieder seine Seele suchen.

ja und das ist das, was mir heute morgen auch begegnet ist, war ich doch nicht in der Kirche, sondern auf einem Adventskonzert der örtlichen Musikschule und am Ende haben wir alle die Musiker und die Zuhörer einen Kanon gesungen der lautete  "Friede auf Erden allen Menschen, die Gottes Kinder sind"
Der Kanon wurde eingeführt mit "das kann jeder mitsingen, egal welcher Religion er angehört, weil alle Religionen doch glauben von Gott geschaffen zu sein!"
Ich dachte ganze spontan "arme Atheisten" und ja es ist das Drama Europas, dass es seine Seele nicht mehr haben will und damit auch keine Kinder, kein bindendes Wort, aber auch wenn es so ist, dass man den Eindruck hat, vor unseren Augen vollzieht sich das Wort, das Novalis zugeschrieben wird:
"Europa wird christlich sein, oder das was von ihm übrig bleibt wird nicht mehr der Rede wert sein!" in dem Sinne das Europa unter Mitarbeit oder Schweigen der Kirche, bzw. ihrer herausragenden Vertreter  und Obergurus - die letztere Option gewählt hat.
So bleibt dennoch das, was der Kardinal am Ende schreibt, dass es immer schöpferische Minderheiten waren, die die Geschichte bestimmt haben, und das können und sollen die Christen sein, und davon mal ganz abgesehen, lebt Gott auch noch und wurde Mensch.

Von daher kann man erstaunt feststellen, dass sich in den letzten 10 Jahren nichts Wesentliches geändert hat, was der Kardinal schrieb, kurz bevor er Papst wurde, ist immer noch genauso aktuell wie jetzt, wo er seit fast 2 Jahren vom Papst-Amt zurückgetreten ist.

Aber man begreift doch mehr, was die Schrift meint, wenn sie sagt "denen, die im Finstern sitzen, ist ein helles Licht erschienen!"

Ja, es ist gut dass Weihnachten wird, und so wollen wir beten, und glauben und hoffen!

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